Dachaufbau - alles zur Dachkonstruktion
Wer OSB-Platten bislang nicht kannte, hat sie zumindest schon gesehen: denn sie werden in nahezu jedem Baumarkt angeboten. Verwendung finden Sie häufig im Innenausbau, ihre Verarbeitung ist aber nicht ganz ohne.
von Steffen MalyszczykFachlich exakt ausgedrückt handelt es sich um Holzwerkstoffplatten, umgangssprachlich heißen sie meist nur Spanplatten. Ihre Bestandteile, die Holzstränge (strands), haben allerdings nichts mit feinen Sägespänen gemein, sondern ähneln langen, groben Hobelspänen. Sie werden maschinell meist in drei verschiedenen Lagen aufgeschüttet und dabei in besonderer Weise ausgerichtet (oriented): Auf den Außenseiten liegen die flachen Späne in Längsrichtung zur Platte (board), dazwischen sind sie quer angeordnet. So kam das gute Stück zu seinem Namen "Oriented Strand Board", hierzulande auch Grobspanplatte genannt.
Verklebt werden die bei rund 200 Grad gepressten Späne meist mit Phenolharz. Dieser Aufbau führt zu einer relativ hohen Biegefestigkeit, weshalb OSB-Platten mittlerweile vor allem im Innenausbau gerne eingesetzt werden: beispielsweise für die Verkleidung von Decken und Wänden, die Beplankung von Dachinnenseiten oder als Verlegeplatte für Fußböden. Die gebräuchlichen Dicken liegen hierfür bei etwa zehn bis 40 Millimetern. In den größeren Baumärkten sind sowohl handliche Formate als auch Großplatten zu haben. Sie sind vergleichsweise günstig, eine mit Nut und Feder versehene Platte mit den Maßen 625x2005x12 Millimeter ist für unter fünf Euro zu haben.
Wer Holzwerkstoffplatten als Verkleidung verwendet, wünscht sich eine ansprechende Oberfläche. Es bleibt dabei Geschmacksache, ob die lebhafte Struktur einer OSB-Platte betont oder eher versteckt werden soll. Bei der sachgerechten Bearbeitung der Grobspanplatten muss sich der ambitionierte Heimwerker in der Regel mit drei Arbeitsgängen auseinandersetzen: schleifen, grundieren, streichen.
Mutige lassen das markante Material selbst wirken; wer also das natürliche Aussehen dieser Platten beispielsweise für seinen Fußboden mag, wird sie mit einer farblosen Grundierung behandeln und sie anschließend matt oder glänzend lackieren. Die Stöße bleiben sichtbar, denn die Verlegeplatten werden an Nut und Feder lediglich ineinander gesteckt und dort verklebt. Es ist aber immer empfehlenswert, die Platten anzuschleifen oder bereits geschliffene zu kaufen, bevor Farben, Lasuren oder Öle aufgetragen werden. Wer besonders glatte Oberflächen erzielen will, muss gründlich schleifen. Vorsicht ist geboten, wenn Farben auf Wasserbasis aufgetragen werden sollen. Eine leichte, nur kurz einwirkende Feuchtigkeit verträgt der OSB-Werkstoff schon mal, Nässe dagegen nicht -die Platten können sich verbiegen. Diese Gefahr ist geringer, wenn man lösemittelhaltige Farben oder Holzöle verwendet.
Es empfiehlt sich, nach dem Schleifen und vor dem Farbauftrag die Platte zu imprägnieren. Damit bewahrt man sie insbesondere vor eindringendem Wasser - und man schützt vor allem helle Farben auch vor der Platte, denn ihre Holzspäne enthalten Pigmente und Gerbstoffe, die mit der Zeit in den Anstrich einwandern und ihn vergilben lassen können: Es liegt auf der Hand, dass weiße Farbe davon am meisten betroffen wäre.
Wer Natur belassene Platten an die Wand bringen will, sollte sie möglichst versteckt befestigen. Wer dafür kein Händchen hat oder weder Schrauben noch Stöße sehen will, muss die fest verschraubten Platten spachteln und die Stoßfugen mit einem geeigneten Klebeband oder Gewebe überdecken. Auch hier gilt, vorher muss ein isolierender Voranstrich aufgetragen werden.
Den Segen der Hersteller hat man nicht, wenn man einfache OSB-Platten tapezieren will. An den Stößen kann die Tapete später reißen oder die Platten verbiegen sich, wenn mit dem Tapetenleim allzu viel Feuchtigkeit in die Platten eindringen kann. Dennoch meinen viele Praktiker, die es offenbar selbst probiert haben, dass OSB-Platten mit einem stabilen Unterbau, sachgerechter Isolation und gut überklebten Stößen eine Tapete durchaus vertragen können.
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