Landesbauordnung und Baunutzungsverordnung

Die Bundesländer haben Landesbauordnungen: Hier werden grundsätzliche Regeln zum Beispiel zur Grundflächenzahl oder Geschossflächenzahl formuliert.

Landesbauordnung, Baunutzungsverordnung
Baurecht ist Ländersache: Bauherren müssen daher in der jeweiligen Landesbauordnung nachschlagen. Foto: Fotolia Foto: Fotolia

In Deutschland ist Baurecht Ländersache. Während das Baugesetzbuch die Bauleitplanung regelt, werden in der jeweiligen Landesbauordnung eines Bundeslands praktische Belange der Bebauung eines Grundstücks festgelegt. Dazu gehören unter anderem Standsicherheit, Brandschutz und Form und Umfang des Bauantrags. Die Landesbauordnungen regeln auch, wer die Bauaufsichtsbehörden sind und wie Verwaltungsverfahren ablaufen. Außerdem enthalten sie Regelungen zu Ordnungswidrigkeiten, Rechtsverordnungen und Vorschriften. Die Regelungen unterscheiden sich im Detail von Bundesland zu Bundesland.

Die Gemeinden müssen sich bei der Erstellung ihrer Bauleitpläne auch an Vorgaben des Baugesetzbuches (BauGB), der Baunutzungsverordnung (BauNVO) und den Landesbauordnungen halten. In der Baunutzungsverordnung finden sich allgemeine Festlegungen und Definitionen über Art und Ausmaß der baulichen Nutzung von Baugebieten und Bauflächen.

Zu den Vorgaben der Baunutzungsverordnung gehören

  • Festlegungen, ob eine Fläche ein reines Wohngebiet, ein Dorfgebiet, ein Mischgebiet oder ein Gewerbe- oder Industriegebiet ist. Während in reinen Wohngebieten nur Wohngebäude zulässig sind, sind zum Beispiel in Dorfgebieten auch typische dörfliche Betriebsformen erlaubt.
  • Die Grundflächenzahl (GRZ) ist das Verhältnis von der Grundstücksfläche zur bebaubaren Grundfläche. Wird zum Beispiel im Bebauungsplan eine Grundflächenzahl von 0,4 festgelegt, dürfen auf einem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück 400 Quadratmeter Grundfläche mit Gebäuden bebaut werden. Achtung: Nicht nur das Haus, sondern zum Beispiel auch Garagen und befestigte Zufahrten werden mit eingerechnet.
  • Die Geschossflächenzahl (GFZ) gibt das Verhältnis zwischen Geschossflächen zur Größe des Grundstücks an: Die Summe der einzelnen Vollgeschosse darf maximal so groß sein wie die Grundstücksgröße multipliziert mit der festgelegten Geschossflächenzahl. Ein Beispiel: Bei einer Geschossflächenzahl von 1,2 darf auf einem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück und zweigeschossiger Bauweise 600 Quadratmeter Brutto-Geschossfläche gebaut werden (1.000 multipliziert mit 1,2 dividiert durch 2 Geschosse = 600 Quadratmeter). Da in diesem Beispiel die GRZ 0,4 beträgt, dürfen nur 400 Quadratmeter gebaut werden - die Geschossflächenzahl-Berechnung legt die maximale Obergrenze fest.

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