Heizungsarten - Heizen mit Holz, Gas und Solar
Heizen mit Strom war einmal weit verbreitet. Wegen der hohen Betriebskosten und kritischer Umweltstimmen hat die Elektroheizung an Bedeutung verloren.
von Frank KemterWer an eine Elektroheizung denkt, dem kommt zumeist erst einmal die Nachtspeicherheizung in den Sinn. Sie war in den 1960er- und 1970er-Jahren in Mode und wurde so begründet: Kraftwerke, die Strom erzeugen, laufen Tag und Nacht. Nachts wird jedoch viel weniger Strom verbraucht. Die Nachspeicherheizung sollte also den überschüssigen Strom nachts einspeichern und tagsüber als Heizwärme wieder abgeben.
So weit so gut. Heute ist das Stromnetz besser vernetzt und besser steuerbar. Auch hat sich gesellschaftlich einiges geändert: Nachts gehen heute die Lichter nicht um 20 Uhr aus. Die Nachtspeicherheizung hat sich also überholt. Und das so sehr, dass der Gesetzgeber mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt, dass ab 2020 alle Nachtspeicheröfen außer Betrieb genommen werden müssen, sobald sie 30 Jahre alt sind.
Das Problem aller strombasierten Heizungen: Der Wirkungsgrad von vielen Kraftwerken ist nicht sonderlich hoch. Er beträgt beispielsweise bei Kohlekraftwerken in Deutschland im Schnitt knapp 40 Prozent. Weitere Energieverluste entstehen auf dem Weg vom Kraftwerk zum Verbraucher, wo der Strom dann die Elektroheizung betreiben kann. Bezogen auf die Primärenergie kommt also nur rund ein Drittel der ursprünglich im Energieträger enthaltenen Energie beim Verbraucher an. Schon aus diesem Grund sind andere Heizsysteme bedeutend effizienter als Elektroheizungen.
Strom ist außerdem teuer: Die Kilowattstunde kostet derzeit bei den meisten Anbietern über 20 Cent. Ein Liter Heizöl enthält hingegen über zehn Kilowattstunden Energie. Heizöl müsste also deutlich über zwei Euro pro Liter kosten, um mit dem Strompreis gleichzuziehen.
Allerdings gibt es dennoch einen Weg, Strom mit gutem Gewissen zum Heizen zu nutzen - mittels einer Wärmepumpe. Diese entzieht der Natur - Erdboden, Grundwasser oder Luft - Wärmeenergie. Lediglich für den Betrieb der Wärmepumpe wird Strom benötigt. Gute Anlagen benötigen eine Kilowattstunde Strom, um der Natur drei bis über vier Kilowattstunden Wärmeenergie zu entnehmen. Damit haben Wärmepumpen eine im Vergleich zu sonstigen Elektroheizungen gute Energiebilanz.
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