Laminat selbst verlegen

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Laminat ist eine beliebte Alternative zu Dielenböden, Parkett und PVC. Der Grund: Laminat ist günstig, widerstandsfähig und sieht gut aus. Einigermaßen geübte Heimwerker können den Boden obendrein selbst verlegen. Und das auch noch relativ schnell.

Laminat ist ein Bodenbelag aus zwei miteinander verklebten Schichten. Während die untere Schicht üblicherweise aus Holz besteht, ist die Deckschicht beziehungsweise das Furnier aus Kunststoff. Die einzelnen Laminatdielen werden ineinander gesteckt und sind deswegen vergleichsweise einfach zu verlegen. Und das alles ohne teures Werkzeug.

Laminat selbst verlegen, Handwerker legt Laminat, Laminat, Foto: Alexander Raths / fotolia.com
Laminat selbst verlegen. Für geübte Heimwerker kein Problem. Foto: Alexander Raths / fotolia.com
WerkzeugeMaterial
  • Leichter Hammer oder Gummihammer
  • Zugeisen
  • Zollstock oder Maßband
  • Laminatschneider oder Stichsäge
  • Gehrungssäge
  • Teppichmesser
  • Laminat
  • Ausgleichsmasse oder Schüttestrich
  • Feuchtigkeitssperre
  • Trittschalldämmung
  • Abstandshalter
  • Sockelleisten

1. Vorarbeiten: Materialbedarf ermitteln

Laminat selbst verlegen, Bleistigt, Zollstock, Grundriss, Foto: Calado / fotolia.com
Auf den Grundriss kann man sich nicht immer verlassen. Lieber nochmal selber nachmessen, um herauszufinden, wieviel Material benötigt wird. Foto: Calado / fotolia.com

Um den Materialbedarf zu ermitteln, messen Sie mit Hilfe eines Zollstocks die Grundfläche des Zimmers aus. Für einen Raum mit einer Fläche von 20 Quadratmetern benötigen Sie mindestens 21 Quadratmeter Laminat, denn man kalkuliert einen Zuschlag von mindestens fünf Prozent der Fläche für den Verschnitt ein.

Weil Laminat in Paketen angeboten wird, bleiben nach dem Verlegen üblicherweise Restbestände übrig. Heben Sie diese einfach auf. Treten im Laufe der Jahre Schäden auf, können Sie dann einzelne Laminatlatten austauschen.

Die Anzahl der Randleisten ergibt sich aus der Länge aller Wände abzüglich Türen. Auch hier müssen Sie höchstwahrscheinlich mehr Material kaufen, als Sie tatsächlich brauchen, denn handelsübliche Fußleisten sind meist 2,40 Meter lang – viel Spielraum für Überschuss.

Praxis-Tipp

Lagern Sie die Laminatpakete für 48 Stunden im Raum. Dann können sich die Laminatbretter an das Raumklima anpassen und Sie beugen Fugenbildung und Wölbungen an den Kanten vor.

2. Prüfen und Vorbereiten des Untergrundes

Laminat benötigt einen festen und gleichmäßigen Unterbau. Bei einem Neubau sollte das gegeben sein, aber insbesondere bei Altbauten mit Holzbalkendecke kann es vorkommen, dass der Boden in der Mitte regelrecht durchhängt. Mit einer Wasserwaage und einem Richtscheit oder einer geraden Latte können Sie den Boden überprüfen.

Laminat selbst verlegen, Boden uneben, Grafik: bauen.de

Der Boden ist uneben:

Wenn der Boden uneben ist und Sie Abweichungen von drei bis fünf Millimetern messen, sollten Sie diese mit Hilfe von  flüssiger Ausgleichsmasse oder einer Trockenschüttung beispielsweise aus  Perlite beseitigen. Größere Unebenheiten können Sie auch mit Gips- oder OSB-Platten ausgleichen.

Der Boden ist feucht:

Steigt selbst geringe Nässe aus dem Boden in das Laminat auf, quillt es möglicherweise auf und wölbt sich an den Kanten nach oben. Das kann zum Beispiel bei frischem Estrich oder auch bei Betonböden der Fall sein. Dann empfiehlt es sich, eine Feuchtigkeitssperre zu verlegen. Die einzelnen Bahnen müssen sich überlappen. Sie werden mit Klebeband wasserdicht verbunden und an den Wänden etwa zehn Zentimeter hoch gezogen. Nach dem späteren Befestigen der Fußleisten wird die überstehende Folie mit einem Teppichmesser über der Leiste abgeschnitten. 

