Instandhaltung - Dach schützen, erhalten und sanieren
Flachdächer sind oft schmucklos und rein funktional – wenn sie in die Jahre kommen sogar unansehnlich. Abhilfe kann hier eine nachträgliche Flachdachbegrünung schaffen.
von Jan-Carl Mehles(bauen.de) - Flache Dächer bei Wohnhäusern wurden vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaut, eine recht kurzlebige Mode. Die aufwendige Abdichtung der nur gering geneigten Dächer wiegen Vorteile wie voll nutzbare Fläche unter dem Dach und der Wegfall des Dachstuhls kaum auf. Dabei kann man mit überschaubarem Aufwand aus dem bisweilen industriell anmutenden Flachdach eine kleine grüne Oase machen.
Wie jedes Dach müssen auch Flachdächer in bestimmten Abständen ausgebessert werden. Diese Gelegenheit kann man nutzen, um dem Haus eine „Pflanzenkrone“ aufzusetzen. Statt der normalen Kiesauflage kann eine Dachflora angelegt werden, die von dezentem Bewuchs bis hin zum Dachgarten jedem Geschmack etwas bietet.
Natürlich gibt es einiges zu beachten, bevor man sich den Traum vom begrünten Dach erfüllen kann. Zum einen sollte eine wurzelfeste Unterlage die Basis bilden. Diese verhindert das Auswurzeln der Dachpflanzen in die darunterliegenden Dämmschichten. Hier gibt das Prüfzeichen „Wurzelfest nach FLL“ Sicherheit. Bei einer Neigung unter zwei Grad muss die Entwässerung durch spezielle Abläufe sichergestellt werden, wohingegen bei mehr als zehn Grad durch bauliche Vorkehrungen ein Abrutschen der Begrünung verhindert werden muss.
Die Gewichtsbelastung durch Pflanzdächer ist kaum höher als bei Kiesauflagen, so dass die nachträgliche Begrünung meist kein Problem ist. Auf der Habenseite schlagen vor allem eine bessere Wärmedämmung, höherer Schallschutz und, laut dem Fraunhofer Institut, eine längere Haltbarkeit zu Buche – bis zu 40 Jahre soll ein professionell begrüntes Flachdach halten.
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