Altbau-Sanierungspflicht: Wann ein Bußgeld droht

Wer ein altes und ungedämmtes Haus besitzt, ist zu bestimmten energetischen Sanierungsarbeiten verpflichtet. So legt es die Energieeinsparverordnung (EnEV) fest. Wer nichts tut, riskiert ein Bußgeld.

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Zu den Sanierungspflichten gehört es, die oberste Geschossdecke zu dämmen. Foto: Deutsche ROCKWOOL

Was viele Eigentümer von Altimmobilien nicht wissen: Sie sind verpflichtet, an ihrem Haus bestimmte energetische Sanierungen durchzuführen, sonst droht ein Bußgeld. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält einige Regelungen zur Sanierungspflicht von Altbauten. Verstöße dagegen werden keinesfalls als Bagatelle betrachtet, sondern mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet.


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Keine allumfassende Altbau-Sanierungspflicht

Sanierungspflicht, Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de

Zwar sind Altbau-Eigentümer nicht gezwungen, ihr Haus umfassend energetisch zu sanieren. Wenn Sie jedoch Sanierungsarbeiten beauftragen, so müssen diese den Vorgaben der EnEV entsprechen. Ein Beispiel: Wer mehr als zehn Prozent der Fassadenfläche seines Hauses erneuern lässt, muss diese auch dämmen. Das bedeutet: Wird nur ein kleiner Riss ausgebessert, ist keine energetische Sanierung nötig, ist eine größere Fläche betroffen, so muss diese in ihrer Gesamtheit gedämmt werden. Verzichtet ein Immobilienbesitzer in diesem Fall auf die Dämmung, kann ein Bußgeld in einer Höhe bis zu 50.000 Euro erhoben werden

Rechenbeispiel – Fassadendämmung

In den meisten Fällen ist die präventive Dämmung der Fassade günstiger als das Bußgeld. Hausbesitzer müssen dabei in etwa mit folgenden Kosten rechnen.

MaßnahmeFlächeDämmstärkeKosten gesamtKosten pro m²
Dämmung der Außenwände (Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035, bspw. Mineralwolle)220 m²140 mm29.105 Euro132,30 Euro
Neue 3-Scheiben-Wärmeschutzfenster24 m²-10.464 Euro436,- Euro
Kosten gesamt


39.569 Euro

Quelle: Deutsche Energie-Agentur

Link-Tipp

Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten der Wärmedämmung der Fassade es gibt.

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Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke beachten

Sanierungspflicht, Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de

Laut EnEV ist es Pflicht, die ungedämmte oberste Geschossdecke oder wahlweise das ungedämmte Dach eines Altbaus nachträglich zu dämmen. In Paragraph 27 der Verordnung benennt der Gesetzgeber es klar als Ordnungswidrigkeit, wenn ein Immobilieneigentümer darauf verzichtet. Es droht ein Bußgeld in einer Höhe bis zu 50.000 Euro

Rechenbeispiel – Dämmung Dach oder Geschossdecke

Auch die Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke ist in den meisten Fällen günstiger als das Bußgeld. Beispielhaft kommen folgende Kosten auf Hausbesitzer zu:

MaßnahmeFlächeDämmstärkeKosten gesamtKosten pro m²
Dämmung der obersten Geschossdecke, nicht
begehbar (Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035)
70 m²140 mm1.264 Euro18,06 Euro
Dämmung der obersten Geschossdecke,
begehbar (Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035)
70 m²140 mm4.033 Euro57,61 Euro
Dämmung eines Steildachs
(Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035)
140 m²140 mm32.141 Euro229,58 Euro
Dämmung eines Flachdachs
(Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035)
70 m²140 mm12.785 Euro182,64 Euro

Quelle: Deutsche Energie-Agentur

Link-Tipp

Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten der nachträglichen Dachdämmung es gibt.

Viele Geschossdecken müssen nicht nachträglich gedämmt werden

Allerdings müssen längst nicht alle alten Dächer oder Geschossdecken gedämmt werden. Laut EnEV gilt die Pflicht zur Dämmung als erfüllt, wenn das Dach den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt. Es empfiehlt sich, dies von einem Energieberater überprüfen zu lassen. Auch gilt: Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer bereits im Februar 2002 eine selbst bewohnt hat, sind von den Pflichten zur Dämmung zunächst ausgenommen. Hier wird die Dämmung erst nach einem Eigentümerwechsel fällig – die Frist beträgt dann zwei Jahre nach dem Besitzerwechsel.

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Pflicht zum Heizungstausch

Sanierungspflicht, Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de

Laut EnEV müssen Hauseigentümer bestimmte ältere Heizkessel austauschen. Dies gilt für alle Heizkessel, die bis Ende des Jahres 1984 eingebaut wurden. Heizkessel, die dagegen im Jahr 1985 oder später eingebaut wurden, dürfen nach einem Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden.

Allerdings gibt es hier diverse Ausnahmen: So dürfen Hausbesitzer Niedrigtemperatur-Heizkessel, Brennwert-Heizkessel und Heizungsanlagen mit einer Nennleistung unter vier Kilowatt (kW) oder über 400 kW weiterhin betreiben. Außerdem sind Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer bereits 2002 eine selbst bewohnt hat, von der Pflicht ausgenommen. Nach einem Eigentümerwechsel gilt diese Ausnahmeregelung aber nicht mehr: Der neue Besitzer hat zwei Jahre Zeit für den Austausch.

Halten sich Immobilieneigentümer nicht an die Nachrüstpflichten, kann das Bußgeld bis zu 50.000 Euro betragen. Die Nachrüstung eines Gas-Brennwert-Kessels auf dem aktuellen Stand der Technik kostet dagegen laut Deutscher Energie-Agentur etwa 8.500 Euro.

Link-Tipp

Hier finden Hausbesitzer Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Heizungsmodernisierung.

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Unternehmererklärung bestätigt EnEV-konforme Ausführung

Sanierungspflicht, Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de

Wer eine neue Heizung einbauen, die Fassade oder die oberste Geschossdecke dämmen lässt, sollte darauf achten, vom Handwerker nach Abschluss der Arbeiten eine sogenannte Unternehmererklärung zu erhalten. In dieser wird bestätigt, dass die Arbeiten gemäß EnEV ausgeführt wurden. Diese Erklärung muss der Hausbesitzer fünf Jahre lang aufbewahren. Fehlt sie, kann ein Bußgeld in einer Höhe von bis zu 5.000 Euro fällig werden.

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Fördermittel für die Wärmedämmung: Altbau sanieren mithilfe der KfW

Wer in Deutschland ein altes Haus sanieren möchte, kann dafür Fördermittel vom Staat  in Anspruch nehmen. Wichtigste Voraussetzung: Die Altbausanierung muss die Energieeffizienz des Hauses verbessern. Eine Solche energetische Sanierung unterstützt die KfW-Förderbank mit dem Programm „Energieeffizient Sanieren“. Sanierer können die Fördermittel dabei nicht nur für Komplettsanierungen, sondern auch für Einzelmaßnahmen, darunter die nachträgliche Wärmedämmung der Fassade verwenden. Je nach Maßnahme erfolgt diese Unterstützung in Form eines Kredits oder eines Investitionszuschusses. Dabei gilt: Je besser der angestrebte energetische Standard, desto mehr Fördermittel gibt es von der KfW – bei Einzelmaßnahmen bis zu 50.000 Euro, bei Komplett-Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus bis maximal 100.000 Euro je Wohneinheit.

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7 Fragen & Antworten zur EnEV

1. Ich besitze eine Eigentumswohnung. Wer ist für die Dämmung zuständig?

1. Ich besitze eine Eigentumswohnung. Wer ist für die Dämmung zuständig?

Bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) wird unterschieden zwischen Gemeinschafts- und Sondereigentum. Das ist in der so genannten Teilungserklärung geregelt.

Das Dach ist zum Beispiel in der Regel Gemeinschaftseigentum, demzufolge ist die gesamte Hausgemeinschaft für die Dämmung zuständig. Und diese muss jetzt tätig werden: Ungedämmte oberste Geschossdecken (oder wahlweise das Dach) in Mehrfamilienhäusern müssen bis spätestens 31. Dezember 2015 nachträglich gedämmt werden.

Ist die Zentralheizung alter als 30 Jahre, muss auch sie erneuert werden, hiervon ausgenommen sind Niedertemperatur- oder Brennwertgeräte. Auch für diesen Heizungsaustausch ist die Hausgemeinschaft verantwortlich. Ausnahme: Die Wohnung verfügt über eine eigene Gastherme. Dann ist nur der Wohnungseigentümer zuständig.

2. Ich besitze ein Einfamilienhaus. Muss ich sanieren?

2. Ich besitze ein Einfamilienhaus. Muss ich sanieren?

Wenn Sie in Ihrem Haus schon im Februar 2002 wohnten: Nein.

Wenn Sie das Haus erst danach kauften, beziehungsweise selbst nutzten: Ja. Bis 31. Dezember 2015 müssen Sie zumindest Ihre oberste Geschossdecke oder alternativ Ihr Hausdach dämmen. Zusätzlich müssen Heizungsanlagen, die bis Ende 1984 eingebaut wurden, ausgetauscht werden (Ausnahme: Niedertemperatur- und Brennwertkessel).

3. Ich habe ein altes, ungedämmtes Haus geerbt. Muss ich den Altbau sanieren?

3. Ich habe ein altes, ungedämmtes Haus geerbt. Muss ich den Altbau sanieren?

Auch wer ein Haus erbt, ist laut EnEV zu einigen energetischen Sanierungsmaßnahmen verpflichtet. Dazu gehören:

  • - Dämmung der obersten Geschossdecke (wahlweise des nicht ausgebauten Dachs): Bei 1- und 2-Familienhäusern binnen zwei Jahren nach Erwerb – oder eben Erbfall –, bei Mehrfamilienhäusern bis zum 31. Dezember 2015.
  • - Austausch von mehr als 30 Jahre alten Heizungen, sofern diese keine Niedertemperatur- oder Brennwertgeräte sind: Bei 1- und 2-Familienhäusern binnen zwei Jahren nach Erwerb, bei Mehrfamilienhäusern wäre bereits der Vorbesitzer hierzu verpflichtet gewesen.
  • - Erstellung eines Energieausweises, sobald das Anwesen (oder eine Einheit) vermietet oder verkauft werden soll.

4. Ich bin erst seit kurzem Eigentümer und kann mir eine umfassende Sanierung nicht leisten. Welche Möglichkeiten habe ich?

4. Ich bin erst seit kurzem Eigentümer und kann mir eine umfassende Sanierung nicht leisten. Welche Möglichkeiten habe ich?

Möglichkeiten, die Sanierungspflicht zu umgehen, gibt es nur dann, wenn die geforderten Maßnahmen unwirtschaftlich sind. Auch denkmalgeschützte Häuser sind von der Pflicht ausgenommen.

Für manche Sanierungsarbeiten können zumindest Fördergelder beantragt werden, zum Beispiel in Form von zinsvergünstigten KfW-Krediten.

5. Das ungedämmte Dach eines Mehrfamilienhauses soll als Einheit verkauft und ausgebaut werden. Wer ist für die Dämmung zuständig, wer zahlt sie?

5. Das ungedämmte Dach eines Mehrfamilienhauses soll als Einheit verkauft und ausgebaut werden. Wer ist für die Dämmung zuständig, wer zahlt sie?

Im Allgemeinen ist das Dach Gemeinschaftseigentum. Ist es nicht gedämmt, muss die Eigentümergemeinschaft zumindest die oberste Geschossdecke nachträglich dämmen. Ist allerdings der Ausbau des Daches geplant, wäre diese Maßnahme sinnlos. Denn dann muss gemäß EnEV zwingend das Dach und nicht nur die Geschossdecke gedämmt werden, was in der Regel deutlich mehr kostet.

