Heizungsarten - Heizen mit Holz, Gas und Solar

Heizen mit Strom

Elektrische Heizung: pro und contra

Wer an eine elektrische Heizung denkt, denkt oft gleich an Energieverschwendung. Doch die verschiedenen Heizsysteme, die mit elektrischem Strom arbeiten, sind unterschiedlich effizient und in einigen Sonderfällen ist die Stromheizung sogar eine gute Wahl.

von Frank Kemter
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Eine Fußbodenheizung ist bei Fliesenboden angenehm. Im Bad bietet sich hier eine Ausführung als elektrische Heizung an. Foto: Fotolia

Heizen mit elektrischem Strom ist bei vielen verpönt. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Systeme, deren Effizienz zwischen katastrophal und gut einzustufen ist. Zudem gibt es ein paar Fälle, in denen auch eine energetisch fragwürdige elektrische Heizung vertretbar erscheint.Das Problem aller elektrischen Heizungen ist, dass Strom als edle Energie eigentlich viel zu schade zum Verheizen ist. Zudem geht bei Herstellung und Transport von Strom viel Energie verloren, so dass für eine Kilowattstunde Kohlestrom Kohle mit einem viel höheren Energiegehalt eingesetzt werden muss: Das Verhältnis zwischen dem Einsatz von Primärenergie und der Wärmeausbeute in der Wohnung stimmt also oft nicht.

Nachtspeicheröfen

Der Nachtspeicherofen ist als elektrische Heizung so ineffizient, dass der Gesetzgeber beschlossen hat, dass alle noch bestehenden Öfen in Mehrfamilienhäusern mit mehr als fünf Wohnungen nach und nach außer Betrieb genommen werden müssen. Laut Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen vor dem 1. Januar 1990 eingebaute Nachtspeicheröfen bis zum 31. Dezember 2019 außer Betrieb genommen werden. Später installierte Öfen müssen nach spätestens 30 Jahren ausgebaut werden.

Fazit: Nachtspeicheröfen als elektrische Heizung sind teuer im Unterhalt und ineffizient.

Natursteinheizungen

Eine Marmor- oder Natursteinheizung ist eine rein elektrisch betriebene Heizung, bei der eine Steinplatte erhitzt wird. Befürworter loben die angenehme Strahlungswärme eines solchen Heizsystems - was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es als elektrische Heizung teuer im Unterhalt ist.

Fazit: Sehen chic aus, sind preiswert in der Anschaffung und teuer im Unterhalt, sofern der Stromanbieter keinen sehr günstigen Sondertarif anbietet.

Heizlüfter

Heizlüfter eignen sich vor allem in Räumen, in denen nur gelegentlich Wärme benötigt wird - das funktioniert dann aber schnell. 

Fazit: Ein Heizlüfter eignet sich wegen der Unterhaltskosten nicht als Alleinheizung. Als Zusatzheizung für den gelegentlichen Gebrauch ist er aber praktisch.

Fußbodenheizung als Zusatzheizung

Im Badezimmer morgens warme Füße haben ist angenehm. Das schafft eine Fußbodenheizung im Bad. Als elektrische Heizung eignet sie sich, jedoch nicht als Alleinheizung fürs gesamte Haus. Doch für den gelegentlichen, kurzen Gebrauch im Badezimmer ist die elektrische Fußbodenheizung eine Überlegung wert.

Fazit: Wer die elektrische Fußbodenheizung im Bad nur morgens kurz anwirft, kann über den Stromverbrauch hinwegsehen.

Elektrische Zentralheizung

Es gibt auch Zentralheizungen für den Keller, bei denen das Wasser für den Heizkreislauf mittels Strom erhitzt wird. Allerdings ist eine Kilowattstunde Strom viel teurer als die Gas- oder Ölmenge, aus der eine Kilowattstunde Wärmeenergie erzeugt werden kann.

Fazit: Strom wird heute noch überwiegend konventionell mit Kohle, Gas oder Atom erzeugt. Die elektrische Zentralheizung ist damit schlecht für die Umwelt und teuer im Unterhalt.

Wärmepumpen

Wärmepumpen benötigen Strom. Allerdings nicht, um mit diesem zu heizen. Sie benötigen ihn als Antriebsenergie, um der Umwelt Wärme zu entziehen. Gut geplante Anlagen arbeiten dabei sehr effizient und können der Umwelt mehr Energie entziehen, als zum Antrieb benötigt wird. Besonders effizient sind Grundwasser-Wärmepumpen. 

Fazit: Wenn elektrische Heizung, dann Wärmepumpe. Sie ist zwar teuer in der Anschaffung, belohnt den Besitzer aber mit niedrigen Unterhaltskosten und ist wartungsarm.

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