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Heizungsrohre isolieren - ganz einfach?!

Wärme zum Heizen des Eigenheimes zu erzeugen, sei es mit Öl, Holz oder Gas, ist vergleichsweise teuer geworden - umso wichtiger ist es, die gewonnene Energie im Haus zu halten. Neben der Dämmung von Fassade und Dach können auch Heizungsrohre einen Mantel vertragen.
 
 

Material, Werkzeug

Man benötigt nur eine recht überschaubare Zahl an Werkzeugen, wenn man Heizungsrohre isolieren will. Ein Winkelmesser oder zwei Kunststoff-Winkel 30/60/90 Grad beziehungsweise 45/45/90 Grad sind nahezu unverzichtbar. Ein Teppichmesser reicht zum Schneiden der Rohre völlig aus. Material (von oben nach unten): Klebeband (Rolle, 30 Millimeter); PE-Rohr, geschlitzt, selbstklebend (die Schutzfolie steht an den Enden leicht über); PE-Rohr, nur angeschlitzt (muss vor dem Aufsetzen erst längs durchgeschnitten werden); Kautschuk-Schlauch, selbstklebend.

Funktionsprinzip

So funktioniert`s: das kupferne Heizungsrohr, hier mit einem Durchmesser von 15 Millimetern (entspricht einem Viertel Zoll), wird von einem PE-Schlauch umschlossen, der die Maße 15/20 trägt. Das heißt: Innendurchmesser 15, Stärke der Isolation 20 Millimeter. Die Schläuche sind im Baumarkt passend zu den jeweiligen Größen der Heizungsrohre (beispielsweise 15, 18, 22 Millimeter) erhältlich. Einen angeschlitzten PE-Isolator von einem Meter Länge bekommt man schon ab 1,55 Euro. Er verträgt bis zu 95 Grad Celsius; Schläuche für Solaranlagen sind bis zu 150 Grad Celsius belastbar.

Zuschnitt

Beim Zuschnitt der Schläuche kommt es darauf an, den jeweils notwendigen Winkel - bei einer Ecke sind das 45 Grad - genau einzuhalten, damit beim Zusammenfügen der Rohre kein Spalt klafft. Wer wenig geübt ist, kann mit Hilfslinien oder Schablonen arbeiten.

Zuschnitt mit Gehrungssäge

Die schaumartigen PE- oder Kautschukrohre müssen natürlich nicht gesägt werden; wer jedoch die notwendigen Messzeuge nicht zur Hand hat, aber eine Gehrungssäge mit einstellbarem Winkel besitzt, kann sich damit behelfen – zumindest kann man mit ihr den Verlauf des Schnittes anritzen.

Ecke zusammenfügen

Hat man die Schläuche erst einmal zugeschnitten, ist es vergleichsweise einfach: Die Enden werden entlang ihres Längsschlitzes über die Kupferrohre gestülpt und dann zusammengeschoben. Wer geübt ist, arbeitet sich entlang der Rohre vorwärts; ein weniger versierter Heimwerker kann zuerst die schwierigen Ecken und Einmündungen fertig stellen und sich dann den Zwischenräumen widmen. Denn: muss man einen Winkel nachschneiden, wird das fertig vermessene Schlauchstück gegebenenfalls zu kurz.

Ecke fertig

Beim Zusammenfügen der Eckteile sieht man sehr schnell, ob die Winkel von jeweils 45 Grad exakt eingehalten wurden. Bei Erkern oder schrägen Wänden kann es vorkommen, dass Heizungsrohre beispielsweise im Winkel von 120 Grad verlaufen. Dann müssen die Eckstücke wiederum hälftig, jedoch jeweils im Winkel von 60 Grad geschnitten werden.

T-Form: Zuschnitt

Eine Einmündung zu schneiden, heißt einen höheren Schwierigkeitsgrad zu meistern. Der eine Schlauch wird gewissermaßen „angespitzt“, während sein Gegenstück eingekerbt werden  muss. Alle Schnitte erfolgen im Winkel von 45 Grad, jedoch jeweils nur bis zur Mitte des Schlauches. Wer unsicher ist, kann mit Hilfslinien, Schablonen oder Markierungen am Schlauch arbeiten.

T-Form zusammenfügen

So sehen die fertig zugeschnittenen Formstücke für eine Einmündung vor dem Zusammenfügen aus. Die Kupferrohre stellen hier lediglich den Leitungsverlauf nach. Die gestrichelten Markierungen helfen, das Messer freihändig, aber richtig anzusetzen.

T-Form fertig

Die T-förmige Isolation ist hier passgenau zusammengefügt; später werden die Stöße mit Klebeband verbunden. Da die Schläuche leicht verrutschen oder sich drehen, kann es hilfreich sein, die Enden mit kurzen Bandstückchen vorläufig zu fixieren, bis die nächsten Abschnitte der Isolation vermessen und zugeschnitten sind.

Rundung: Zuschnitt

Das Prinzip des Zuschnittes einer Rundung. Die Anzahl der Einschnitte ist vom Radius der Biegung und auch von der Stärke des Schlauches abhängig; dickere Isolationen benötigen mehr Einschnitte. Hier handelt es sich um drei Einkerbungen von jeweils 30 Grad, die sich zu einem Bogen von 90 Grad fügen.

Fertige Rundung

Der 90 Grad-Bogen ist fertig; jedoch ist zu erkennen, dass nur der linke Einschnitt exakt geraten ist; bei den beiden anderen sieht man, dass selbst leichte Abweichungen vom notwendigen Winkel das Ergebnis beeinträchtigen können.