Ob diese Kosten dann nur vom Käufer des Rohdachbodens oder anteilig von der Wohneigentumsgemeinschaft getragen werden, sollte individuell geregelt werden. Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten die Verantwortlichkeiten jedoch schon im notariellen Kaufvertrag detailliert geklärt werden.

6. Ich vermiete eine Eigentumswohnung/mein Einfamilienhaus. Brauche ich einen Energieausweis?

6. Ich vermiete eine Eigentumswohnung/mein Einfamilienhaus. Brauche ich einen Energieausweis?

Ja. Auch hier gelten die unter (3) dargestellten Verpflichtungen: Sobald eine Wohneinheit vermietet wird, müssen schon in der Immobilienanzeige die Angaben des Energieausweises enthalten sein.

Ausnahme: Denkmalgeschützte Gebäude. Für diese gibt es keine Energieausweis-Pflicht.

7. Ich bin Mieter einer unsanierten Altbauwohnung. Muss der Hausbesitzer zwangsläufig sanieren? Und kann ich die Miete mindern, wenn der Vermieter seinen EnEV-Pflichten nicht nachkommt?

7. Ich bin Mieter einer unsanierten Altbauwohnung. Muss der Hausbesitzer zwangsläufig sanieren? Und kann ich die Miete mindern, wenn der Vermieter seinen EnEV-Pflichten nicht nachkommt?

Jein. Alte Fenster und ungedämmte Fassaden muss der Vermieter nicht energetisch sanieren. Erst wenn mindestens zehn Prozent der jeweiligen Fläche erneuert werden, ist er in der Pflicht.  Allerdings muss die oberste Geschossdecke beziehungsweise das Dach gedämmt sein. Über 30 Jahre alte, technisch veraltete Heizkessel muss der Vermieter austauschen lassen. Ausnahme: Sie sind Mieter in einem 2-Familienhaus, in dem der Eigentümer schon seit mindestens Februar 2002 wohnte: Dann ist er zu keinen Maßnahmen verpflichtet.

Kommt der Vermieter seinen Pflichten gemäß der EnEV nicht nach, so ist das zwar eine Ordnungswidrigkeit, aber zunächst kein Grund, die Miete zu mindern.

Anders kann das aussehen, wenn zum Beispiel eine Dachgeschosswohnung wegen einer fehlenden Dämmung im Winter nicht ausreichend beheizbar ist. Dann lautet der Minderungsgrund aber nicht „EnEV-Verstoß“, sondern „nicht ausreichend beheizbar“. Das ist unabhängig von der EnEV ein Wohnungsmangel.

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Kommentare (114)

Markus | 14.02.2014 07:48

Hallo,

 

ich bin durch einen Link auf diesen Artikel gestosen. Sehr informativ und hilfreich. Vom Inhalt her.

Ich möchte nur einen kleinen Tipp geben, habe selbst über Jahre Onlinemagazine betreut.

Ein Datum der Veröffentlichung bei der Überschrift würde hier hilfreich sein. So kann der Leser die aktuallität der Texte besser einstufen.


bauen.de Redaktion | 25.04.2014 15:19

Hallo Markus,

danke für deinen Kommentar. Aktuell ist bei unseren Artikeln nicht vorgesehen, das Veröffentlichungsdatum anzugeben. Dieser Artikel hier wird jedoch regelmäßig aktualisiert - zuletzt am 29. April 2014.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


bauerDE | 29.04.2014 17:33

Danke für diesen Artikel, man muss sich schon etwas einlesen, um sich in diesen Vorschriften-Dschungel zurecht zu finden. Dank Ihrer Seite inklusive dieses Artikels und der Hilfe vom Fachhändler bei um die Ecke hats aber hoffentlich letzten Endes zur Zufriedenheit aller gereicht :)


tanjataler | 27.08.2014 08:27

Hallo, meine Tochter ist in ein Altbau (3-Parteien) gezogen ( ca.1920) das Haus ist nicht gedämmt und besitzt noch Fenster aus 1977. Das Dach ist ebensfalls nicht gedämmt.

 

Ist der Hauseigentümer, der selbst in dem Haus wohnt, dazu verpflichtet, irgendetwas zu erneuern bzw. zu dämmen.

 

danke

tanja


Redaktion bauen.de | 27.08.2014 09:55

Hallo tanjataler,

 

Altbau-Eigentümer sind nicht gezwungen, ihr Haus umfassend energetisch zu sanieren - erst wenn sie größere Sanierungsarbeiten beauftragen, müssen diese den Vorgaben der EnEV entsprechen. Eventuell steht das Gebäude sogar unter Denkmalschutz, dann gelten wieder andere Vorgaben.

Liegt ein Energieausweis vor? Ein Altbau muss nicht zwangsläufig eine Energieschleuder sein...

 

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


steffi | 03.12.2014 16:55

hallo ich habe eine dachgeschosswohnung und einen sehr hohehn erniergieverbrauch es wird trotz höchster heizstufe nicht über 18 grad im winter wärmer in meiner wohnung mehrfach habe ich dieses bei meinem vermeiter bemängelt er jedoch weigert sich etwas zu tun und verbietet mir ebenfalls den dachboden mit steinwolle auszulegen

der erniergieausweis weist ebenso auf eine fehlende isolierung und einen enorm hohen verbrauch hin wo kann ich meinen vermieter melden?


Redaktion bauen.de | 05.12.2014 09:20

Hallo Steffi,

Altbau-Eigentümer sind - von den wenigen im Artikel genannten Ausnahmen - nicht verpflichtet, ihr Gebäude nachträglich umfassend energetisch zu sanieren. Allerdings muss eine Wohnung, unabhängig vom Sanierungsgrad, während der Heizperiode ausreichend beheizbar sein. Gerichte gehen hier in der Regel von einer Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad aus. Ist es nicht möglich, die Wohnung ausreichend zu beheizen, so liegt ein Mietmangel vor, der unter Umständen eine Mietminderung rechtfertigt. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, können wir aus der Ferne nicht beurteilen. Sollte Ihr Vermieter nicht kooperativ sein, wäre eine Beratung durch den örtlichen Mieterverein oder einen Rechtsanwalt ratsam.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Werner | 08.12.2014 18:42

Werner

Ich habe 2010 mein Reihenendhaus , Baujahr 1908, vermietet.

Benötige ich einen Energieausweis? Das Haus ist teilsaniert.

(Dach, Heizung, Fenster)

Viele Grüße und vielen Dank


Redaktion bauen.de | 09.12.2014 12:31

Hallo Werner,

erst bei Neuvermietung, Verkauf oder wenn größere Sanierungsarbeiten anstehen, benötigen Sie einen Energieausweis.

Theoretisch hätten Sie diesen jedoch bereits 2010 Ihrem neuen Mieter vorlegen sollen. Sollten sich daraus Unstimmigkeiten ergeben, wäre es sicher besser, einen Energieausweis erstellen zu lassen.

Langfristig werden Sie diesen sicher benötigen.

Beste Grüße

Ihre bauen.de-Redaktion


Helen | 19.12.2014 21:38

Hallo,

Zunächst ein großes Dankeschön für die vielen hilfreichen Infos auf Ihrer Seite.

Wir stehen allerdings trotzdem vor einem kleinem Problem und hoffe Sie können mir weiterhelfen.

Wir suchen seit einiger Zeit nach den eigenen 4 Wänden und da hat es uns nun eine wunderschöne alte (aber nicht denkmalgeschützte) Villa angetan, welche allerdings kommplett!!! sanierungsbedürftig ist. Neben dem Dach muss auch die komplette Fassade erneuert werden.

Soweit ich das bisher gesehen habe ist eine Außendämmung aber immer recht dick (6cm oder mehr) dadurch würden die wunderschönen alten Fensterverkleidungen und Zierelemente der Außenwand jedoch vollommen verloren gehen.

Wie soll man in so einem Fall vorgehen?

Eigentlich hatten wir eine Innendämmung mit Klimaplatten geplant. Allerdings glaube ich nun, dass dies laut Gesetzt nicht ausreichend ist? Oder hab ich da etwas missverstanden?

 

Vielen Dank für Ihre Antwort und beste Grüße


Helen | 21.12.2014 22:05

verzeihung ich vergaß zu erwähnen, dass wir die Innendämmung aus finaziellen Gründen erst Stück für Stück im Laufe der nächsten Jahre vornehmen können. dadurch scheint es mit der 2 Jahresfrist Probleme zu geben...


Lorred | 11.01.2015 15:00

Aber ist das nicht so, das viele Altbauhäuser kaputt gegangen sind nach einer Dämmung (Schimmel und so).

Überlegen die Brüssel nicht oder sind sie nur Geldblind (Gurke ist muss gerade sein)


Redaktion bauen.de | 12.01.2015 15:45

Lieber Lorred,

 

tatsächlich ist häufig zu lesen, dass durch eine Dämmung die Wand nicht mehr „atmen“ kann und sich so Schimmel bildet. Allerdings liegt dieser Annahme der Irrtum zugrunde, dass eine normale, ungedämmte Wand „atmet“, also Luft nach außen entweichen kann und umgekehrt von außen in die Wohnung eindringt.

 

Allerdings sind gerade viele ältere Gebäude nicht luftdicht, was bedeutet, dass durch undichte Rolladenkästen oder schlecht schließende Fenster Luft entweichen kann. Luftfeuchtigkeit aus dem Inneren verschwindet so von selbst, regelmäßiges Lüften ist fast nicht nötig, der Energieverbrauch ist aber immens hoch. Durch eine professionell angebrachte Dämmung wird Lüften dann natürlich zur Pflicht, denn die Luftfeuchtigkeit muss aus den geschlossenen Räumen verschwinden. Geschieht dies nicht, kann es unter Umständen zu Schimmel kommen. In der Praxis entsteht dadurch häufig der Eindruck, der Schimmel habe etwas mit der Dämmung zu tun – die eigentliche Ursache ist meist jedoch eher unzureichendes Lüften.

 

Viele Grüße

 

die bauen.de-Redaktion


Lenchen | 15.01.2015 10:36

Sehr informativer Artikel! :) Danke dafür... Hab zuvor nicht wirklich verstanden, wer laut EnEV verpflichtet ist, sein Haus zu dämmen.


Cordula | 25.01.2015 10:04

Hallo,

 

wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus von 1958 und der Vermieter hat im letztem Jahr die alten Raumluftheizungen gegen Zentralheizung erneuern lassen.Zudem wurde das Badezimmer und das Dach erneuert.

Jedoch ist es so ,dass das die alten Fenster nicht erneuert wurden die teils sehr undicht sind.

 

wodurch die Heizung ständig angeht und zu dem sich bei allen Mietern nun Wasser an den Fenstern sammelt.

Nun will der Vermieter die Mieter erhöhen mit der Begründung, dass ja das Haus dem neuzeitlichem Standard enspreche.

 

Das kann doch so nicht richtig sein ?

 

Lieben Gruß


Karsten Schade | 12.02.2015 08:33

Hallo,

tolle Seite. Vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich möchte ein Dachgeschoss sanieren und dort gebrauchte Dachfenster von 2003, mit einem Wärmewer von 1.4 einbauen. Darf ich das noch, wenn ich später vermieten will? Habe nirgends einen Hinweis gefunden, wo da die Grenze liegt.

Vielen Dank im voraus, MfG


Redaktion bauen.de | 12.02.2015 10:28

Sehr geehrter Herr Schade,

 

laut EnEV 2014 entspricht der von Ihnen genannte Wert den aktuellen Vorgaben. Die jeweils gültige Fassung der Energieeinsparverordnung finden Sie unter folgendem Link: www.bmwi.de/DE/Service/gesetze,did=23820.html. Weitere Informationen zu Ihrer Frage finden Sie in Anlage 3 des Gesetzestextes.

