Heizungsarten - Heizen mit Holz, Gas und Solar
Wandheizungen und Heizleisten sind als Flächenheizungen eine Alternative zu Fußbodenheizungen. Sie sorgen im Vergleich zu Heizkörpern für ein angenehmes Raumklima.
von Frank KemterWer in seinem Haus keine Heizkörper haben möchte, entscheidet sich heute oft für eine Fußbodenheizung. Doch es gibt weitere Alternativen, die unsichtbar für angenehme Wärme im Haus sorgen: Wandheizungen und Heizleisten, die beide als Flächenheizungen zusätzlich für besonders hohen Wohnkomfort sorgen. Heizleisten sind im Prinzip Bodenleisten mit integriertem Heizregister. Dieses sorgt für einen aufsteigenden Warmluftschleier an der gesamten Innenwand, weshalb dieses System von vielen zu den Flächenheizsystemen gezählt wird.
Flächenheizungen haben gegenüber Heizkörpern entscheidende Vorteile: So kann die Vorlauftemperatur sehr viel geringer ausfallen, da die abstrahlende Fläche bedeutend größer ist als bei Heizkörpern. Dadurch lässt sich zum Beispiel eine solarunterstützte Heizung besonders effizient betreiben, da sie auch dann noch Sonnenenergie ins Haus bringt, wenn die Sonne nicht so stark scheint. Zum anderen basieren Flächenheizungen im Gegensatz zu Heizkörpern darauf, dass sie Wärme abstrahlen, was als sehr angenehm empfunden wird. Heizkörper hingegen arbeiten mittels Konvektion, also der Erwärmung und Umwälzung der Raumluft, wodurch auch Staub aufgewirbelt wird. Und das bereitet vor allem Allergikern Probleme.Bei einer Flächenheizung ist zudem die als angenehm empfundene Raumtemperatur geringer. Das liegt daran, dass die Verteilung der Wärme gleichmäßiger ist. Zudem sorgt das Strahlungswärmeprinzip dafür, dass weniger Wärmeenergie zum Wohlbefinden benötigt wird, denn langwellige Strahlungswärme erwärmt nicht die Luft, sondern direkt uns. Ein Beispiel aus der Natur soll dies verdeutlichen: Wer bei mäßigen Lufttemperaturen und wolkenbehangenem Himmel draußen ist, wird schnell frieren. Sobald jedoch die Wolken verschwinden und die Sonne direkt auf uns trifft, wird die Temperatur als angenehm empfunden - und das auch dann, wenn die Lufttemperatur dabei noch kein bisschen gestiegen ist.
Entscheidet sich ein Bauherr für eine Wandheizung, werden zunächst auf den nackten Innenseiten der Außenwände wasserführende Heizungsrohre verlegt, anschließend wird verputzt. Alternativ sind auch Trockenbausysteme erhältlich, bei denen die so ausgestattete Wand mit Gipskartonplatten verkleidet wird. Eine Wandheizung hat neben der angenehmen Strahlungswärme noch einen weiteren Vorteil: Sie stellt gleichzeitig eine gute Schimmelprophylaxe dar. Denn Feuchtigkeit kann nur dann an der Wand kondensieren, wenn diese kälter als die Luft ist. Der Grund: Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie speichern. Da bei einer Wandheizung die Wandfläche in der Regel wärmer ist als die Luft im Raum, kondensiert an den Wänden keine Feuchtigkeit.
Nachteilig an einer Wandheizung ist die im Vergleich zu Heizkörpern aufwendigere Installation und damit auch ein etwas höherer Preis. Zudem kann man dort, wo Heizungsrohre in der Wand verlegt sind, nicht einfach bohren oder Nägel einschlagen, ohne befürchten zu müssen, das System zu beschädigen.
Diesen Nachteil haben Heizleisten nicht. Bei ihnen werden am Bodensockel der Außenwände verblendete Heizleisten verlegt, deshalb nennt man sie auch Sockelleistenheizung. In diesen Leisten befindet sich ein Heizungswasser führendes Rohr mit. Dies sorgt dafür, dass die Wärme an die Luft abgegeben wird, welche an den Wänden hochsteigt diese erwärmt. Damit erfüllt eine Heizleisten-Heizung eine ähnliche Funktion wie eine konventionelle Wandheizung. Solche Systeme eignen sich auch gut zum nachträglichen Einbau in Altbauten, der Heizkessel muss nicht ausgewechselt werden. Die Vorlauftemperatur des Heizwassers muss allerdings höher sein als bei einer Wandheizung, damit die Wände eine brauchbare Temperatur erreichen.
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