Satteldach - die einfache Konstruktion hat sich bewährt

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Das Satteldach ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Dachform. Kein Wunder: Verbirgt sich dahinter doch eine seit Jahrhunderten sowohl architektonisch als auch konstruktiv bewährte Dachform, die zugleich zuverlässig, praktisch und preiswert ist.

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Das Satteldach ist in Deutschland sehr häufig anzutreffen. Variationen entstehen durch unterschiedliche Dachneigungen. Foto: Nelskamp, Schermbeck

Grundsätzlich besteht das Satteldach, auch Giebeldach genannt, aus zwei geneigten Dachflächen, die an der höchsten Kante, dem Dachfirst, aufeinander zu laufen. Das Dach liegt dabei in der Form eines Dreiecks auf dem Baukörper auf und schließt mit dem First entweder parallel mit den beiden Giebeln ab oder ragt über diese hinaus. Die Konstruktion dieser Dachform wird als Sparren- oder Pfettendach ausgeführt, durch die eine Vielzahl an unterschiedlichen Dachneigungen und Traufhöhen möglich sind.

Der große Vorteil: das einfache Konstruktionsprinzip

Die Form des Satteldaches hat sich mittlerweile über Jahrhunderte bewährt und ist wohl die am häufigsten ausgeführte Gebäudedachform in Deutschland. Ein Grund dafür ist sicher der einfache Aufbau des Dachstuhls, der gleich mehrere entscheidende Vorteile in sich birgt - denn komplizierte Konstruktionsdetails werden so vermieden. Das macht ein Satteldach zum einen weniger anfällig für Schäden und spart zum anderen bares Geld.

Für jede Region die richtige Dachneigung

Die Möglichkeit, verschiedene Dachneigungen oder Traufhöhen zu realisieren, schafft eine Vielfalt an unterschiedlichen Ausprägungen für das Satteldach, die je nach Region unterschiedlich verbreitet sind: In Regionen mit starkem Wind und Regen etwa werden häufig Satteldächer mit steilem Neigungsgrad ausgeführt, um das Regenwasser schnell abzuleiten und Nässe somit wenig Angriffsfläche zu bieten. In schneereichen Regionen hingegen werden vor allem Satteldächer mit niedriger Dachneigung errichtet, damit Schneemassen nicht unkontrolliert abrutschen können.

Weit verbreitet sind übrigens Satteldächer mit einer Neigung von zirka 38 bis 45 Grad, denn diese bieten genug Raum für einen (späteren) Dachgeschossausbau mit guten Belichtungsmöglichkeiten.

Unterschiedliche Dachneigungen und ihre Bezeichnung

Eine Dachneigung von höchstens 30 Grad weist das sogenannte flache Satteldach auf. Bei einer Dachneigung von 45 Grad spricht man von einem neudeutschen Dach oder Winkeldach und als gotisches Dach beziehungsweise altdeutsches Dach wird ein Satteldach bezeichnet, sobald es mit einer Neigung von 62 Grad ausgeführt wird. Überwiegend im fränkischen Raum verbreitet ist, wie auch der Name schon sagt, das altfränkische oder auch altfranzösisch genannte Satteldach. Mit 60 Grad Dachneigung ergibt sich bei dieser Konstruktion die Form eines gleichschenkligen Dreiecks. 


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