Praxis-Tipp

Die gesamte Aufbauhöhe sollte so gewählt werden, dass am Ende unter den geöffneten Türen noch ein Spielraum verbleibt. Ferner sollte die Schicht nur so hoch sein, dass am Übergang zum Nebenzimmer oder Flur kein Absatz entsteht. Einzelne Schichten lassen sich auch gut kombinieren. So gibt es Trittschalldämmung, die auch wasserdicht ist. Und Wärmedämmung fungiert auch zu einem gewissen Grad als Trittschall. Zudem gibt es Laminat, bei dem der Trittschall integriert ist.

Der Boden ist kalt:

Wenn der Boden kalt ist, etwa weil sich der Raum im Erdgeschoss direkt auf einer ungedämmten Boden- oder Geschossplatte befindet, kann zunächst eine Schicht Wärmedämmung verlegt werden.

Laminat selbst verlegen, Trittschall, Grafik: bauen.de

Trittschall im Obergeschoss:

Laminat ist sehr hart und gibt deshalb einen guten Resonanzboden für Schritte und Geräusche ab. Eine Trittschalllage von etwa einem bis fünf Millimeter Dicke schützt nicht nur den Nachbarn ein Geschoss tiefer vor Wohngeräuschen, sondern dämmt auch den Raum selbst. Außerdem mindert die Trittschalldämmung leichte Unebenheiten und kann bei einer Stärke ab drei bis vier Millimeter sogar zur Wärmedämmung von fußkalten Böden beitragen. Im Handel sind einzeln verlegbare Platten, Dämmbahnen oder auch Faltplatten aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) oder Holzfasern im Angebot. Wer es ökologisch mag, verlegt Kork oder Naturfasern in Form von Platten oder Bahnen.

Praxis-Tipp

Bei einer Fußbodenheizung nur geeignete Materialien verwenden. Ob das der Fall ist, ist üblicherweise auf der Verpackung vermerkt. Eine Wärmedämmung ist dann kontraproduktiv und auch die Trittschalldämmung muss sorgfältig ausgewählt werden, denn auch sie kann wärmedämmend wirken.

3. Laminat verlegen

Laminat selbst verlegen, Nut, kleben, Foto: Steffen Malyszczyk
Laminat mit einfacher Steckverbindung. Nut und Feder müssen hier miteinander verleimt werden. Foto: Steffen Malyszczyk
Laminat selbst verlegen, Laminat ohne zu kleben, Klicklaminat, Foto: Steffen Malyszczyk
Laminat mit Klickverbindung. Leim wird nicht benötigt, Nut und Feder werden ineinandergeklickt. Foto: Steffen Malyszczyk

Laminatplatten verfügten früher über eine einfache Steckverbindung aus Nut und Feder. Nut ist die gefräste Aussparung, Feder ein passender Vorsprung. Bei einfachen Systemen mussten beide miteinander verleimt werden. Heute herrschen dagegen sogenannte Klick-Systeme vor. Bei ihnen haben die Platten zwar auch Nut und Feder, doch diese sind deutlich komplizierter gefertigt und lassen sich ohne Leim ineinander stecken. Dabei entsteht das charakteristische Klickgeräusch.

Laminat selbst verlegen, erste Reihe, Abstandhalter, Foto: VRD / fotolia.com
Die erste Reihe Laminat. Die Abstandhalter an der Wand sorgen für Spielraum. Foto: VRD / fotolia.com

Die erste Reihe:

Beginnen Sie mit der Verlegung der ersten Reihe am besten an einer der Längsseiten des Zimmers. Das hat den Vorteil, dass Sie möglichst viele ganze Laminatplatten verwenden können, den Verschnitt also einschränken und Zeit sparen.

Platzieren Sie zunächst einige Abstandhalter an der Wand. Das schafft Ihnen und dem Laminat etwas Spielraum. Bei der ersten Reihe muss die lange Feder, also der Vorsprung, zur Wand zeigen. Legen Sie Brett für Brett nebeneinander. Am Ende der ersten Bahn entsteht fast immer Verschnitt. Das heißt, Sie messen die verbleibende Fläche ab und schneiden eine Laminatplatte entsprechend zu.

