Heizen mit Pflanzenöl

Heizungen werden immer öfter mit erneuerbaren Energien betrieben. Eine Variante: Das Heizen mit Pflanzenöl statt Erdöl.

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Heizen mit Pflanzenöl, Rapsöl
Aus Raps lässt sich Pflanzenöl zum Heizen von Gebäuden herstellen. Foto: Fotolia Foto: Fotolia

Die weltweiten Erdölvorkommen sind begrenzt und fossile Brennstoffe werden tendenziell immer teurer. Deshalb gelangen zunehmend alternative Heizungen, die die Zukunft CO2-neutral und gleichzeitig effizient gestalten sollen, in den Blickpunkt von Bauherren. Neben den inzwischen weit verbreiteten Holzpellet-Heizungen gibt es weitere Alternativen. Eine davon ist das Heizen mit Pflanzenöl. Der Vorteil: Wer vorher bereits eine Ölheizung hatte, muss nicht die komplette Anlagentechnik umstellen. Es reicht oft der Austausch des Brenners, gegen einen Neuen, der auch zur Verfeuerung von Pflanzenöl geeignet ist. Wird zu Biodiesel umgeestertes Pflanzenöl verwendet, können manche Heizungen auch ohne Umrüstung weiterverwendet werden. Inzwischen gibt es zudem spezielle Multiölbrenner, die bei Bedarf sowohl Pflanzenöl als auch konventionelles Heizöl verbrennen. Zudem wird versucht, die Effizienz solcher Heizungen zu steigern, indem diese als Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen ausgelegt werden. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird neben Wärme auch elektrischer Strom produziert.

Rapsöl zum Heizen

Hierzulande wird Pflanzenöl zu Heizzwecken oft aus Raps gewonnen. Im Vergleich zu konventionellem Öl ist Rapsöl allerdings noch deutlich teurer. So lag der Preis für Rapsöl im August 2011 bei rund 145 Euro für 100 Liter, der für Heizöl bei gut 80 Euro für 100 Liter, jeweils bei einer Liefermenge von 3.000 Litern.

Pflanzenöl in der Kritik

Die Verwendung von Pflanzenöl zu Heizzwecken ist allerdings auch in die Kritik geraten. Denn es sind große Anbauflächen notwendig, um es im großen Stil herzustellen. Dadurch stehen Energiepflanzen wie Raps in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion, wenn deren Anbauflächen zugunsten von Biotreibstoff sinkt. Das kann zu Preissteigerungen bei den Grundnahrungsmitteln führen. Hiervon sind global vor allem ärmere Menschen betroffen.

Zur Verdeutlichung: Pro Hektar (10.000 Quadratmeter) Raps-Anbaufläche können hierzulande jährlich etwa 1,5 Tonnen Rapsöl (das entspricht gut 1.600 Liter) erzeugt werden. Das bedeutet: Für die Beheizung eines konventionell gebauten Einfamilienhauses bedarf es, je nach Größe und Heizbedarf, ein bis zwei Hektar Anbaufläche. Es liegt auf der Hand, dass Pflanzenöl bei einem solch exorbitanten Flächenbedarf keinen allzu großen Anteil am künftigen Energiemix in Deutschland haben kann.


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