 

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


Pierre X. | 18.03.2015 15:25

Hallo,

 

habe eine Frage: Wohne in einem Altbau (insgesamt 7 Mietparteien), welcher dieses Jahr einen neuen Eigentümer bekommen hat, der nun verpflichtet ist, innerhalb von 2 Jahren den Dachboden zu dämmen. 11% der Kosten können auf die Mietparteien umgelegt werden. Der neue Eigentümer will aber auch neuen Wohnraum auf dem gesamten Dachboden schaffen, weswegen doch sowieso gedämmt werden müsste. Kann der neue Eigentümer die entstehenden Dämmkosten trotzdem auf alle Mietparteien mit 11% umlegen?

 

Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.


bauen.de-Redaktion | 19.03.2015 10:32

Lieber Pierre,

 

vielen Dank für Ihren Kommentar. Grundsätzlich können Eigentümer solche Dämmungsmaßnahmen auf den Mieter umlegen, die den Wohnwert verbessern oder die zu Energieeinsparungen führen. Im Gesetz gibt es keine Aussage dazu, ob das auch dann der Fall ist, wenn aufgrund einer neuen Wohnung unter dem Dachboden ohnehin gedämmt werden müsste – zumal in Ihrem Fall auch geklärt werden müsste, ob es in Ihrer Wohnung durch die Maßnahme zu Energieeinsparungen kommt. Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Wir empfehlen Ihnen, zur Klärung der Frage einen Mieterverein oder einen auf Mietrecht spezialisierten Rechtsanwalt zu konsultieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


timo | 03.04.2015 11:34

Hallo,

ich habe ein altes Fachwerkhaus

 

seit dez 2003 und es ist die geschossdecke nicht gedämmt auch habe ich keinen Energiepass

 

die Zwischendecke ist mit gestapften Lehm Stroh gemischverfüllt ca 30cm.

 

Muss ich jetzt Dämmen zu dem wer bezahlt es ich kann mir das nicht leisten.


Petra Hollbach | 04.04.2015 03:47

Hallo Redaktion, es wäre schön, Wenn Sie bei der Fassadenausbesserung angeben würden, dass eine Dämmmaßnahme erst nach Entfernen des Altputzes (>10%) notwendig ist. Wird auf den alten Putz neuer Putz (vielleicht auch mit zusätzlicher Dämmung) aufgebracht, so müssen die EnEV Werte nicht eingehalten werden. Da ist Ihre Fromlulierung mißverständlich.


stephanie | 04.04.2015 18:31

Hallo

Danke für die Informationen.

Habe das Haus meines Vaters übernommen.

Baujahr 1875. 3 Etagen mit je ca.70 qm .Das Dach und die Aussenwände wurden vor ca.25 neu gedeckt,bzw. neu verputzt. Werde nach und nach die Wohnungen herrichten.Geht nur Stock für Stock da wir selbst drin wohnen.Die Heizung wird jetzt ausgewechselt.Wir haben uns für eine Brennwertheizung entschlossen.Fenster werden auch nach und nach ausgewechselt.Sanierung haben wir nicht angemeldet.Machen alles selber.Müssen wir uns dann auch an diese 2Jahresregelung für die Dachbodendämmung halten? Ich muss dazu sagen dass wir einen sehr linken Kaminfeger haben,dem wir alles zutrauen.Kann er uns da irgendwie melden oder so?


bauen.de Redaktion | 08.04.2015 15:01

Hallo Timo,

Altbau-Eigentümer sind nicht gezwungen, ihr Haus umfassend energetisch zu sanieren - erst wenn sie größere Sanierungsarbeiten beauftragen, müssen diese den Vorgaben der EnEV entsprechen. Eventuell steht das Gebäude sogar unter Denkmalschutz, dann gelten wieder andere Vorgaben.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion


Redaktion bauen.de | 08.04.2015 15:03

Liebe Stephanie,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Ob Sie dämmen müssen oder nicht, hängt unter anderem davon ab, ob Ihr Haus ein Ein- oder Zweifamilienhaus ist. Von der Pflicht zur Dämmung ausgenommen sind nämlich Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäuser, die in mindestens einer der Wohnungen selbst wohnen. Zudem gibt es besondere Regelungen, falls Ihre Immobilie unter Denkmalschutz steht. Weitere Informationen dazu finden Sie im angehängten Artikel.

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


Bert | 12.04.2015 10:25

Liebes bauen.de Redaktionsteam, auf mehrfache Nachfrage anderer Leute haben Sie bisher oft auf die nicht zwingende Sanierung bei Altbauten hingewiesen. Detaillierter wüsste ich gern mehr zur Dachdämmung bzw. zur Dämmung der obersten Geschossdecke. Laut EnEV2009 müsste bereits bis 2011 jede neu vermietete Wohnung in einem >2-Parteienhaus unterm Dach gedämmt werden. In unserem Fall, einem 5-Parteienhaus, wir wohnen unterm Dach mit nicht gedämmten Dachschrägen, darüber ein kleiner nicht nutzbarer ungedämmter Dachboden der begehbar ist. Laut meinen Infos muss der Vermieter zwingend dämmen, und das bereits seit 2011. Mindestens die oberste Geschossdecke, das wäre für mich der Boden des begehbaren Dachbodens, wenn ich das richtig verstanden hab.

Offensichtlich gibt es viele solcher Beispiele wie auch obige Nachfragen vermuten lassen. Was bringt eine EnEV 20XY, wenn mit Bussgeldern bis 50.000Euro gedroht wird, aber in der Realität nichts passiert?

 

Danke, Gruss Bert


Silke | 16.04.2015 18:54

Hallo schönen guten Tag!

 

Sie schreiben: Ob Sie dämmen müssen oder nicht, hängt unter anderem davon ab, ob Ihr Haus ein Ein- oder Zweifamilienhaus ist. Von der Pflicht zur Dämmung ausgenommen sind nämlich Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäuser, die in mindestens einer der Wohnungen selbst wohnen.

 

Wir haben uns im Juli 2014 ein Haus aus dem Baujahr 1958 gekauft. Ein Energieausweis liegt vor. Wir wohnen allein in unserem Haus! Das Dach ist nicht gedämmt und die Wände oder besser gesagt die Fassade auch nicht und die Heizung ist von 1993!

Müssen wir jetzt innerhalb der zwei Jahres frist alles dämmen bzw. eine neue Heizung einbauen lassen?

Bei der Heizung gilt doch dann die 30 Jahre frist oder?

Wie gesagt wir wohnen selbst in dem Haus!

Oder brauchen wir dann eigentlich garnichts machen, weil wir ja selbst drin wohnen?

 

MfG

 

Silke


bauen.de-Redaktion | 17.04.2015 14:31

Liebe Silke,

 

von der Pflicht zur Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke sind lediglich Ein- und Zweifamilienhäuser ausgenommen, von denen der Eigentümer bereits im Februar 2002 eine Wohnung selbst bewohnt hat. Da Sie das Haus im Juli 2014 gekauft haben, dürfte diese Ausnahmeregelung in Ihrem Fall nicht zutreffen. Laut EnEV beträgt die Frist zur Dämmung zwei Jahre nach dem Besitzerwechsel.

Heizkessel, die im Jahr 1985 oder später eingebaut werden, dürfen dagegen erst nach dem Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden – ausgenommen sind die im Artikel genannten Heizkesselarten.

 

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


Daisy | 21.04.2015 11:48

Hallo,

 

Hier handelt es sich um ein Zweifamilienhaus mit zusätzlichem Appartement. Das Haus ist von 1957. Das Dach und die oberste Geschossdecke sind nicht gedämmt. Wenn der obere Besitzer seine Eigentumswohnung nun verkauft, wer muss dann die Kosten für die Dämmung tragen? Der Dachboden ist Gemeinschaftseigentum, d.h. gehören dem Eigentümer der EG Wohnung und der OG Wohnung. Der Eigentümer der EG. Wohnung wohnt bereits länger als 2002 in dem Haus.


Redaktion bauen.de | 28.04.2015 08:07

Hallo Daisy,

für gewöhnlich ist das Dach Gemeinschaftseigentum und daher die gesamte Eigentümergemeinschaft für die Dämmung zuständig.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Reay | 06.05.2015 23:15

Hallo,

Ich wollte mal wissen wie es aussieht.Ich habe im Jahr 2011 ein Einfamilienhaus gekauft.Nun wollen wir die Fassade aus optischen Gründen neu verputzen(selber)wir würden gerne auf den alten putz drüber putzen.Bin ich da verpflichtet zu dämmen?Denn der alte Putz hat keine Schäden.Sie nur furchtbar aus.


bauen.de-Redaktion | 08.05.2015 09:22

Liebe Reay,

 

vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Deutsche Institut für Bautechnik hat sich mit dieser Frage im Hinblick auf die EnEV 09 beschäftigt. Das Institut kam zu dem Schluss, dass im Fall einer Neuverputzung der Fassade nur dann nicht gedämmt werden muss, wenn weniger als zehn Prozent der Fassade erneuert werden – das ist auch bei jeder anderen Fassadenerneuerung der Fall. (Zu finden unter folgendem Link auf Seite 25, Nr. 2: www.dibt.de/de/Service/Data/EnEG_Staffel11.pdf) Ob das Neuverputzen einer intakten Fassade auch nach EnEV 2014 zutrifft, können Sie am besten direkt beim Deutschen Institut für Bautechnik erfragen. Kontaktadressen finden Sie unter www.dibt.de.

 

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


Thomas | 21.05.2015 19:12

Hallo,

 

ich möchte in der nächsten Zeit das Dach meines Einfamilienhauses (BJ. 1958) neu eindecken lassen. Momentan ist keine Dämmung vorhanden. Das neue Dach soll folgendermaßen aufgebaut sein:

- Unterspannbahn

- Konterlattung

- Dachlattung

- Dachziegel- oder Steine

Die Dämmung möchte ich dann zwischen den Sparren einbringen.

 

Nun ist es aber so, dass die Sparren nur eine Höhe von ca. 120 mm haben.

Zudem möchte ich die oberste Geschoßdecke auch noch dämmen.

 

Wird durch diesen Aufbau die EeNV in der neuesten Fassung erfüllt, oder sollte ich die Sparren auf doppeln lassen, dass die Dicke der Dämmung größer wird?

 

Vielen Dank!

 

MFG

 

Thomas

 


Andreas | 26.05.2015 17:41

hallo, wie verhält es sich, wenn man ein Einfamilienhaus Baujahr ca. 1960 nur teilweise zu lebzeiten des Alteigentümers übertragen bekommt, also nur Teileigentümer wird ? Der Alteigentümer wohnte bereits vor 2002 in diesem Haus und bleibt darin wohnen. Entstehen dann auch die im Atikel geschilderten Sanierungspflichten ?


Tanja | 27.05.2015 07:10

Hallo,

warum sagt mir der Dachdecker, dass eine oberste Geschossdeckensanierung nicht ausreicht, sondern das ganze Dache neu gemacht werden soll, sonst entspricht es nicht der ENEV? Schornsteinfeger sagt, eine oberste Geschossdeckensanierung ist ausreichend. Laut des Dachdeckers hält das ja noch gut 15 Jahren. Alles sehr widersprüchlich.


Redaktion bauen.de | 28.05.2015 09:45

Hallo Thomas,

 

vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Dämmpflicht ist laut EnEV erfüllt, wenn das Dach den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt. Ob das bei Ihrem Dach der Fall ist, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Dies ist unter anderem auch vom geplanten Dämmstoff abhängig. Um sicherzugehen wenden Sie sich am besten an einen Dachdecker oder Energieberater.

