Heizungsrohre isolieren - ganz einfach?!

Wärme zum Heizen des Eigenheimes zu erzeugen, sei es mit Öl, Holz oder Gas, ist vergleichsweise teuer geworden - umso wichtiger ist es, die gewonnene Energie im Haus zu halten. Neben der Dämmung von Fassade und Dach können auch Heizungsrohre einen Mantel vertragen.
 
 

Material, Werkzeug

Man benötigt nur eine recht überschaubare Zahl an Werkzeugen, wenn man Heizungsrohre isolieren will. Ein Winkelmesser oder zwei Kunststoff-Winkel 30/60/90 Grad beziehungsweise 45/45/90 Grad sind nahezu unverzichtbar. Ein Teppichmesser reicht zum Schneiden der Rohre völlig aus. Material (von oben nach unten): Klebeband (Rolle, 30 Millimeter); PE-Rohr, geschlitzt, selbstklebend (die Schutzfolie steht an den Enden leicht über); PE-Rohr, nur angeschlitzt (muss vor dem Aufsetzen erst längs durchgeschnitten werden); Kautschuk-Schlauch, selbstklebend.

1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  10  |  11  |  12  |  13  |  14  |  15

Man sollte meinen, im Unterschied zur Fläche eines Plattenheizkörpers fallen Kupferrohre mit einem Durchmesser von 15 oder 18 Millimetern bei einer Zentralheizung im Eigenheim wärmetechnisch kaum auf. Doch deren Leitungen können sich im Haus gut und gern auf 100 oder mehr Meter addieren. Das Metall leitet leicht Wärme, und wenn die Heizungsrohre etliche Meter durch kalte Räume wie Keller, Flur oder auch Dachböden führen, entstehen Energieverluste, die ins Gewicht fallen. Das gilt auch für Warmwasserleitungen, insbesondere für solche mit Zirkulationspumpen.

Neubau: EnEV beachten

Beim Neubau von Eigenheimen schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) die Dämmung wärmeführender Leitungen vor; sie empfiehlt sich jedoch auch für Einfamilienhäuser älterer Bauart. Die Nachrüstung ist vergleichsweise einfach, ein geübter Heimwerker sollte ihr gewachsen sein, wenn er die vorgefertigten Bauteile verwendet, die der Handel anbietet. Das sind vornehmlich drei Materialien: Kautschuk-Schläuche,  Aluminium-kaschierte Steinwoll-Schalen oder PE-Schläuche. Letztere sind anscheinend am gebräuchlichsten. Im Baumarkt sind sie preisgünstig in verschiedenen Stärken erhältlich. Beispielsweise sind Schläuche mit dem Maßen 15 mal 20 Millimeter (Rohrdurchmesser mal Dämmstärke) und einem Meter Länge etwa ab 1,55 Euro zu haben. Sie sind längs angeschlitzt, damit man sie der Länge nach über die Rohre stülpen kann. Manche Produkte sind mit einer Art Clipverschluss versehen, andere mit einer selbstklebenden Folie, um die Schlitze zu verschließen. Das ist dann etwas teurer: ein Meter Schlauch der Stärke 15 mal 20 Millimeter kostet etwa 2,40 Euro.

Alle Heizungsrohre einzeln isolieren

Untereinander werden die Heizungsrohre mit einem speziellen Klebeband verbunden. Die notwendige Dämmdicke ergibt sich aus einer Faustformel: sie sollte mindestens so dick wie der Rohrdurchmesser sein. Es klingt zwar pfiffig, eine einzige große Schale um Vor- und Rücklauf zu legen – doch das wäre höchst unzweckmäßig, weil ein unerwünschter Wärmeaustausch zwischen den Leitungen stattfände. Es versteht sich also von selbst, dass jeder Strang der Heizung oder Warmwasserversorgung seine eigene Isolierung erhält.

Tipps: Problematische Stellen meistern

Etwas komplizierter wird es, wenn Einmündungen, Ecken oder Bögen zu isolieren sind. Dann muss der Heimwerker zu Messer und Zollstock greifen: Bei Rundungen wird die künftige Innenseite der PE-Schläuche keilförmig eingeschnitten, damit sie sich biegen lassen; bei 90-Grad-Ecken werden die Dämmstücke im Winkel von 45 Grad geschnitten und dann aneinandergefügt und verklebt; bei Einmündungen (T-Form) wird ein Dämmschlauch bis zur Mitte im Winkel von 90 Grad eingeschnitten, das Gegenstück wird im gleichen Winkel angespitzt.

Wasserführende Rohre zu ummanteln, führt neben der Dämmwirkung auch noch zu weiteren nützlichen Effekten. Schwankungen in der Umgebungstemperatur der Leitungen führen zu unterschiedlichen Längenausdehnungen. Das kann zu den allseits bekannten Knackgeräuschen führen. Eine Isolierung der Heizungsrohre schränkt das hörbar ein. Über Heiz- und Wasserleitungen können sich auch Geräusche im Haus übertragen. Eine Isolation trägt also zum Schallschutz bei. Es ist sogar sinnvoll, selbst Kaltwasserleitungen mit Schalen oder Schläuchen zu ummanteln. Trinkwasser wird in Deutschland meist unter 15 Grad Celsius angeliefert. Jeder hat schon wahrgenommen, dass sich an offen liegenden Leitungen besonders in der warmen Jahreszeit Kondenswasser bildet. Fast absurd erscheint der Fall, dass sich in hoch wärmegedämmten Gebäuden manche Räume trotz abgestellter Heizkörper über Gebühr aufheizen. Schon mancher hat dann erstaunt festgestellt, dass lange, nicht isolierte Heizleitungen die Ursache waren.

War dieser Artikel für Sie hilfreich?
( 14 Bewertungen, Ø 3.86 Sterne )
Weitere Artikel zum Thema

Kommentar schreiben

Information

Ihr Benutzername wird in der Antwort angezeigt

Datenschutz

Ihre personenbezogenen Daten werden entsprechend den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen behandelt. Infos zum Datenschutz

Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder
Unsere Experten beantworten Ihre persönlichen Fragen
weitere Fragen
Eigene Frage stellen
Sie suchen Fachleute in Ihrer Region? Sie suchen Anbieter und Händler, um sich vor Ort zu informieren?
Wo suchen Sie?

© Immowelt AG 2014   ® www.bauen.de Wissen rund ums Bauen!

Feedback abgeben
tracking