Dämmstoffe - für Haus, Fassade und Dach
Schilfrohr kommt als Uferpflanze an einigen Binnenseen Mitteleuropas vor.
von FNR - Fachagentur Nachwachsende RohstoffeEs hat aufgrund seiner Nutzung als Brut- und Lebensraum vieler Vogelarten eine ökologisch bedeutsame Qualität. Vom Flächenpotenzial her begrenzt, bedarf es zugleich der Pflege durch Abbau (Schnitt), dies aber nur in bestimmtem Umfang. Noch übersteigt das Angebot die Nachfrage, ein stark zunehmender Abbau wäre aber angesichts der relativ geringen Flächen als problematisch einzustufen. Schilfrohr ist aufgrund seines hohen Siliziumgehaltes im trockenen Zustand resistent gegen Pilze und Schädlinge sowie Fäulnis.
Herstellung
Das Schilfrohr wird dicht über der Wasseroberfläche geschnitten. Dieser Schnitt ist beim hochgewachsenen Schilf im Herbst (nach der Brutzeit) in definiertem Umfang notwendig, um Raum für neue Triebe zu schaffen. Der Schilfschnitt wird in Garben zur Sonnentrocknung auf die umliegenden Wiesen gestellt. Nach der Trocknung erfolgt durch Pressung und Bindung mit Drähten das Zusammenfügen der Platten (2–5 Zentimeter Stärke).
Zusammensetzung
Das Schilfrohr wird ohne weitere Zusätze mit verzinktem Draht oder Schnur gebunden.
Verwendung
Einsatz der Platten zur Dämmung großflächiger Bauteile wie Außenwände, Dächer und Decken. Einsatz der Rollenware als Putzträger im Lehmbau bzw. als verlorene Schalung im Stampflehmbau.
Verarbeitung
Gut zu sägen oder zu trennen (Kreissäge mit Hartmetallsägeblatt, Trennschneider); Befestigung durch Verdübelung, Bauschrauben oder Nagelklammern.
Rückbau und Entsorgungsmöglichkeiten
Bei der Plattenherstellung fallen kaum Abfälle an. Die Platten können problemlos wiederverwendet werden, wenn die Platten nicht als Putzträger eingesetzt wurden. Ansonsten können die Produkte biologisch abgebaut (unproblematische Kompostierung) oder thermisch verwertet werden.
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