Als geübter Heimwerker können Sie die Zwischensparrendämmung übrigens auch selber machen. Wie das geht, können Sie im angehängten Link nachlesen.

Viel Erfolg beim Dachdämmen.

 

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Peter M. | 29.05.2015 14:01

Liebe Redaktion bauen.de,

 

vielen Dank für diesen Artikel und dass Ihr euch die Mühe macht, alle Fragen so umfassend und schnell zu beantworten. Auch ich habe ein Problem mit den neuen Anforderung der EnEV, mit dem ich nicht so recht vorankomme und bei dem mir mein Architekt des Vertrauens auch nicht weiterhelfen konnte.

Ich möchte ein Gewerbeobjekt, dessen alleiniger Mieter eine Tagesbetreuung für Behinderte ist, kaufen. Das Gebäude hat ein minimal isoliertes Flachdach, das sicherlich nicht den Mindestanforderungen der EnEV entspricht. Bin ich durch den Kauf verpflichtet, dieses Dach nachträglich zu dämmen? Sind Gewerbeobjekte wie Büroimmobilien auch vollständig an die nachträgliche Dämmpflicht gebunden?

 

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

 

Liebe Grüße,

 

Peter


Jürgen | 08.06.2015 13:38

Hallo,

 

meine Eltern haben 1971 gebaut, das Haus wurde mir 2004 übertragen.

Meine Eltern wohnen weiterhin dort, haben Wohnrecht solange sie leben und zahlen seither Miete an mich. Da mir das Haus nach 2002 übertragen wurde muss ich jetzt Dämmungsmaßnahmen vornehmen?


Thomas Berlin | 13.06.2015 12:58

An die Redaktion bauen.de,

 

vielen Dank für die sehr aufschlussreiche Seite :-)

 

Wir haben gerade eine Modernisierungsankündigung erhalten. Der Vermieter, der den typischen Berliner Altbau (4 Geschosse, Bj. ca. 1900) vor ca. 8 Jahren übernommen hat, will die Giebelseite dämmen.

 

Die Giebelseite ist seit Kriegsende komplett unverputzt,

Die Kosten (für Mineralfaserdämmung 12cm) für die ca. 300 qm werden hier mit ca. 80.000 Euro angesetzt (abzüglich ca. 10% Sanierung), was mir sehr hoch erscheint, wenn ich mir Ihre Beispielrechnung anschaue.

 

Fragen:

1. Da die Wand komplett unverputzt ist, muß nicht der Aufwand für einen "normalen" Putz (ohne Dämmung) als Sanierungsabzug angesetzt werden?

2. Die Kosten können leider nur auf 5 Mietparteien umgelegt werden (ca. 100-130 Euro/

Partei!):

Was geschieht, wenn 2/3tel der Parteien diese Kosten nach der Modernisierung nicht tragen können?

 

Haben Sie einen Tip für uns, wo wir uns vielleicht weiter informieren können?

 

Vielen Dank erst einmal fürs "zuhören" :-)

Gruß Thomas


Redaktion bauen.de | 17.06.2015 15:20

Hallo Jürgen,

vieler Dank für Ihren Kommentar. Laut EnEV ist es Pflicht, die ungedämmte oberste Geschossdecke oder wahlweise das ungedämmt Dach eines Altbaus nachträglich zu dämmen. Diese Pflicht gilt als erfüllt, wenn das Dach den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt. Wir empfehlen Ihnen, diesbezüglich einen Energieberater zu konsultieren.

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


A.Suess | 20.06.2015 06:49

Guten Tag,

Kompliment zu der informativen Seite und der guten Betreuung der Fragen.

Mein Fall:

WEG 7 Einheiten, Gebäude 1960, Zustand ursprünglich ohne bisherige Dämmmaßnahmen. Das Dach soll bis 2017 neu eingedeckt und einhergehend gedämmt werden.

Um der EnVe zum 01.01.2016 zu entsprechen wurde eine 7000€ Maßnahme der Spitzbodendeckendämmung auf Anraten des Hausverwalters beschlossen.

Gibt es rechtliche Möglichkeiten die Umsetzung der EnV zu verlängern, wenn umfangreichere Dämmmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt geplant/ggfs. Beauftragt sind?

In diesem Fall ist es die noch nicht ausreichende Höhe der Rücklagen der WEG, die eine fristgerechte Umsetzung verzögert.

Gruß a. süß

 

 

 


bauen.de-Redaktion | 23.06.2015 09:47

Sehr geehrter Herr Süß,

 

die EnEV schreibt vor, dass bisher ungedämmte oberste Geschossdecken nachträglich gedämmt werden müssen. Alternativ kann auch das bisher ungedämmte Dach gedämmt werden. Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit und können ein Bußgeld nach sich ziehen.

 

Ob sich diese Pflicht umgehen/herauszögern lässt, lässt sich aus der Ferne nicht einfach beantworten. Grundsätzlich gilt: Fehlendes Geld ist kein Grund, die gesetzlichen Pflichten nicht zu erfüllen. Vom Bundesgerichtshof stammt – in einem anderen Zusammenhang – der Ausspruch: „Geld hat man zu haben“.

 

Allerdings muss man den EnEV-Pflichten nicht nachkommen, wenn die Maßnahme nicht wirtschaftlich ist. In der EnEV, § 10 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden, Absatz 5 heißt es hierzu:

 

"Die Absätze 2 bis 3 sind nicht anzuwenden, soweit die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können."

 

Dafür, wie lange eine "angemessene Frist" ist, gibt es keine gesetzliche Regelung.

 

Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Diese erhalten Sie von einem Eigentümerverein oder einem Fachanwalt.

 

Mit den besten Grüßen

 

Ihre bauen.de-Redaktion


bernd 99 | 27.06.2015 11:23

Hallo

wie sieht es aus wenn ich den spitzboden selber mit einer dämmschicht versehe habe ich ja keine rechnung . und wo könnte man eine genaue schilderung bekommen wie es ausehen muss das es der energieverortnung entspricht?

mfg bernd


Christi | 08.07.2015 21:56

Guten Tag, wir wohnen im Obersten Geschoss (Albau) als Mieter, vom Dach trennt uns nur die Deckenwand.Wenn es draußen richtig warm ist da ist unsere Wohnung meist auf 30-38℃ warm,obwohl ich Nachts die Fenster offen habe und Morgens zeitig verschließe.Im Winter darf man die Heizung nicht ausmachen,Wohnung kühlt sofort aus.Das Dach ist ungedemmt und ist nur mit Schwarzer Dachpappe vesehen.Denke nicht das,das Gebäude unter Denkmalschutz steht..Wie kann ich Punkto,Schritt für Schritt handeln ohne das mir kosten entstehen?


bauen.de-Redaktion | 13.07.2015 14:21

Hallo Peter,

gemäß § 10 (3) der EnEV müssen auch Nichtwohngebäude, die jährlich mindestens vier Monate auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, Mindestanforderungen erfüllen.

 

Dabei gilt:

- Ist das Dach bereits gedämmt, so muss die Dämmung den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllen. In diesem Fall ist keine weitere Dämmung erforderlich.

- Wird der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 nicht erfüllt oder ist das Dach gar nicht gedämmt, so muss bis spätestens 31.12.2015 die oberste Geschossdecke bzw. das Dach so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient 0,24 Watt/(m²K) nicht überschreitet.

 

Sie sollten also überprüfen, ob die von Ihnen geschilderte minimale Dämmung bereits der DIN 4108-2: 2013-02 entspricht.

 

Beste Grüße

Ihre bauen.de-Redaktion


bauen.de-Redaktion | 13.07.2015 14:22

Hallo Andreas,

 

die EnEV-Verpflichtungen werden erst wirksam, wenn der Alteigentümer nicht mehr in dem Haus wohnt.

 

Beste Grüße

Ihre bauen.de-Redaktion


bauen.de-Redaktion | 13.07.2015 14:23

Hallo Thomas,

 

auch uns erscheinen die veranschlagten Kosten recht hoch. Dies könnte aber bauwerksbedingte Gründe haben, die aus der Ferne nicht abzuschätzen sind.

Bei rechtlichen Fragen empfehlen wir stets, sich an einen fachkundigen Rechtsanwalt oder an den Mieterverein zu wenden. Wir selbst dürfen keine Rechtsberatung bieten. Eventuell könnten Ihnen § 555 d BGB und § 559 BGB für eine erste Einschätzung hilfreich sein (http://dejure.org/gesetze/BGB/555d.html, dejure.org/gesetze/BGB/559.html).

 

Beste Grüße

Ihre bauen.de-Redaktion


bauen.de-Redaktion | 13.07.2015 14:42

Hallo Christin,

 

Altbau-Eigentümer sind – von den wenigen im Artikel genannten Ausnahmen – nicht verpflichtet, ihr Gebäude nachträglich umfassend energetisch zu sanieren. Allerdings muss eine Wohnung, unabhängig vom Sanierungsgrad, während der Heizperiode ausreichend beheizbar sein. Gerichte gehen hier in der Regel von einer Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad aus. Im Sommer sollten laut einem Urteil des Landgerichts Hamburg die 30 Grad nicht überschritten werden. Erfüllt die Wohnung die Ansprüche nicht, so liegt ein Mietmangel vor, der unter Umständen eine Mietminderung rechtfertigt. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, können wir aus der Ferne nicht beurteilen. Sollte Ihr Vermieter nicht kooperativ sein, wäre eine Beratung durch den örtlichen Mieterverein oder einen Rechtsanwalt ratsam.

 

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion


aninma | 17.07.2015 11:34

Hallo, ich habe vor, ein sehr altes Haus anzumieten, welches aber schon länger leer steht.

Im der unteren Ebene liegt feuchtes Gemäuer vor, scheinbar ausgehend vom Schornstein.

Die Nachbarn hatten vor 7 Jahren einen Wasserschaden und der Vermieter meine das käme immer noch daher und würde sehr lange dauern. Es ist quasi ein Reihenhaus.

Ich fragte nach einem Fachmann der genau prüft aber der Vermieter meint es liegt

nur am wenigen Luftdurchzug wegen Leerstand des Hauses seit Februar 2015.

Was kann ich tun, bzw. was meinen Sie?

 

Vielen Dank für die Antwort im vorraus


bauen.de-Redaktion | 20.07.2015 13:02

Hallo Annette,

bei Altbauten kommt es manchmal vor, dass der Keller Feuchteschäden aufweist. Das kann an einer fehlenden Abdichtung liegen, die Bauteile normalerweise vor Feuchtigkeit schützt, natürlich kann aber auch ein Wasserschaden der Auslöser dafür sein. Je nachdem, wie groß der Schaden ist, reichen kleinere Maßnahmen dann oft nicht mehr aus, um den Keller auf Vordermann zu bringen. Das bedeutet, dass der Keller saniert werden muss. Genaueres können wir aus der Ferne nicht beurteilen – Ihre Idee, einen Fachmann hinzuzuziehen hilft Ihnen aber bestimmt weiter. Er kann beurteilen, wie hoch der Schaden ist und was dagegen getan werden kann.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Olinala | 03.08.2015 12:21

Hallo, wir bewohnen ein eigenes Zweifamilienhaus Baujahr 1959. Das Haus ist nicht gedämmt. Nach einem Einbruch wollen wir jetzt in einem Teil des Hauses (Gartenseite) neue Fenster und Terrassentüren einbauen lassen. Was ist im Zusammenhang mit der EnEV evtl. zu beachten?

Ich habe irgendwo gelesen, dass sich aus dieser Änderung Anforderungen hinsichtlich Dämmung ergeben könnten? Fühle mich aber in diesem Vorschriften Dschungel ziemlich verloren und wäre für Hilfe dankbar.

