Fertighaus – der schnelle Weg zum Eigenheim

Die schnellste und einfachste Art, den Traum vom eigenen Häuschen zu verwirklichen, ist, sich ein schlüsselfertiges Fertighaus liefern zu lassen. Dabei werden die Einzelteile industriell vorgefertigt und direkt auf der Baustelle zusammengesetzt. Bauherren sparen mit dieser Bauweise vor allem Zeit – und müssen sich längst nicht mehr auf Holz als Baustoff festgelegen.

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten wurden Fertighäuser handwerklich in Zimmereibetrieben hergestellt. Heutzutage hingegen werden Wand-, Decken-, und Dachelemente  fast ausschließlich computergesteuert in großen Produktionshallen gefertigt.. Fenster, Türen sowie Anschlüsse für Elektrik und Installationen sind bereits montiert, wenn die einzelnen Bauteile auf dem Tieflader zum Bauplatz transportiert werden.

Dort setzen spezialisierte Arbeiter die Einzelteile dann nach Bauplan zusammen. Lediglich das Fundament, der gesamte Keller oder die Bodenplatte wird zuvor vor Ort errichtet. Der eigentliche Aufbau des Fertighauses dauert nur ein bis zwei Tage, dann erfolgt der Innenausbau. Obwohl der Begriff Fertighaus immer noch vorrangig mit Holzbauweisen in Verbindung gebracht wird, gibt es inzwischen auch Häuser aus vorgefertigten Massivbauelementen, die ähnlich schnell gebaut werden.

Die wichtigsten Bauweisen sind:

  • Holzrahmenbau und Holztafelbau: Bei beiden Bauarten besteht die tragende Konstruktion aus einem massiven Holzgerüst, dessen Zwischenräume mit Dämmung ausgefüllt werden, und das von beiden Seiten mit Holzwerkstoff oder Gipsplatten beplankt wird.
    Beim Holzrahmenbau werden die offenen Rahmen auf die Baustelle gebracht und dort mit Dämmmaterial gefüllt und Installationsleitungen verlegt.
    Holztafelelemente hingegen werden bereits im Werk befüllt und geschlossen.
  • Holzblockbauweise: Die Wände bestehen aus Rund- oder Kantblockbohlen, die an den Ecken miteinander verfacht werden. Für den Wärmeschutz werden die Häuser heute zweischalig mit Zwischendämmung angelegt.
  • Massivfertigbauweise: Großflächige Mauerelemente aus Massivmaterialien wie Ziegel, Beton oder Leichtbetonsteinen werden in der Fabrik vorgefertigt und wie Holzbauteile auf dem Bauplatz zusammengesetzt.

Fertighaus beschreibt folglich keine eindeutige Bauweise. Gleichbleibend ist lediglich, dass die einzelnen Bauelemente, also ganze Wände und Geschossdecken in der Fabrik vorgefertigt, zum Bauplatz transportiert und dort zusammengesetzt werden. Dem fertigen Haus sieht man von außen auch nicht an, in welcher Bauweise es entstanden ist. Schließlich werden alle Fertighäuser mit einer Putz-, Klinker- oder Holzfassade versehen.

Vorteile eines Fertighauses

Die industrielle Vorfertigung der einzelnen Bauteile bringt einige Vorteile mit sich:

Durch die standardisierte Fertigung können Fertighaushersteller eine gleichbleibende Qualität gewährleisten. Die vorgefertigten Bauteile treffen trocken und montagebereit auf der Baustelle ein und können witterungsunabhängig zusammengesetzt werden. Lange Trocknungszeiten entfallen. Sowohl in der Produktion als auch auf der Baustelle werden bei dieser standardisierten Herstellung außerdem weniger Arbeitskräfte gebraucht. Das wirkt sich positiv auf den Kaufpreis aus. Neben der kurzen Bauzeit ist daher vor allem die Kontrolle der Baukosten ein entscheidender Vorteil des Fertighauses.

