Fassadenkonstruktion - Fassade dämmen und hinterlüften

WDVS

Wärmedämmverbundsystem - Energiesparpaket für kühle Rechner

Heute Fassade dämmen und morgen Geld sparen. Bauherren und Modernisierer entscheiden sich häufig für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Wer Kosten kontrolliert und auf eine perfekte Ausführung achtet, kann die Vorteile genießen.

von Wolfgang Müller
WDVS, Wärmedämmverbundsystem, Polystyrol
Kalksandstein-Außenwände mit Dämmplatten aus Polystyrol.
WDVS, Wärmedämmverbundsystem, witterungsbedingter Schaden
Witterungsbedingter Schaden am Wärmedämmverbundsystem. Fotos: Bettina-Maria Müller
Energieverluste Immobilie, WDVS, Wärmedämmverbundsystem
Anteile der verschiedenen Bauteile am gesamten Wärmeverlust. Grafik: Fachverband Wärmedämmverbundsysteme

Die Energieeinsparverordnung von 2009 erhebt den Wärmeschutz für Bauherren zur Pflicht und verschärft die Anforderungen für Umbauten und Modernisierungen. Außenwände und nachträglich angebrachte Bauteile müssen künftig 30 Prozent mehr Energie einsparen als bisher. Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kann helfen, die geforderten Werte zu erreichen.

WDVS: Dämmung, Armierung, Oberputz

Ein Wärmedämmverbundsystem besteht grundsätzlich aus drei Hauptkomponenten, die auf eine tragende Außenwand angebracht werden: Dämmplatten, Armierung und Oberputz. Wichtigste Systemkomponenten sind die Dämmplatten, die entweder mit einem Spezialmörtel auf die Außenwand geklebt oder mit Dübeln darauf befestigt werden. Die Platten werden vollständig mit einer Schicht aus Armierungsmörtel und Armierungsgewebe überzogen, einem feinmaschigen, meist aus Kunststoff gefertigtem Netzgitter. Die Armierungsschicht trägt den Oberputz und soll verhindern, dass dieser Risse bildet bei Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Als Schlussbeschichtung kommen organische (Kunstharz, Silikonharz) oder mineralische Putze (Silikat, Kalk oder Zement) in Frage. 

Die Wahl des richtigen Dämmstoffs

Wie viel Energie sich mit Hilfe eines WDVS einsparen lässt, hängt wesentlich von der Isolierleistung des Dämmstoffs ab. Wie stark die Dämmung wirkt, bestimmt der sogenannte U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient. Dabei gilt: Je niedriger der U-Wert, desto weniger Wärme fließt durch den Dämmstoff ab. In der Praxis bewährt haben sich Dämmungen aus expandiertem Polystyrol (EPS) oder Mineralwolle. Beide Stoffe isolieren gut, sind langlebig und nehmen so gut wie kein Wasser auf. EPS-Systeme sind dabei die günstigere Variante. Fachleute raten dringend, nur genormte und bauaufsichtlich zugelassene Systeme zu kaufen. Die Dämmkosten steigen in der Regel mit der Dicke des gewählten Materials. Häufig verwendete Polystyrolplatten mit einer Dicke von 14 Zentimetern kosten fertig montiert etwa 85 Euro pro Quadratmeter (Stand: Januar 2009).

Vorteile von WDVS

Ein Wärmedämmverbundsystem soll den Heizbedarf - und damit die Heizkosten - auf ein Minimum absenken. Weil die gedämmten Wände die Wärme besser im Haus halten und dadurch an den Innenseiten weniger stark abkühlen, entsteht weniger Zugluft in den Zimmern. Besonders attraktiv sind die Systemlösungen für Käufer sanierungsbedürftiger Altbauten, da sie auch nachträglich montiert werden können. Weil die Dämmung von außen und nicht von innen erfolgt, bleibt zudem die volle Wohnfläche erhalten. 

Hohe Anforderungen bei der Montage

Die Montage eines WDVS ist aufwändig: Weil dazu das gesamte Gebäude eingerüstet werden muss, empfehlen Experten bei Altbausanierungen, einen ohnehin geplanten Neuanstrich mit dem Dämmvorhaben zu kombinieren. Unvorhergesehene Wetterextreme während der Bauphase können Schäden verursachen, was die Kosten in die Höhe treibt. Ein Wärmedämmverbundsystem stellt zudem hohe Anforderungen an die ausführenden Handwerker: Bekannte Mängel bei unsachgemäß angebrachten WDVS sind Risse im Außenputz, Algenbildung sowie Schimmel im Dämmstoff. 

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