EnEV-Verwirrung
Als Altbaubesitzer bin ich etwas irritiert wegen der Energieeinsparverordnung:Überall liest man, dass Altbaubesitzer von ungedämmten Häusern das Dach oder wenigstens die oberste Geschossdecke nachträglich dämmen müssen, sonst droht ein Bußgeld bis 50.000 Euro. Ich habe mir im Internet jetzt mal die EnEV angesehen und fand die Nachrüstpflicht in § 10. Allerdings wird in § 27, in dem es um Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder geht, hierauf kein Bezug genommen. Bußgelder sind demnach für alles mögliche angedroht, jedoch keine, wenn man die Dachdämmung unterlässt. Und nachdem es in einem Rechtsstaat keine Strafe ohne Gesetz mit entsprechender Starfandrohung gibt, könnte man da draus lesen, dass man zwar zur Dämmung verpflichtet ist, es aber keinerlei Konsequenzen hat, wenn man dieser Verpflichtung nicht nachkommt.Irgendwo - und das irritiert mich jetzt noch mehr - habe ich ferner gelesen, dass die Nachrüstpflicht wohl nur bei Häusern mit Massivdecke und nicht solche mit Holzbalkendecke greift, da letztere angeblich den Mindestwärmeschutz gemäß DIN 4108 erfüllen. Was ist da dran?Nicht, dass ich sinnvollen und wirtschaftlichen Sanierungen abgeneigt wäre. Aber: Ich besitze ein über hundert Jahre alte, sehr massiv gebautes Mehrfamilienhaus und der Energieausweis (Verbrauchsausweis) besagt, dass dieses eigentlich viel sparsamer mit Energie umgeht, als man das eigentlich von einem solchen Altbau erwarten müsste. Ich sehe nicht ein, eine fünfstellige Summe zu investieren, ohne dass ein deutlicher Nutzen dabei rauskommt.
Antworten (2)
Antwort von: Haeuslebesitzerin
Hallo Markus,
das geht uns aehnlich. Unser Mehrfamilienhaus ist zwar erst 65 Jahre alt, aber auch Holzbalkendecke und Energieverbrauch trotz keiner energetischen Sanierung im gruenen Bereich der ueblichen Vergleichstabelle. Deswegen haben wir bei Dachziegelerneuerung keine Daemmung durchgefuehrt und uns dabei auf die (Un-) Wirtschaftlichkeit einer Daemmung berufen. Preisunterschied mit/ohne Daemmung (nur Dacherneuerung): 23.000 Euro. Da koennten wir lange Energie sparen, um da hinzukommen bei unserem momentanen Verbrauch. Ich glaube, dass da sehr viel Politik dabei ist bei der Daemmdebatte und viel Lobbyarbeit, von all denen, die daran verdienen, wenn man am Haeusle schafft (Materiallieferanten, Bausparkassen, Verlage, Handwerker, Volkswirtschaft etc.). Allerdings gibt es mit Sicherheit auch Haeuser, wo eine Daemmung sinnvoll ist.
Antwort von: fritz
Lieber Markus -
wo kein Kläger da kein Richter.
Wie sollte denn die Strafe vollzogen werden? Es kann doch nicht erwartet werden, dass jeder sein Haus so umbaut. Wer soll das denn vor allem überprüfen? Da wird ja wohl kaum jemand von der Regierung von Haus zu Haus rennen um zu gucken, ob der Herr Meier ist der XY-Straße jetzt die Decke gedämmt hat oder nicht ;-).
Ich würd mich da nicht verrückt machen lassen. Erstmal abwarten wie das geprüft werden soll. Dann kann man immer noch handeln.
Grüssle fritz
Ratgeber zum Thema
- Altbau-Sanierungspflicht: Wann ein Bußgeld droht
- Vom Altbau zum Effizienzhaus
- Energie einsparen: Wärmedämmung im Altbau
- EnEV 2009: Verschärfte Energiespar-Regeln bei Hausbau und Sanierung
- Energetische Sanierung im Altbau: Energie einsparen
Diese Fragen könnten Sie auch interessieren
- Nachträgliche Dachdämmung
- Habe Fenster Firma Schüco bestellt. Die ersten eingebaut aber kein Firmen logo zu finden!
- Lohnt sich einen Keller bauen?
- hilfe beim tapezieren
- Holzofen, wasserführend?