Vielen Dank im Voraus


bauen.de-Redaktion | 05.08.2015 15:39

Hallo Olinala,

werden Fenster erstmalig eingebaut, ersetzt oder erneuert, muss ihr Wärmedurchgangskoeffizient gewisse Werte einhalten. Bei normalen Fenstern beziehungsweise Fenstertüren liegt der Höchstwert beispielsweise bei 1,3 W/(m²•K). Dieser Wert ist für gewöhnlich in den technischen Produkt-Spezifikationen der Fensterhersteller vermerkt. Beachten Sie bitte, dass für Sonderverglasungen andere Werte gelten.

Weitere Informationen finden Sie im angehängten Gesetzestext.

Beste Grüße und einen erfolgreichen Fenstertausch

Ihre bauen.de-Redaktion


andi640 | 09.08.2015 01:36

Hallo, es geht um die Dämmung der oberen Geschossdecke. Meine Mutti hat das Haus, in dem sie seit 1967 gemeinsam mit meinem Papa gemeinsam wohnte und bis heute immer noch wohnt, in 2013 von meinem Papa geerbt. Das Haus gehörte nur meinem Papa, dieser ist 2013 verstorben. Muss meine Mutti nach der EnEV 2014 die obere Geschossdecke dämmen lassen. Danke im Voraus andi640


Redaktion bauen.de | 12.08.2015 10:03

Hallo andi640,

die EnEV befreit jene von der Sanierungspflicht, die seit Februar 2002 in ihrem eigenen Haus wohnen. Das trifft auf Ihre Mutter zu. Streng genommen ist sie aber erst seit 2013 Eigentümerin und müsste als neue Eigentümerin sanieren. Leider ist uns kein ähnlicher Fall bekannt und wir wissen nicht, wie ein Gericht entscheiden würde. Eine Rechtsberatung dürfen wir nicht leisten.

Viele Grüße,

die bauen.de-Redaktion


Thomas | 14.08.2015 10:21

Hallo wir haben ein Haus von Bj. 1949 geerbt. ca. 80 qm. Wir selber wohnen ca. 50 km weit entfernt davon. Für uns stellt sich jetzt die Frage, verkaufen oder vermieten?

Im Haus ist eine ältere Ölkachelofenheizung verbaut. Es ist im ganzen Haus nichts isoliert, vor ca. 20 Jahren wurden neue Fenster verbaut. Was müssen wir beachten, wenn wir das Haus verkaufen, wegen Energieausweis ect? Oder, wenn wir vermieten wollen, welche Massnahmen müssen Energietechnisch von uns auf jedenfalls erfüllt werden, um dass wir es vermieten können? Vielen Dank für Ihre Rückantwort

 


bauen.de-Redaktion | 17.08.2015 10:25

Hallo Thomas,

grundsätzlich sind Sie verpflichtet, bei einem Verkauf oder einer Vermietung einen Energieausweis anfertigen zu lassen und diesen dem Interessenten zugänglich zu machen. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind allerdings denkmalgeschützte Immobilien.

Hinsichtlich notwendiger Sanierungsarbeiten können wir Ihre Frage aus der Ferne nur sehr allgemein beantworten. Die EnEV bietet einen weitgehenden Bestandsschutz – das heißt, bestimmte Sanierungen wie zum Beispiel eine Fassadendämmung sind nicht verpflichtend. Wird aber die Fassade ohnehin saniert (bzw. mindestens 10 Prozent der Fassadenfläche), so sind die Vorgaben der EnEV einzuhalten.

Pflicht ist jedoch die Dämmung der obersten Geschossdecke (oder wahlweise die Dämmung des nicht ausgebauten Dachs), wenn hier keine oder nur eine unzureichende Dämmung vorhanden ist. Ausgenommen sind hier nur Ein- und Zweifamilienhäuser, die schon längere Zeit von den Eigentümern selbst bewohnt werden. Findet ein Eigentümerwechsel statt, so muss dies binnen zwei Jahren nachgeholt werden.

Beste Grüße,

Ihre bauen.de-Redaktion


Leben2015 | 22.08.2015 17:15

Hallo liebes Team,

Habe nun einiges hier gelesen und bin gerade total überfordert. Ich möchte mir ein Eigenheim zulegen. Es handelt sich um ein Einfamilienhaus 140qm, Bj 1962. mir ist bewusst, dass ich Elektrik und heirkorper sowie Fenster erneuern muss. Nun gem der Bestimmungen, das Haus ist weder von außen noch ist das Dach gedämmt. Wenn ich das Haus kaufe, muss ich das Dach dämmen lassen? Auch hat es keinen Energiepass, den ich aber jetzt anfordern will auch die Wärmewertberechnung liegt nicht vor. Ich bin hin und her gerissen. Mir ist bewusst, dass ich was tun muss, aber wenn ich das Haus kaufe, muss ich umgehend das Dach dämmen lassen, sonst droht Bußgeld bis 50t€? Und man hat mir gesagt ab 2020 sei es Pflicht eine Aussendammung vor zu nehmen. Das sind natürlich nicht einkalkulierte Aspekte. Sollte ich doch besser einen Gutachter beauftragen nach Erhalt des Energieausweises? Das Haus steht in einem kleinen Ort, hier ist die Lebensqualität sehr hoch, aber es gibt kaum Wohnraum zu mieten oder kaufen und es wäre nach langem ein interessantes Objekt. Besten Dank für Ihre Hilfe und Einschätzung/Rat vorab! Viele Grüße


bauen.de-Redaktion | 24.08.2015 15:16

Hallo,

die EnEV sieht nach derzeitiger Rechtslage nur teilweise Nachrüstpflichten bei Bestandsgebäuden vor: Bei 1- und 2-Familienhäusern muss nach einem Eigentümerwechsel die oberste Geschossdecke (oder wahlweise das ungedämmte Dach) binnen zwei Jahren nachträglich gedämmt werden. Außerdem müssen mehr als 30 Jahre alte Öl- und Gasheizungen, die keine Niedertemperatur- oder Brennwertgeräte sind, ebenfalls innerhalb dieser Frist erneuert werden.

Keine Pflicht besteht hingegen, nachträglich die Fassade zu dämmen. Eine solche Pflicht gibt es nur dann, wenn mindestens zehn Prozent der Fassadenfläche ohnehin erneuert werden. Hinsichtlich des Energieausweises ist der Verkäufer verpflichtet, Ihnen diesen vorzulegen.

Bitte beachten Sie außerdem, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Bei weiteren Fragen kann Ihnen ein Gutachter sicherlich weiterhelfen, aber auch ein Energieberater kann verlässliche Auskunft geben.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion


Franzi | 09.09.2015 17:23

Hallo liebes Team,

seit dem Jahr 2000 bin ich Miteigentümer eines EFH , Baujahr 1969. Durch einen familiären Todesfall bin ich nun Miteigentümer zu 1/2. Ich beabsichtige die zweite Hälfte nun dazuzukaufen, so dass ich Alleineigentümer bin. Da ich das Haus nicht selbst bewohnen werde stellt sich für mich die Frage, inwieweit die ENEV hier überhaupt greift, da ich ja bereits vor 2002 Miteigentümer war? Inwieweit muss auch saniert werden, wenn z. B. meine Schwiegereltern in dem Haus zukünftig leben? Gibt es bei familiärer Überlassung ggf. andere Vorschriften? Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen, Franzi


bauen.de-Redaktion | 10.09.2015 15:53

Liebe Franzi,

die Ausnahme von den Sanierungspflichten der EnEV gilt nur, wenn Sie ausreichend lange Eigentümer waren, wenn sich maximal zwei Wohnungen im Gebäude befinden und wenn Sie die Immobilie selbst bewohnen. So, wie Sie die Situation beschreiben, treffen nur die ersten beiden Voraussetzungen zu. Die Sanierungspflicht gilt also – das Gesetz macht da auch bei Familienangehörigen keine Ausnahme. Sprechen Sie am besten mit einem Energieberater. Wenn die Geschossdecke oder das Dach den Anforderungen entspricht, brauchen Sie nichts zu tun.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion


evar | 24.09.2015 18:57

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe in einem Wohn- und Geschäftshaus von 1984 eine Dachdämmung vornehmen lassen. Welche Flächen muss ich für die Umlage der Kosten nach § 559 II einsetzen ? Bewirtschaftetes Erdgeschoss - ja; bewohntes Obergeschoss - ja; aber unbewohnter und nicht mit Heizkörpern versehener Dachboden auch ? Wie ist es mit ungenutzten Kellerräumen ?


bauen.de-Redaktion | 25.09.2015 14:17

Hallo evar,

Sie können die Kosten für die Dachdämmung anteilig auf die Wohnfläche umlegen. Das Gesetz spricht in Paragraph 559, Absatz 3 von „angemessenen“ Kosten für die einzelnen Wohnungen. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Informieren Sie sich am besten zusätzlich bei einem Vermieter- oder Eigentümerverein.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion


Lelis | 10.10.2015 21:22

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus mit 6 Parteien angeschaut, Bj 1960. Die oberste Geschossdecke ist nicht gedämmt. Die Tatsache, dass es bis Ende 2015 gemacht werden muss ist zwar den Eigentümern bekannt, allerdings haben sie sich bisher einstimmig dagegen entschieden. Offizielle Argumentation lautet, dass sie bis zu nächsten Ausbesserungsarbeiten am Dach warten wollen. Dies kann allerdings noch dauern. Die nicht offizielle Erklärung dafür ist, dass die Altersstruktur der meisten Bewohner eher fortgeschritten ist und es sich für sie einfach nicht rentiert. Und nun die Frage: Wie geht man in einem solchen Fall vor, wenn man die oberste Geschossdecke sanieren will? Vor allem, weil die besagte Wohnung direkt unten drunter ist. Zwingen kann man sie wohl nicht. Und sollte es zum Bußgeld kommen, verteilt sich das trotzdem auf alle, auch auf die, die der Sanierung zugestimmt haben und einfach nur überstimmt wurden? Wie geht man hier am besten vor?

Vielen Dank und schöne Grüße


Ilja | 15.10.2015 22:22

Hallo

Meine Frau und ich haben uns letzte Woche ein Haus gekauft ( Baujahr 1953) wie folgt aufgeteilt

Keller, Wohnung ( Eigenbenutzung), Wohnung ( vermietet) Dachgeschoss.

Weder der Keller, Außenfassade, noch das Dachgeschoss sind gedämmt. Wir haben nur überall neue Fenster einbauen lassen.

Müssen wir jetzt alles dämmen??

Vielen Dank im vorraus

Mfg


bauen.de-Redaktion | 16.10.2015 08:59

Lieber Ilja,

 

vielen Dank für Ihren Kommentar. Laut EnEV ist es Pflicht, die ungedämmte oberste Geschossdecke oder wahlweise das ungedämmte Dach eines Altbaus nachträglich zu dämmen. Allerdings müssen längst nicht alle alten Dächer oder Geschossdecken gedämmt werden. Laut EnEV gilt die Pflicht zur Dämmung als erfüllt, wenn das Dach den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt. Es empfiehlt sich, dies von einem Energieberater überprüfen zu lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion

 


Ottin | 20.10.2015 08:23

Hallo,

wir wollen eine 2-geschossige Doppelhaushälfte kaufen.

Das Obergeschoss ist in Eigenleistung vor 2 Jahren gedämmt worden.

(wird eine Unternehmererklärung benötigt?)

Die Heizung ist von 1992.

Der jetztige Besitzer wird Mieter und auch noch ein Jahr wohnen bleiben .

Ein Energieausweis liegt nicht vor, kann man im gegenseitigen Einverständnis darauf verzichten ?