Vor allem für entscheidungsschwache Bauherren von Vorteil: Viele Fertighausanbieter präsentieren ihre verschiedenen Haustypen als Musterhäuser. In einem solchen Musterhaus kann dann schon einmal getestet werden, ob ein 15 Quadratmeter großes Schlafzimmer zu klein oder zu groß ist. Die passende Innenausstattung können sich die künftigen Bewohner dann in den Bemusterungszentren der Hersteller zusammensuchen.

Trotz ganzer Musterhausparks: Auch im Fertigbau kommen individuelle Wünsche nicht zu kurz.

Typenhäuser vs. Architektenhaus: Varianten von Fertighäusern

Beim Fertighausbau wird oftmals nach festen Bauplänen und mit vorgegebenen Grundrissen gearbeitet. Diese Standardisierung beschleunigt den Bauablauf und dadurch auch die Fertigstellung. Allerdings sollte sich der Bauherr schon sehr früh über bautechnische Gegebenheiten im Klaren sein. Bei solchen Typenhäusern sind Sonderwünsche in der Regel nur gegen Aufpreis möglich und müssen im Kaufvertrag vereinbart werden.

Viele Fertighausanbieter bieten jedoch nicht nur Typenhäuser an, sondern ermöglichen den Hausbau mit einem Architekten. So können Bauherrn individuelle Wünsche und Sonderlösungen auch in Fertigbauweise umsetzen.

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Schlüsselfertig einziehen oder Eigenleistung einbringen: die Ausbaustufen

Engagierte Bauherren können auch selbst mitanpacken: Fertighäuser werden in verschiedenen Ausbaustufen angeboten:

  • als schlüsselfertiges Haus: Der Anbieter errichtet nicht nur die Gebäudehülle sondern übernimmt in der Regel auch den Innenausbau.  Dämm- und Putzarbeiten sowie die Installation von Heizung, Elektroanschlüssen und Sanitäranlagen sind ebenfalls meist fester Vertragsbestandteil. Welche Leistungen aber genau zum schlüsselfertigen Haus gehören, bestimmt jeder Anbieter selber.
  • als Ausbauhaus, manchmal auch Mitbauhaus genannt: Die Gebäudehülle wird komplett mit Wärmedämmung geliefert, zum Teil sind Installationsrohre vormontiert. Heizung, Elektroanschlüsse sowie für gewöhnlich den Innenausbau übernimmt der Hauskäufer. Durch diese Eigenleistung können die Kosten erheblich reduziert werden.
  • als Bausatzhaus: Es werden nur die vorgefertigten Bauelemente geliefert. Der Käufer übernimmt nicht nur den Innenausbau sondern auch bereits den Hausaufbau. Dies ist die kostengünstigste, aber zeitintensivste Variante des Fertighausbaus.

Der Grad des Ausbaus hängt maßgeblich von den Wünschen und dem Budget des Bauherren ab. Dabei zu beachten: Der Begriff schlüsselfertig ist rechtlich nicht geschützt. In der Regel bedeutet es, dass ein Unternehmer sämtliche Roh- und Innenausbauarbeiten erledigt. Allerdings ist das nicht gleichbedeutend mit der Fertigstellung des Hauses. Welche Leistungen genau zu einem schlüsselfertigen Eigenheim gehören, legt jeder Anbieter selbst fest: in der Bau- und Leistungsbeschreibung.

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Angebote genau prüfen

Die Bau- und Leistungsbeschreibung beschreibt detailliert alle im Preis enthaltenen Leistungen. Bauherren sollten sie noch vor Vertragsabschluss prüfen und sich genau über den exakten Leistungsumfang des Fertighausanbieters informieren. Denn nicht immer sind beispielsweise Kanal- und Versorgungsnetzanschlüsse standardmäßig im Angebot enthalten. Je genauer und detaillierter der Vertrag formuliert ist, desto besser für den Bauherren.

Sind alle Formalitäten geregelt, steht dem schnellen Einzug ins Eigenheim nichts mehr im Wege.

Ingrid Lorbach
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