Die richtige Haustür: Wichtig sind Sicherheit und Wärmeschutz

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Die Haustür ist die Schnittstelle zwischen Innen- und Außenbereich, privatem und öffentlichem Raum. Beim Kauf einer neuen Tür sollte man daher neben dem Design auch auf Punkte wie Sicherheit und Wärmeschutz achten.

Haustür, Einbruchschutz, Wärmedämmung, Foto: VFF/Rodenberg
Die wichtigsten Aufgaben der Haustür: Vor Kälte schützen, Sicherheit bieten und das Haus attraktiv repräsentieren. Foto: VFF/Rodenberg Foto: VFF/Rodenberg

Wer eine neue Haustür kaufen will, findet ein riesiges Angebot in allen möglichen Stilrichtungen, Materialien und Preisklassen vor: vom schlichten, preisgünstigen Kunststoffmodell über historisch anmutende Holztüren bis zur modernen Designertür in Aluminium und Glas. Entscheidende Kaufkriterien sollten aber die „inneren Werte“ der Tür sein, die Sicherheit und Wärmeschutz gewährleisten.

Was zeichnet eine „richtige“ Haustür aus?

Zu den Qualitätskriterien von Haustüren gehören Stabilität, Langlebigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse, Wärmeschutz und Einbruchhemmung. Die Mindestanforderungen dafür legt die Produktnorm DIN EN 14351-1 fest. Sicherheit und Wärmeschutz sind darüber hinaus in eigenen DIN-Normen geregelt, für letzteren gelten zudem die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Qualitativ hochwertige Türen lassen sich aus allen gängigen Materialien oder Materialkombinationen herstellen.

Link-Tipp

Sie können sich nicht zwischen Haustüren aus Kunststoff, Aluminium oder Holz entscheiden? Hier haben wir Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Materialien zusammengefasst. Lassen Sie sich außerdem in unserer Bildergalerie inspirieren.

Grafik: Isabella Haag/bauen.de

Sicherheit als wichtiges Kaufkriterium

Beim Kauf einer neuen Haustür sollten Immobilienbesitzer auf die Widerstandsklasse nach der europäischen Prüfnorm DIN V ENV 1627 achten. Einbruchhemmende Türen werden in sechs Widerstandsklassen (RC 1 – RC 6) eingeteilt. Diese Einteilung ist mit der bis September 2011 gültigen Klassifizierung WK 1 bis WK 6 identisch. RC bedeutet schließlich nichts anderes als Resistance Class, zu Deutsch Widerstandsklasse. 

RC1 stellt die niedrigste, RC6 die höchste Sicherheitsstufe dar. Für Privathaushalte empfiehlt die Polizei Türen der Sicherheitsklassen RC2 oder RC3.

Damit die Hauseingangstür auch tatsächlich den Vorgaben der Prüfnorm entspricht, sollte sie außerdem zertifiziert sein, zum Beispiel vom Deutschen Institut für Normung (DIN) oder vom Verband der Sachversicherer (VdS). Außerdem sollte sie unbedingt nach der Anleitung des Türenherstellers montiert werden – am besten vom Fachmann.

Haustür, Widerstandsklasse, RC 2, Foto: Teckentrup
Merkmale einer Tür der Widerstandsklasse RC2: Scharniere mit Stahlbändern und Bolzensicherung; Sicherungszapfen an der Bandseite; Sicherheitsschloss mit 3-Fach-Verriegelung. Foto: Teckentrup Foto: Teckentrup

Anleitung

Sie möchten Ihre Haustüre lieber selber einbauen? Eine Anleitung im PDF-Format können Sie sich hier herunterladen.

Was macht Haustüren sicher?

Mehrfachverriegelung

Haustür, Türschloss, Foto: Gugelfuss
Schließsystem mit 3-fach-Verriegelung und zusätzlicher Schließautomatik: Auch wenn die Tür nur zugezogen und nicht abgeschlossen wird, schließen zwei Fallriegel automatisch. Foto: Gugelfuss Foto: Gugelfuss

Nicht nur der Einsatz einbruchhemmender Schließzylinder, sondern auch zusätzliche Riegel erschweren Tätern den Einbruch. Diese Riegel befinden sich oberhalb und unterhalb des Hauptschlosses und werden gleichzeitig mit einem Schließvorgang geschlossen. Es gibt 3-, 5-, 7- oder 9-fach-Veriegelungen.

Sicherungen der Türbänder

Haustür, Türbänder, Foto: djd/Groke
Fest verbunden: Die Türbänder sind mit Bolzen gesichert. Foto: djd/Groke Foto: djd/Groke

Um das Aushebeln einer Haustür zu erschweren, sollte die Verbindung von Türzarge und -blatt bei geschlossener Tür möglichst fest sein. Das erreicht man durch spezielle Sicherungen der Band- oder Scharnierbereiche.