Praxis-Tipp

Verlegen Sie Laminat längs zur Raumlänge, betonen Sie diese. Verlegen Sie es quer zur Raumrichtung staucht das den Raum ein wenig. Laminat quer zum Lichteinfall kann zu unschönen Schattenwürfen führen. Generell ist es auch denkbar, Laminat diagonal zu verlegen. Dadurch wird die Arbeit aber deutlich komplizierter. Andere Verlegemuster sind aufgrund des Systems mit Nut und Feder nicht ohne weiteres möglich.

Laminat selbst verlegen, Klicklaminat, Foto: VRD / fotolia.com
Die zweite und jede weitere Reihe Laminat werden einfach von oben eingehängt. Foto: VRD / fotolia.com

Alle weiteren Reihen:

Beginnen Sie die nächste Reihe mit dem Rest der ersten Reihe. Die Stöße der Platten sollten sich in den einzelnen Reihen stets 30 bis 40 Zentimeter überlappen. Ein Rest von 10 bis 20 Zentimetern ist also eher untauglich, um die nächste Reihe zu beginnen. Schneiden Sie in diesem Falle besser eine neue Platte an, als mit einem zu kurzen Rest weiter zu arbeiten.

Hängen Sie die Teile der nächsten Reihe von oben ein. Die neue Platte wird also im Winkel von etwa 45 Grad an die Nut der bereits verlegten Reihe geschoben, leicht hineingedrückt und dann abgelegt. Das Klicken des Klicklaminats ist das Geräusch, wenn die Feder in der Nut einrastet.

Nach der dritten oder vierten Reihe ist leicht zu erkennen, dass sich ein wiederkehrendes Verlegeschema einstellt: die Stöße wandern stufenförmig und gleichmäßig von Reihe zu Reihe.

Nach der Verlegung sollten die Übergänge zwischen den Platten optisch nahezu verschwunden sein. Das gelingt nur, wenn Sie bei der Verlegung streng darauf achten, dass die Platten möglichst eng aneinander liegen. Notfalls müssen Sie mit Hammer und Schlagholz leicht nachhelfen.

Praxis-Tipp

Niemals auf die Feder oder die empfindlichen Laschen des Klicksystems schlagen. Am besten eignet sich der obere Rand der Laminatplatte für einen behutsamen Schlag, um eine offene Fuge zu schließen. Dafür benutzt man ein Schlagholz oder ein Stück Holzlatte. So wird die Schlagkraft auf eine größere Fläche verteilt und die Platte wird nicht beschädigt.

Videoanleitung: Laminat selbst verlegen

Mögliche Fehler beim Verlegen:

Klemmt eine Platte, kann das folgende Ursachen haben:

  • Die Platte wurde nicht gerade eingelegt, Nut und Feder laufen also nicht ineinander.
  • In der Nut steckt ein Span oder Materialrest, die Feder kann deshalb nicht einrasten.
  • Nut oder Feder sind an einer Stelle beschädigt.

Säubern Sie in diesen Fällen Nut und Feder. Bei Schäden müssen Sie das Brett nicht unbedingt entsorgen. Sie können beschädigte Stellen ausschneiden, indem Sie zum Beispiel einen Teil der Nut entfernen. Gegebenenfalls leimen Sie die Laminatplatten dann aneinander.

4. Sockelleisten

Der krönende Abschluss der Arbeit besteht im Verlegen der Randleisten. Sie sollten mindestens 15 Millimeter stark sein, damit sie die Fuge zur Wand, die etwa zehn Millimeter breit ist, überdecken können. Das Dekor der Fußleisten sollte auf Muster und Farbe des Laminats abgestimmt sein. Die Zimmerecken können tückisch sein, denn es kommt darauf an, die Leisten genau auf Länge und exakt im Winkel von 45 Grad zu schneiden. Hierbei hilft eine Gehrungssäge oder eine Gehrungslehre. Je nach System nageln oder schrauben Sie die Leisten an die Wand oder den Boden. Manchmal müssen Sie zunächst Halteclips anbringen und die Sockelleiste dann aufstecken. 

Praxis-Tipp

Verursacht zwar mehr Arbeit und kostet mehr Material, sieht optisch aber besser aus: Verzichten Sie, wo möglich, ganz auf Fugen. Platzieren Sie Sockelleisten außerdem immer in der Mitte der Wand. Zwei symmetrische Fugen sehen oft besser aus, als nur eine unsymmetrische.


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1 Kommentar

schneehuhn am 05.05.2015 22:59

Vielen Dank für diesen Beitrag.

Ohne Handwerker ist solche Arbeit manchmal schwer zu schaffen.

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