Rundung Kautschuk

Wem es zu kompliziert erscheint, genaue Gehrungsschnitte hin zu bekommen, oder Zeit sparen will, sollte zum Kautschukschlauch greifen. Er ist zwar etwas teurer als sein Bruder aus Polyester, aber eben auch deutlich gelenkiger – er meistert selbst enge Kurven, wie hier zu sehen ist.

Rundung abkleben

Eine fertig verklebte Rundung aus PE-Schlauch; Klebebänder gibt es meist in der Breite von 30 oder 50 Millimetern. Es ist nicht ganz einfach, das Band einigermaßen faltenarm um die Schläuche zu wickeln. Es überdeckt nicht nur alle Stöße, sondern hält auch die einzelnen Stücke zusammen.

Rohre schlitzen

Diese Rohre können im Neubau fortlaufend aufgeschoben oder - bei nachträglicher Isolierung - über die Heizungsrohre gestülpt werden. Vorher muss ein nur angeritzter Schlauch auf einer Seite vollends längs durchgeschnitten werden. Das geht am besten mit einem Teppichmesser.

Rohre überziehen

Zum Überziehen drückt man den Schlauch an einem Ende so weit auseinander, dass er über das Rohr passt; hat man ihn erst einmal zirka zehn bis 20 Zentimeter übergezogen, lässt er sich durch weiteres Eindrücken und –schieben relativ leicht über den Rohrstrang ziehen.

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Man sollte meinen, im Unterschied zur Fläche eines Plattenheizkörpers fallen Kupferrohre mit einem Durchmesser von 15 oder 18 Millimetern bei einer Zentralheizung im Eigenheim wärmetechnisch kaum auf. Doch deren Leitungen können sich im Haus gut und gern auf 100 oder mehr Meter addieren. Das Metall leitet leicht Wärme, und wenn die Heizungsrohre etliche Meter durch kalte Räume wie Keller, Flur oder auch Dachböden führen, entstehen Energieverluste, die ins Gewicht fallen. Das gilt auch für Warmwasserleitungen, insbesondere für solche mit Zirkulationspumpen.

Neubau: EnEV beachten

Beim Neubau von Eigenheimen schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) die Dämmung wärmeführender Leitungen vor; sie empfiehlt sich jedoch auch für Einfamilienhäuser älterer Bauart. Die Nachrüstung ist vergleichsweise einfach, ein geübter Heimwerker sollte ihr gewachsen sein, wenn er die vorgefertigten Bauteile verwendet, die der Handel anbietet. Das sind vornehmlich drei Materialien: Kautschuk-Schläuche,  Aluminium-kaschierte Steinwoll-Schalen oder PE-Schläuche. Letztere sind anscheinend am gebräuchlichsten. Im Baumarkt sind sie preisgünstig in verschiedenen Stärken erhältlich. Beispielsweise sind Schläuche mit dem Maßen 15 mal 20 Millimeter (Rohrdurchmesser mal Dämmstärke) und einem Meter Länge etwa ab 1,55 Euro zu haben. Sie sind längs angeschlitzt, damit man sie der Länge nach über die Rohre stülpen kann. Manche Produkte sind mit einer Art Clipverschluss versehen, andere mit einer selbstklebenden Folie, um die Schlitze zu verschließen. Das ist dann etwas teurer: ein Meter Schlauch der Stärke 15 mal 20 Millimeter kostet etwa 2,40 Euro.

Alle Heizungsrohre einzeln isolieren

Untereinander werden die Heizungsrohre mit einem speziellen Klebeband verbunden. Die notwendige Dämmdicke ergibt sich aus einer Faustformel: sie sollte mindestens so dick wie der Rohrdurchmesser sein. Es klingt zwar pfiffig, eine einzige große Schale um Vor- und Rücklauf zu legen – doch das wäre höchst unzweckmäßig, weil ein unerwünschter Wärmeaustausch zwischen den Leitungen stattfände. Es versteht sich also von selbst, dass jeder Strang der Heizung oder Warmwasserversorgung seine eigene Isolierung erhält.

Tipps: Problematische Stellen meistern

Etwas komplizierter wird es, wenn Einmündungen, Ecken oder Bögen zu isolieren sind. Dann muss der Heimwerker zu Messer und Zollstock greifen: Bei Rundungen wird die künftige Innenseite der PE-Schläuche keilförmig eingeschnitten, damit sie sich biegen lassen; bei 90-Grad-Ecken werden die Dämmstücke im Winkel von 45 Grad geschnitten und dann aneinandergefügt und verklebt; bei Einmündungen (T-Form) wird ein Dämmschlauch bis zur Mitte im Winkel von 90 Grad eingeschnitten, das Gegenstück wird im gleichen Winkel angespitzt.

Wasserführende Rohre zu ummanteln, führt neben der Dämmwirkung auch noch zu weiteren nützlichen Effekten. Schwankungen in der Umgebungstemperatur der Leitungen führen zu unterschiedlichen Längenausdehnungen. Das kann zu den allseits bekannten Knackgeräuschen führen. Eine Isolierung der Heizungsrohre schränkt das hörbar ein. Über Heiz- und Wasserleitungen können sich auch Geräusche im Haus übertragen. Eine Isolation trägt also zum Schallschutz bei. Es ist sogar sinnvoll, selbst Kaltwasserleitungen mit Schalen oder Schläuchen zu ummanteln. Trinkwasser wird in Deutschland meist unter 15 Grad Celsius angeliefert. Jeder hat schon wahrgenommen, dass sich an offen liegenden Leitungen besonders in der warmen Jahreszeit Kondenswasser bildet. Fast absurd erscheint der Fall, dass sich in hoch wärmegedämmten Gebäuden manche Räume trotz abgestellter Heizkörper über Gebühr aufheizen. Schon mancher hat dann erstaunt festgestellt, dass lange, nicht isolierte Heizleitungen die Ursache waren.

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