Fußbodenheizung: Keine kalten Füße

Eine Fußbodenheizung hat zahlreiche Vorteile: Sie arbeitet mit niedrigeren Vorlauftemperaturen und Möbel können frei platziert werden. Aber nicht jeder Bodenbelag ist gleich gut dafür geeignet.
Fußbodenheizung
Warme Füße: Fliesen leiten Wärme gut und können deshalb ideal mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden. Foto: AEG

In Sachen Heizung geht es in den meisten deutschen Häusern und Wohnungen eher konservativ zu: Die Räume werden mit Heizkörpern erwärmt. Diese haben eine relativ kleine Fläche, müssen deshalb ziemlich stark erwärmt werden, um im ganzen Raum für eine angenehme Temperatur zu sorgen. Kritiker bemängeln, dass dabei vor allem Luft erhitzt wird, die in Bewegung gerät und so viel Staub aufwirbelt - schlecht für Allergiker. Eine Lösung ist deshalb oft eine Fußbodenheizung. Sie arbeitet wegen der großen Abstrahlfläche mit niedrigeren Vorlauftemperaturen.

Bei einem sehr gut gedämmten Neubau reicht im Durchschnitt während der Heizperiode eine Fußbodentemperatur von 23 Grad Celsius aus, berichtet der Bundesverband Flächenheizungen (BVF). Die Temperaturdifferenz zwischen Boden und Raum ist damit sehr gering. Dies führt laut der Experten zu einem Selbstregelungseffekt: Sobald - beispielsweise durch Sonneneinstrahlung - die Raumluft auf natürliche Weise erwärmt wird, gibt der Boden weniger Energie ab. Bei einer Bodentemperatur von 23 Grad und einer Erwärmung der Raumtemperatur von 20 auf 21 Grad reduziert sich die Wärmeabgabe einer Fußbodenheizung um ein Drittel, berichtet der Verband.

Fußbodenheizung im Neubau

Bei Neubauten ist eine Fußbodenheizung vergleichsweise einfach zu realisieren und wird heute laut BVF in fast jedem zweiten neuen Einfamilienhaus eingebaut. Bei Altbauten ist eine Nachrüstung schwieriger, da oft die nötige Einbauhöhe nicht gegeben ist. Speziell entwickelte, besonders flache Systeme schaffen Abhilfe.

Nachteil einer Fußbodenheizung: Nicht jeder Bodenbelag ist gleich gut geeignet. Sehr gut sind alle Fliesen- und Steinböden. Diese leiten die Wärme gut. Weniger geeignet sind dagegen manche Teppich- oder Laminatböden. Bei Holzböden kommt es darauf an, wie gut das Holz isoliert, wie dick der Boden ist und wie sehr das Holz arbeitet. Eiche, Nussbaum oder Bambus sind gut geeignet, Experten empfehlen jedoch den Parkettboden fest zu verkleben, um mit der Fußbodenheizung gut zu harmonieren. Fertigparkett ist demnach weniger geeignet, da die unter dem Boden liegende Dämmmatte und die Luftschicht zwischen Matte und Parkettboden gut isolieren und damit wenig Wärme durchlassen.

Für eine Fußbodenheizung geeignete Teppichböden erkennt man an einem entsprechenden Symbol des EGT-Teppichsiegels: Es attestiert einen geringen Wärmedurchlasswiderstand, antistatische Eigenschaften und Hitzebeständigkeit, berichtet das Deutsche Teppich-Forschungsinstitut (TFI). Bleibt die Frage der Kosten. Laut einer vom BVF beim Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken in Auftrag gegebenen Studie müssen Fußbodenheizungen nicht teurer sein als konventionelle Systeme mit Heizkörpern: Zwar waren die Angebotspreise für Fußbodenheizungen insgesamt höher. Diese enthielten allerdings auch schon die Kosten für die Dämmung unter dem Estrich. Diese muss auch bei einer konventionellen Heizung montiert werden und kostet dann extra.

verfasst am: 20.03.2013
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