Müssen wir einen Energieausweis vorlegen wenn der Verkäufer zum Mieter wird?

 

Freundliche Grüße

 


bauen.de-Redaktion | 21.10.2015 11:56

Hallo Ottin,

aus der Ferne lässt sich Ihre Situation leider nicht genau beurteilen. Grundsätzlich gibt es gemäß EnEV die Verpflichtung, die oberste Geschossdecke – oder wahlweise das Dachgeschoss oberhalb der obersten Geschossdecke – zu dämmen. Wurde diese Arbeit von einem Unternehmen gemacht, muss der Verkäufer eine Unternehmererklärung vorlegen. Sollte diese nicht vorliegen, lassen Sie sich vom Verkäufer am besten zusichern, dass das Dach EnEV-gemäß gedämmt wurde. Fragen Sie ihn außerdem nach den verwendeten Dämmmaterialien.

Der Verkäufer ist auch dazu verpflichtet, einen Energieausweis erstellen zu lassen. Diesen muss er dem Käufer spätestens bei der Wohnungsbesichtigung zeigen.

In so einem speziellen Fall ist es empfehlenswert, zusätzlich einen Baurechtsexperten zu Rate zu ziehen, der die Situation rechtssicher beurteilen kann.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion


Brudermike | 12.11.2015 15:18

Hallo zusammen,

 

ich erwerbe in kürze ein Haus aus 1880.

Das Eigentum geht kurz nach Weihnachten auf mich über.

Das Dachgeschoss muss gedämmt werden.

 

Nun habe ich zwei Fragen:

1. Es muss eine Dämmung bis zum 31.12.2015 vorliegen, wie soll das bitte schön gehen? Es gab doch auch eine Frist innerhalb von 2 Jahren nach Erwerb. Wie lange habe ich dafür Zeit?

 

2. Geht es um die Unternehmerbescheinigung.

Ich möchte mein Dach selber dämmen, wie es die meisten Hobbyhandwerker machen :)

Nun ist die Frage, wie ich das Nachweisen kann, wenn eine Kontrolle stattfindet.

 

Vielen Dank und liebe Grüße

 

Mike

 


bauen.de-Redaktion | 13.11.2015 11:10

Hallo Mike,

wenn Sie ein Haus kaufen, müssen Sie die oberste Geschossdecke innerhalb der ersten zwei Jahre dämmen, wenn diese nicht den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht. Wenn Sie die Dämmarbeiten aber vor dem 31.12.2015 erledigen, sind die Werte, die Sie einhalten müssen, geringer als 2016. Ab dem neuen Jahr werden die Richtlinien nämlich verschärft.

Wenn Eigentümer ihr Dach in Eigenleistung dämmen, nennt die EnEV keine explizite Regelung dafür, ob und wer eine Unternehmerbescheinigung ausstellen muss. Daher empfehlen Experten, die eigenen Arbeiten genau zu dokumentieren und alle relevanten Informationen und Werte (z.B. erreichter U-Wert, Dämmstoff, Dämmdicke) zusammenzuschreiben und aufzuheben.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


glueckstag | 15.12.2015 13:43

Hallo!

Ich bin vor dem Jahr 2002 in ein Eigentumshaus und zwar mit einem Viertel Anteil seit 1998 eingezogen. Der Haupteigentümer ist mittlerweile verstorben. Im Jahr 2003 erfolgte eine Übertragung zu 3/4 an meiner Tochter.

Ist eine Dachdämmung erforderlich?

Vorab schon einmal vielen Dank.

Mit freundlichem Gruß

glueckstag

 


bauen.de-Redaktion | 16.12.2015 16:05

Hallo Glueckstag,

die EnEV schreibt in Abschnitt 3, Paragraph 10, Absatz 4 vor, dass bei einem Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 die Vorgaben der Energieeinsparverordnung erfüllt werden müssen. Ob dies auch bei einem nur anteiligen Eigentümerwechsel der Fall ist, bleibt offen. Da wir keine Rechtsberatung leisten, raten wir Ihnen, sich an einen Eigentümerverband oder direkt an einen Fachanwalt zu wenden.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


dasbinich | 20.12.2015 11:52

Hallo zusammen,

ich besitze ein Zweifamilienhaus aus dem Jahr 1958. In 1985 ist umfangreich renoviert und angebaut worden (aus einem Einfamilienhaus wurde ein Zweifamilienhaus). Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde das Altbaudach von innen zwischen den Sparren eine 12cm dicke Dämmung eingebracht, zusätzlich wurde von innen in einer Konterlattung 2cm Styropor eingebracht, darauf Rigipsplatten.

Ich möchte nun die Dachpfannen des Altbaus und eventuell auch des Anbaus austauschen (Dammung im Anbau wie im Altbau nur 14cm Dämmung zwischen den Sparren). Neben einer Zentralheizung stehen in den beiden Wohnungen große Grundöfen, die Verbrennungsluft benötigen und für deren Funktion daher eine Dämmung nach neuesten Vorschriften unsinnig wäre.

Muss ich im Zuge der Sanierung die alte Dämmung ausbauen und und eine neue einbauen, die - um neuesten Vorschriften zu erfüllen - dann im Altbau ca. 2cm dicker ausfällt? Hier würde nach meiner Einschätzung der finanzielle Aufwand in keinem Verhältnis zur Energieeinsparung stehen. Die Grundöfen lassen sich sowieso nicht richtig steuern. Wenn ich 2 Stücke Holz zuviel auflege, muss ich die Temperatur mit der Balkontür regeln.

Kann ich die Vorschrift umgehen, indem ich die Renovierung der Dachfläche in mehrere kleine Abschnitte beauftrage?


bauen.de-Redaktion | 22.12.2015 09:03

Lieber dasbinich,

 

laut EnEV ist es für Immobilieneigentümer Pflicht, die obersten Geschossdecken zu dämmen, wenn diese nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108: 2013-02 erfüllen. Wahlweise kann auch das darüber liegende Dach gedämmt werden. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer bereits im Februar 2002 eine selbst bewohnt hat, sind von den Pflichten zur Dämmung zunächst ausgenommen. Hier wird die Dämmung erst nach einem Eigentümerwechsel fällig.

 

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


Hannah | 29.12.2015 12:15

Hallo, ein Dankeschön auch von mir für diese Informationen. Nun gilt ja ab 2016 eine neue, verschärfte Verordnung. Wir haben einen alten, derzeit unbewohnten Bauernhof. Gelegentlich halten wir uns an den Wochenenden dort auf. Es gibt noch Öfen und uralte Fenster. Wir würden gerne in abesehbarer Zeit dort wohnen und wären auch mit dem wenigen Komfort zufrieden. Müssen wir trotzdem sanieren, auch wenn wir es nicht wollen? Gelten die Regelungen auch, wenn wir keine Firmen beauftragen, sondern selber bauen (Wir haben dies mal gelernt)?


bauen.de-Redaktion | 29.12.2015 12:51

Liebe Hannah,

laut Energieeinsparverordnung ist es Pflicht, die ungedämmte oberste Geschossdecke oder Wahlweise das ungedämmte Dach eine Altbaus nachträglich zu dämmen. Diese Pflicht gilt als erfüllt, wenn das Dach den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt. Wir emfpehlen Ihnen, diesbezüglich einen Energieberater zu konsultieren. Die Sanierungspflichten nach EnEV müssen auch erfüllt werden, wenn die Eigentümer selbst renovieren beziehungsweise bauen.

 

Steht das Gebäude allerdings unter Denkmalschutz, ist es von den Regelungen ausgenommen.

 

Die Verschärfungen der EnEV 2016 betreffen hauptsächlich Neubauten. Näheres zur EnEV 2016 erfahren Sie im angehängten Artikel.

 

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


tom | 01.01.2016 20:10

Wir haben 2010 eine kleine Gewerbeeinheit im EG eines 3 Familienhauses (Altstadthaus Bj 1920 und Renovierung 1992) erworben. An der Westseite des Gebäudes bröckelt großflächig Außenputz ab, welcher dringen erneuert werden sollte. Dies dürfte dann unter die EnEV fallen und gedämmt werden müssen, oder? Was ist mit den restlichen Außenseite? Muss man diese auch (mit) dämmen? An der Nordseite wird dies gar nicht möglich sein, da hier mit Abstand von 30 cm die Wand vom Nachbarhaus kommt. Zudem befinden sich in allen Einheiten (Wohnungen + Gewerbe) Gas-Einzelöfen zum Heizen (ewig alt) Müssen diese dann jetzt auch sofort gegen neue Zentralheizung oder Gas-Etagenheizungen ausgetauscht werden?


bauen.de-Redaktion | 04.01.2016 10:24

Lieber Tom,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage. wenn ein Hausbesitzer mehr als zehn Prozent seiner Fassadenfläche erneuern lässt, muss er die Fassade laut EnEV in ihrer Gesamtheit dämmen. Bestimmte ältere Heizkessel müssen laut EnEV ebenfalls ausgetauscht werden. Dies gilt für alle Heizkessel, die bis Ende des Jahres 1984 eingebaut werden. Heizkessel, die dagegen im Jahr 1985 oder später eingebaut wurden, dürfen nach einem Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Es gibt aber Ausnahmen: Hausbesitzer dürfen Niedrigtemperatur-Heizkessel, Brennwert-Heizkessel und Heizungsanlagen mit einer Nennleistung unter vier Kilowatt oder über 400 Kilowatt weiterhin betreiben. Wie immer gilt: Ziehen Sie im Zweifel eine Rechtsberatung in Betracht.

 

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion


Peter | 27.01.2016 17:24

Hallo,

 

ich bin gerade zufällig auf diese Homepage gestoßen und finde sie sehr informativ!

 

Wir haben im Jahre 2012 ein altes Einfamilienhaus (Bj. 1958) gekauft und zum großen Teil saniert:

- Heizung und –anlage neu

- Wasser/Abwasser neu

- Bad neu

- Elektrik neu

- 3 x Fenster neu

- Rollladen neu

- 2 x Türen neu

- Kelleraußenisolierung und –dämmung neu

- und viele andere Kleinigkeiten

 

Was wir nicht bzw. noch nicht gemacht haben, ist:

 

- vier weitere alte Fenster > jedes Jahr (ab 2016) soll ein Fenster erneuert werden

- Fassade (da mit schönen Riemchen verklinkert), wollen wir auch nicht dämmen

- Dach und oberste Geschossdecke (zur Zeit gar keine Dämmung)

 

Das Dachgeschoss wird in Moment nicht genutzt. Wir möchten es jedoch in der Zukunft (in ca. 3 – 4 Jahren) ausbauen und natürlich dämmen. Aus finanziellen Gründen schaffen wir es nicht früher. Habe ich es richtig verstanden, dass wir jetzt mit einem Bußgeld von bis zu 50.000,- EUR rechnen müssen?

 

Beste Grüße

Peter

 


Francesco | 30.01.2016 11:33

Situation: 6 Eigentumswohnungen in Altbau ohne Fassadendämmung. 3 vermietet, 3 von Eigentümern selbst genutzt.

Es sollen eigentlich NUR die Fenster von 1982 ausgetauscht werden (< 1,3 Uw).

Frage: Müssen nun ab 2016 auch Dämmarbeiten an der Fassade erfolgen?


bauen.de-Redaktion | 01.02.2016 15:54

Hallo Francesco,

wenn nur die Fenster ausgetauscht werden, muss die Fassade in der Regel nicht gedämmt werden.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


bauen.de-Redaktion | 02.02.2016 08:41

Hallo Peter,

die EnEV schreibt vor, dass Sie langfristig entweder das Dach oder die oberste Geschossdecke dämmen müssen, sofern Ihr Dach nicht bereits die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllt. Dies kann ein Energieberater vor Ort überprüfen.