Elektronische Sicherungssysteme

Haustür, elektronischer Türzylinder, Foto: Burg-Wächter
Nachrüsten mit „intelligenter“ Türtechnik: Ein herkömmliches Türschloss wird durch einen elektronischen Zylinder ersetzt. Foto: Burg-Wächter Foto: Burg-Wächter
Haustür, Keypad, Zahlenschloss, Foto: Burg-Wächter
Auf einem Keypad geben die Hausbewohner zur Türöffnung wie am Bankautomaten einen Pincode ein. Foto: Burg-Wächter Foto: Burg-Wächter
Haustür, Fingerabdruckscanner, Foto: tdx/Gugelfuss
Sicherheitstechnik elegant versteckt: Im Türgriff ist ein kleiner Scanner integriert, auf den zum Öffnen die Fingerkuppe gelegt wird. Da kein menschlicher Fingerabdruck dem anderen gleicht, kann er als individueller „Schlüssel“ genutzt werden. Foto: tdx/Gugelfuss Foto: tdx/Gugelfuss

Als Ergänzung zu mechanischen Vorkehrungen werden immer häufiger auch elektronische Sicherungssysteme an der Haustür installiert. Dazu gehören beispielsweise die schlüssellose Zutrittskontrolle per Code, Karte oder Fingerabdruck, Türstationen mit Videoanlage oder die Einbindung von Alarmanlagen.

Download

Die Polizei Bayern hat ein Verzeichnis von Herstellern geprüft einbruchhemmender Türen veröffentlicht und zum Download bereitgestellt. Das PDF haben wir hier für Sie verlinkt.

Beleuchtung

Haustür, Außenbeleuchtung, Hauseingang, Foto: HUF Haus
Willkommene Gäste freuen sich über einen schön beleuchteten Hauseingang. Einbrecher meiden ihn lieber. Foto: HUF Haus Foto: HUF Haus

Sicherheit am Hauseingang hängt nicht allein von der Haustür, sondern auch von der Gestaltung des gesamten Eingangsbereichs ab. Dunkle Ecken gilt es zu meiden. Experten empfehlen daher, große Büsche zurückzuschneiden, damit der Blick auf die Haustür stets frei ist. Die Außenbeleuchtung sollte sich per Bewegungsmelder schalten.

 

 

Wärmeschutz für die Haustür

Haustür, Wärmeschutz, Aluminium, Polyurethan, Foto: hlc/Inotherm
Aluminium-Haustür mit Dämmwerten auf Passivhausniveau: Rahmen und Flügel sind mit Polyurethan gefüllt, Der Glaseinsatz besteht aus 3-fach-Wärmeschutzverglasung. Foto: hlc/Inotherm Foto: hlc/Inotherm

Die Haustür gilt als Teil der Fassade und muss daher im Neubau und bei Modernisierung bestimmten Anforderungen des Wärmeschutzes genügen. Die Mindeststandards sind in der Prüfnorm DIN 4108-2 und in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt. Für ein Haus auf höherem Energiesparniveau, vor allem KfW-Effizienzhaus oder Passivhaus, muss die Außentür entsprechend bessere Dämmwerte aufweisen.

Damit die Heizungswärme des Hauses nicht durch die Haustür entweicht, ist eine ausreichende Wärmedämmung wichtig. Wie gut eine Tür gedämmt ist, hängt von den verwendeten Materialien, der Bauweise und der Qualität der Dichtungen ab.

Haustür, Wärmedämmung, Kunststoff, Foto: tdx/Gugelfuss
Eine Haustür aus Kunststoff, die mit sehr geringen Wärmeverlusten (U-Wert 0,76) fürs Passivhaus geeignet ist. Foto: tdx/Gugelfuss Foto: tdx/Gugelfuss

Obwohl Holz von den gängigen Materialien von Natur aus die besten wärmedämmenden Eigenschaften hat, lassen sich mit entsprechenden Konstruktionen auch in Kunststoff oder Aluminium Haustüren auf hohem energetischen Niveau herstellen. Der Trend geht immer mehr zu Materialkombinationen wie beispielsweise Holz- oder Kunststoff mit einer stabilen Außenschale aus Aluminium. Meist werden auch Dämmstoffe aus Kunststoff oder nachwachsenden Rohstoffen wie Kork in die Konstruktion von Türblatt und -rahmen integriert. Glaselemente in Haustüren sollten aus hochisolierendem Wärmeschutzglas bestehen und die Anforderungen an den Einbruchschutz erfüllen.

Hausbesitzer sollten auch regelmäßig ihre Türdichtungen überprüfen. Die Kunststoff-Profile leiten keine Wärme, schützen gegen Wind und fungieren damit als Puffer zwischen innen und außen.

Experten-Tipp

Verzichten Sie auf Brief- oder Zeitungsschlitze im Türblatt oder Seitenteil. Durch sie geht viel Wärme verloren.


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2 Kommentare

wolfgang am 23.06.2016 14:44

Es gibt wirklich einige Kaufkriterien, die bei einer Haustür zu beachten sind! Der Beitrag hat mir auf jeden Fall nochmal vor Augen geführt, wie ich bei meiner nächsten Kauf einer Haustür vorgehen werde. Was mir allerdings auch immer... mehr

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Robert am 23.03.2015 13:07

Sehr hilfreicher Artikel !!

Man sollte Wert auf eine stabile und sichere Haustür legen, auch wegen Wärmeschutzgründen, hier kann man einiges sparen!

Gruß Robert

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