Da Sie eh einen Dachausbau planen, bietet es sich an, dass Sie direkt das Dach und nicht die oberste Geschossdecke dämmen, auch wenn das günstiger wäre. Wie Sie eine Zwischensparrendämmung in Eigenleistung durchführen, lesen Sie im angehängten Artikel.

Erfüllt Ihr Haus die EnEV-Anforderungen nicht, kann in der Tat ein Bußgeld fällig werden.

Beste Grüße

Die bauen.de-Redaktion


Dieter | 04.02.2016 14:41

Hallo, wir müssen ein Reihenhaus mit 3 Etagen verkaufen (Sozialamt). Das Haus wurde 1875 gebaut, im Krieg zu ca. 50% zerstört und 1952 wieder fertiggestellt. Das Dach wurde 1994 gedämmt, eine Fernheizung 1993 eingebaut. Eine Hausfront ist ab der 1. Etage 1995 gedämmt. Frage: müssen wir für den Verkauf einen Energiebedarfsausweis haben?

 


Dieter | 05.02.2016 15:21

Frage war nicht korrekt gestellt: müssen wir vor dem Verkauf noch weitere Baumaßnahmen durchführen, mit einen Energieausweis zu erhalten?


bauen.de-Redaktion | 05.02.2016 15:29

Hallo Dieter,

wenn Sie Ihr Haus verkaufen, brauchen Sie immer einen Energieausweis. Diesen müssen Sie dem Interessenten spätestens beim Besichtigungstermin vorzeigen. Bei Energieausweisen unterscheidet man zwischen dem Verbrauchsausweis und dem Bedarfsausweis.

Für Häuser, für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist meistens der bedarfsorientierte Ausweis vorgeschrieben. Ausnahme dabei sind Häuser, die später noch einmal nach den Wärmeschutzverordnung vom gleichen Datum modernisiert wurden. Hier genügt auch ein verbrauchsorientierter Energieausweis. Ob das bei Ihrem Haus durch die vorgenommenen Dämmungen der Fall ist, kann nur ein Fachmann vor Ort beurteilen.

Beide Ausweisarten können Sie übrigens auch online beantragen. Alle Informationen dazu finden Sie auf immowelt.de über den angehängten Link.

Beste Grüße

Die bauen.de-Redaktion


Shilanova | 06.02.2016 10:13

Wir möchten einen Bungalow Baujahr 1972 mit Flachdach kaufen. Der Eigentümer bewohnt diesen seit 2009 selbst. Hätte er das Dach nach EnEV bereits dämmen müssen oder müssten wir das im Zuge der Erneuerung der Abkantungen (sind lt. Dachdecker defekt) machen? Und ist der Eigentümer verpflichtet uns einen Energieausweis vorzulegen? Er behauptet nämlich das er das nicht ist.

 


bauen.de-Redaktion | 08.02.2016 17:46

Hallo Shilanova,

gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) muss ein Eigentümer die oberste Geschossdecke nicht dämmen, wenn er das Wohngebäude bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat. Nach einem Verkauf muss jedoch der neue Eigentümer innerhalb von zwei Jahren die Auflagen der EnEV erfüllen und Dach oder Geschossdecke dämmen.

Bei einem Verkauf muss der Eigentümer immer einen Energieausweis vorlegen – und zwar spätestens beim Besichtigungstermin. Ausgenommen davon sind nicht dauerhaft genutzte Gebäude.

Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen und die Situation aus der Ferne nur bedingt einschätzen können.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


Heino | 06.03.2016 09:18

BUßGELD PANIKMACHE ! Reißerischer kann man einen solchen Artikel wohl gar nicht mehr aufmachen, als ihren hier. Mit der MÖGLICHEN Bußgeldandrohung wird von ganz bestimmten Interessengruppen (z.B. aus den Abteilungen: Fassade-, Heizungsbau, etc.) pauschal Druck gemacht. Doch die meisten Häuslesbesitzer im 1-2 Fam. Haus sind von den Auflagen ja gar nicht betroffen. Von mir nur soviel: meine Hausfassade wird dieses Jahr neu gemacht. Selbstverständlich ohne eine bauphysologisch sehr problematische nachträgliche Wärmedämmung. Das 1 : 100.000 Risiko eines Bußgeldes gehe ich gerne ein. Bitte hören Sie auf, die Leser dieser Seite derart zu verunsichern. Das ist nicht Seriös, sondern billige Lobbyarbeit !


Marlen | 06.03.2016 13:10

Schönen guten Tag

Wir haben mehrere Mängel in unserer neuen Wohnung.

Es ist ein Mehrfamilienhaus /Altbau von 1910.

Wir wohnen im Dachgeschoss, haben aber noch einen dachstuhl über uns. Wir können heizen wie wir wollen und es zieht ständig wieder raus. Es ist keine dachdämmung vorhanden wir haben nach gesehen. Sind aber die Vermieter nicht seit Ende 2015 verpflichtet dies zu beheben?

Dem Eigentümer gehört dieses Haus jetzt seit 2 Jahren, kann uns keine Dämmungspapiere vorlegen.

 

Dann gibt es Probleme mitdem Wasser. Wenn mein Partner duschen geht und ich in der Küche den wasserhahn öffne steht er in eiskaltem oder brühwarmen Wasser. Das darf doch nicht sein?


bauen.de-Redaktion | 08.03.2016 12:05

Hallo Heino,

danke für Ihr Feedback. Die EnEV 2014 regelt im Paragraph 27, dass etwaige Verstöße mit einem Bußgeld geahndet werden können. Mit diesem Artikel informieren wir unsere Leser, ob – und vor allem wann – dieses Bußgeld gemäß der Energieeinsparverordnung fällig sein könnte.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


bauen.de-Redaktion | 08.03.2016 12:28

Hallo Marlen,

aus der Ferne lässt sich Ihre Situation leider nur bedingt beurteilen. Grundsätzlich sind Eigentümer verpflichtet, die oberste Geschossdecke oder wahlweise das Dach gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu dämmen. Laut dieser Verordnung wäre der Eigentümer auch beim Einzug verpflichtet gewesen, Ihnen beim Besichtigungstermin einen Energieausweis vorzulegen.

Nach er Norm DIN 4701 beträgt die Mindesttemperatur, die der Vermieter in der Regel gewährleisten muss, bei Wohn- und Schlafräumen sowie Küchen 20 Grad Celsius. Falls Sie diese Temperatur nicht erreichen oder weitere Wohnungsmängel derart schwerwiegend sind, wäre es ratsam, sich bei einem Mieterverein zu erkundigen, ob Sie ein Recht auf Mietminderung haben.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


BeateH | 19.03.2016 21:31

Hallo,

 

auch ich habe eine Anfrage. Ich wohne seit 3 Jahren in einem voll vermieteten Zweifamilienhaus mit Flachdach.

2014 gab es einen Wasserschaden in meiner Wohnung. Danach wurde das Dach wieder repariert. Der Dachdecker bestätigte mir, dass das Dach nicht gedämmt ist.

Daher gehe ich davon aus, dass das Dach lt. EnEV noch energetisch gedämmt werden muss. Der Eigentümer hat nie in diesem Gebäude gewohnt, es ist für ihn ein reines Anlageobjekt. Wie kann ich eine Dämmung verlangen?

 

Grüße aus Bochum

 


Hannoveraner | 20.03.2016 19:21

Frage: Wir wohnen als Mieter einer 3-Fam.-Hauses aus 1929 im EG direkt über dem Keller mit ungedämmter/unisolierter Zwischendecke - es ist immer Fußkalt und da die Außenwände eine höhere Feuchtigkeit (über 60 %) aufweisen haben wir neben hohen Heizkosten (alte Ölheizung) häufig Erkältungskrankheiten. Die auswärts wohnende neue Eigentümerin (seit 2015) möchte nichts investieren, "da es halt ein altes Haus ist" - kann man aus der Rechtslage auch eine Pflicht zur Dämmungt/Isolierung einer Kellerdecke ableiten? Im Keller haben die Eigentümer nämlich in jedem Raum ein Fenster entfernt, damit ein besserer Luftaustausch gewährleistet sei (häufigere Wasserschäden) - dadurch ist es dort stets superkalt.


bauen.de-Redaktion | 21.03.2016 09:49

Hallo Beate,

grundsätzlich sind Eigentümer verpflichtet, eine Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches vorzunehmen. Ist das bei Ihnen nicht der Fall empfiehlt es sich erst einmal, das Gespräch mit dem Eigentümer zu suchen.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


bauen.de-Redaktion | 21.03.2016 10:00

Hallo Hannoveraner,

grundsätzlich ist die Eigentümerin gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) verpflichtet, wahlweise die oberste Geschossdecke oder das Dach zu dämmen sowie über 30 Jahre alte Heizkessel auszutauschen.

 

Ihre Wohnung muss außerdem nach der Norm DIN 4701 eine Mindesttemperatur aufweisen, die der Vermieter in der Regel gewährleisten muss. Diese beträgt bei Wohn- und Schlafräumen sowie Küchen 20 Grad Celsius. Falls Sie diese Temperatur nicht erreichen oder weitere Wohnungsmängel derart schwerwiegend sind, wäre es ratsam, sich bei einem Mieterverein zu erkundigen, ob Sie ein Recht auf Mietminderung haben. Davor sollten Sie Ihre Vermieterin aber noch einmal zu Nachbesserungen auffordern.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


Dennis E. | 23.03.2016 17:57

Guten Tag,

 

vielen Dank erstmals, für die tollen Informationen. Auch ich hätte da eine Frage ;)

 

Ich habe ein Reihenmittelhaus Bj. 1964 geerbt. Bei diesem würde ich gern die rückwärtige Aussenwand mit einer hinterlüfteten Holzfassade verkleiden (Putz müsste ansonsten erneuert werden + Anstrich) allerdings ohne Dämmung, sprich Wand -->Lattung-->Holzfassade.

 

Kann ich dieses einfach so machen, oder muss ich, da der Putz erneuert werden muss komplett dämmen?!

 

Beste Grüsse

 

Dennis


bauen.de-Redaktion | 24.03.2016 15:22

Hallo Dennis,

die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt vor, dass bei einer Erneuerung der Fassade gleichzeitig der Wärmeschutz mit einer Fassadendämmung verbessert werden muss. Eine Fassadenverkleidung mit Platten oder Verschalung zählt in der Regel als Erneuerung. Wenn Sie Ihr Haus also mit einer Holzfassade verkleiden möchten, müssten Sie die vorgeschriebenen Werte der EnEV daher erreichen.

Auch wenn der Außenputz erneuert wird, fällt die Maßnahme unter die EnEV – allerdings nicht, wenn nur Ausbesserungen vorgenommen werden oder neuer Putz und Farbe auf den vorhandenen Außenputz aufgetragen werden. Vielleicht wäre das eine Alternative für Sie.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


Ralf Bronner | 26.03.2016 09:13

Hallo, ich habe gerade ein Haus gekauft.

Die Ölheizung ist von 1970.

Diese muss ich ja nun binnen 2 Jahren tauschen.

Kann ich hierfür eine KFW Förderung in Anspruch nehmen?

Habe bei KFW430 gelesen die Förderung gibt es nur wenn keine Austauschpflicht besteht.

(Der außer Betrieb genommene Wärmeerzeuger unterliegt nicht der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 EnEV)

 


H. Keller | 26.03.2016 11:44

Ich bin Mieter eines Reihenhauses. Das Dachgeschoss ist nicht gedämmt. Der Eigentümer bewohnte das Haus bereits vor dem Jahr 2002. Da der Eigentümer inzwischen verstorben ist, wurde das Haus vererbt. Der Erbe, Sohn des Eigentümers, führt den Mietvertrag fort. Ist dieser verpflichtet, die Dachdämmung vorzunehmen?


bauen.de-Redaktion | 30.03.2016 11:34

Hallo Ralf,

die KfW 430 schließt in angehängtem Merkblatt tatsächlich außer Betrieb genommene Wärmeerzeuger, die der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 EnEV unterliegen, aus. Ob und für was Sie stattdessen eine KfW-Förderung erhalten könnten, erfragen Sie am besten direkt bei der KfW.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


bauen.de-Redaktion | 30.03.2016 11:35

Hallo H. Keller,

die EnEV macht nur bei Ein- und Zweifamilienhäusern eine Ausnahme, wenn der Eigentümer bereits seit Anfang 2002 selbst darin wohnt. Da in Ihrem Fall der Eigentümer gewechselt hat, muss der neue Eigentümer die Pflichten gemäß § 10, Abs. 4 EnEV innerhalb von zwei Jahren erfüllen.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


toralftom | 01.04.2016 07:43

Hallo und guten Tag,

ich denke über den Kauf ein Hauses (Baujahr 1919) nach, welches über eine Holzfassade verfügt, die neu gestrichen werden müsste. Dies betrifft nicht nur <10%, sondern die komplette Fläche. Alle Informationen, die ich finden kann, beziehen sich auf eine Erneuerung des Putzes bzw. der Aussenfassade. Bin ich auch beim Neuauftragen von Farbe verpflichtet, die vorgeschriebenen Werte der EnEV zu erreichen? Dann müsste ja zuerst die Holzfassade kmpl. abgerissen werden?

Vielen Dank und Gruß


bauen.de-Redaktion | 01.04.2016 12:20

Hallo,

solange es – so wie in Ihrem Beispiel – nur um die farbliche Gestaltung der Holzfassade geht, müssen Sie die Außenfassade nicht dämmen.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


S. Meyer | 02.04.2016 03:06

Hallo zusammen,

ich überlege mir ein altes Haus, einen Bahnhof oder Dreiseitenhof zu kaufen. Ich habe nicht viel Geld und nun Sorge das ich dann zu teuren Sanierungen gezwungen werden kann? Außerdem ist der Plan das Haus nur am Wochenende zu nutzen. Sind die Verpflichtungen andere wenn man einen anderen ersten Wohnsitz hat und nur selten in der alten Immobilie ist? Hat man das Recht sein Haus kaputtgehen zu lassen, wenn man nicht dauerhaft darin wohnt?

 

Danke für die Hilfe,

 

Gruß Meyer


Sandra | 03.04.2016 20:33

Hallo und vielen Dank für diese hilfreiche Zusammenstellung! Ihre Seite ist wirklich die mit Abstand informativste zu diesem Thema, die ich finden konnte!

Eine Frage ist bei mir aber noch offen geblieben: ich kaufe gerade das Haus (Zweifamilienhaus), in dem ich selbst seit über 30 Jahren wohne. Mein bisheriger Vermieter wohnt nicht in dem Haus. Er hat bisher keine Sanierungen gemäß EnEV 2014 vorgenommen. Ich weiß nicht, ob an der Heizung oder der Dämmung etwas nachgerüstet werden muss, aber falls ja - was gilt denn nun???

Bin ich dazu gar nicht verpflichtet, weil ich als Eigentümerin ja länger als seit Jan 2002 selbst in dem Haus wohne oder bin ich doch verpflichtet innerhalb der Zweijahresfrist zu sanieren, da ich das Haus ja jetzt erst erworben habe????

Wer kontrolliert so etwas eigentlich?

Und was kostet in der Regel eine Einschätzung durch einen Gebäudeenergieberater?

Oder kann ich schon dem Energieausweis entnehmen, ob etwas saniert werden muss? (Dieser liegt noch nicht vor und wird gerade erst erstellt.)

Das sind nun doch ein paar Fragen mehr geworden, aber ich hoffe, Sie können mir insbesondere auf die erste eine Antwort geben.

Herzlichen Dank und viele Grüße

Sandra


bauen.de-Redaktion | 04.04.2016 13:04

Hallo Sandra,

in der Regel müssen Vermieter mit ihrem vermieteten Haus die Energieeinsparverordnung (EnEV) einhalten und

– die oberste Geschossdecke oder wahlweise das Dach dämmen,

– Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, austauschen und

– offen laufende Leitungen dämmen.

Wenn Sie das Haus bereits gekauft haben, gehen diese Pflichten auf Sie über – in diesem Fall müssen Sie die EnEV-Anforderungen innerhalb von zwei Jahren nach dem Kaufdatum erfüllen.

Bei Energieausweisen unterscheidet man zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis. Bei einem Zweifamilienhaus, das vor 1977 errichtet wurde, ist der Bedarfsausweis Pflicht. Dabei werden in der Regel Sanierungsvorschläge vom beauftragten Fachmann/Energieberater gemacht. Dieser ist in der Regel auch mit mehr Kosten verbunden als ein reiner Verbrauchsausweis.

Beste Grüße

Die bauen.de-Redaktion


bauen.de-Redaktion | 04.04.2016 13:08

Hallo S. Meyer,

grundsätzlich muss ein gekauftes Haus, das Sie bewohnen, auch innerhalb von zwei Jahren die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen, das bedeutet: Dämmung der obersten Geschossdecke oder wahlweise des Dachs, ein Heizkessel, der jünger als 30 Jahre ist und die Dämmung offen liegender Leitungen.

In der EnEV gibt es jedoch auch Ausnahmen. Beispielsweise müssen bei Gebäuden, die gemäß § 1 „für eine begrenzte jährlich Nutzungsdauer bestimmt sind, wenn der zu erwartende Energieverbrauch der Wohngebäude weniger als 25 Prozent des zu erwartenden Energieverbrauchs bei ganzjähriger Nutzung“ die Bestimmungen nicht beachtet werden. Ist das Gebäude also als Wochenendhaus ausgewiesen bzw. genehmigt, müssen Sie die EnEV nicht erfüllen.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


Marco | 04.04.2016 13:49

Sehr geehrte Damen und Herren,

informative Hinweise zur EnEv.

 

Aber ich habe eine Frage, die bisher hier noch nicht thematisiert wurde:

 

Ich habe einen Freund, der ein altes Haus aus den 60' Jahren geerbt hat. Das Haus ist funktional und kann problemlos bewohnt werden, jedoch entspricht das Haus nicht dem heutigen technischen und energetischen Standard (aber alle Medien Heizung, Strom, Wasser funktionieren einwandfrei).

 

Vermeintliches Problem: Unser Freund ist arbeitslos und ist in das Haus eingezogen, da die Bewirtschaftungskosten geringer sind als die Anmietungskosten für eine Wohnung.

 

Kapital für eine energetische Modernisierung ist für die kommenden 10 Jahre nicht in Sicht.

 

Nun die Frage: Kann ein Eigentümer grundsätzlich zu energetischen Modernisierungsmaßnahmen gezwungen werden, obwohl er dafür kein Geld hat, geschweige denn keinen Kredit (auch nicht KfW) bekommt???

 

Letzten wollte uns ein Sachverständiger dies Glaubens machen wollen.

 

Recht herzlichen Dank im Voraus für die Beantwortung.

 

Beste Grüße, Marco


bauen.de-Redaktion | 05.04.2016 10:05

Hallo Marco,

grundsätzlich gilt, dass im Bestand – mit Ausnahme einiger verpflichtender Maßnahmen – energetische Sanierungen nur dann vorgenommen werden müssen, wenn mehr als 10 Prozent eines Bauteils saniert werden. So ist zum Beispiel eine Dämmung der Fassade nur dann verpflichtend, wenn mehr als 10 Prozent der Fassadenfläche saniert werden.

Verpflichtend sind allerdings folgende Maßnahmen: Dämmung der obersten Geschossdecke, Dämmung ungedämmter Heizungsrohre, Austausch ineffizienter Uralt-Heizungen. Die ersten beiden Maßnahmen können halbwegs geübte Heimwerker in kostensparender Eigenarbeit erledigen.

Gemäß § 25 der Energieeinsparverordnung (EnEV) kann man sich außerdem bei besonderen Umständen wegen eines unangemessenen Aufwands oder wegen anderer Härtefälle von der EnEV befreien lassen. Ob das im Falle ihres Freundes in Betracht kommen könnte, können wir aus der Ferne aber leider nicht beurteilen. Darüber kann nur die zuständige Behörde Ihres Bundeslandes Auskunft geben – in Berlin ist das beispielsweise die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Sokol70 | 21.04.2016 16:37

Hallo,

ich habe ein altes Haus gekauft (Baujahr ca.1935) das Haus wurde in 50er aufgestockt und hat noch Alu Fenster doppelt verglast (die Fenster waren wahrscheinlich noch später eingebaut) die außen Fassade will ich ca. 1m vom Boden abklopfen und neu verputzen und streichen weil die sich teilweise vom mauerwert löst (kleine unebenen stellen)

meine frage: muss ich dann die ganze Außen Fassade dämmen wegen die >10%

Beste Gruße

Sokoll70


Redaktion bauen.de | 22.04.2016 09:43

Hallo Sokoll70,

in der Tat, sobald Sie mindestens zehn Prozent der Fassadenfläche Ihres Altbaus erneuern, müssen Sie laut EnEV die gesamte Fassade erneuern. Und zwar so, dass sie danach den Ansprüchen der EnEV entspricht. Sprich: Sie müssten die Außenwände dämmen.

Herzliche Grüße,

Die Redaktion von bauen.de


Sokoll70 | 22.04.2016 15:22

Hallo,

ich habe vergessen zuschreiben das sich nur um eine Seite des Hauses handelt nicht um ganze Haus rings rum ,wie schaut dann aus

Beste Grüße

Sokoll70


Redaktion bauen.de | 25.04.2016 10:38

Hallo Sokoll70,

die Fassade eines Hauses gilt als ein Bauteil. Die einzelnen Seiten eines Hauses sind in dieser Hinsicht also nicht unabhängig voneinander. Sobald Sie an einer einzigen Wand mehr als zehn Prozent der Gesamtfassade erneuern, müssen Sie die gesamte Fassade dämmen.

Viele Grüße,

die Redaktion von bauen.de

 


Thomas | 24.05.2016 16:52

Hallo liebes Redaktionsteam,

 

ich möchte gerne meine Außenfassade sanieren.

 

Geplant ist jedoch ''nur'' eine Verschönerungsmaßnahme indem ein neuer Putz auf den alten aufgetragen wird. Es werden keine 10% des alten Putzes entfernt!

 

Eine zusätzliche Dämmung ist nicht vorgesehen und erwünscht.

 

Oder doch ein gesetzliches MUSS?

 

Viele Grüße

 

 


Thomas | 24.05.2016 16:52

Hallo liebes Redaktionsteam,

 

ich möchte gerne meine Außenfassade sanieren.

 

Geplant ist jedoch ''nur'' eine Verschönerungsmaßnahme indem ein neuer Putz auf den alten aufgetragen wird. Es werden keine 10% des alten Putzes entfernt!

 

Eine zusätzliche Dämmung ist nicht vorgesehen und erwünscht.

 

Oder doch ein gesetzliches MUSS?

 

Viele Grüße

 

 


Redaktion bauen.de | 25.05.2016 12:53

Lieber Thomas,

wenn Sie die gesamte Fassade erneuern, verpflichtet Sie das Gesetz dazu, die Fassade auch zu dämmen. Zumindest dann, wenn Ihre Fassade bisher die Vorgaben nicht erfüllt. Ob das der Fall ist, kann Ihnen ein Energieberater verraten.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de


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