Leichtbauwand selbst montieren

Ob Trennwand, Dachausbau oder neue Raumaufteilung: Mit Leichtbauwänden können Heimwerker in Eigenregie die Aufteilung ihrer Räumlichkeiten selbst in Angriff nehmen.
Frank Kemter
Ob Trennwand, Dachausbau oder neue Raumaufteilung: Mit Leichtbauwänden können Heimwerker in Eigenregie die Aufteilung ihrer Räumlichkeiten selbst in Angriff nehmen.
Leichtbauwand, Leichtbauwände
Mit Eckschutzprofilen erhalten Leichtbauwände aus Gipskarton einen sauberen Abschluss. Foto: Saint-Gobain Rigips

Manchmal passt der aktuelle Grundriss des Eigenheims nicht mehr zu den Bedürfnissen der Bewohner: Statt eines großen Raumes wären zwei optimal, um zum Beispiel dem Nachwuchs jeweils ein eigenes Zimmer zuzugestehen. Oder das bisher ungenutzte Dachgeschoss soll zu hochwertigem Wohnraum ausgebaut werden. Mit relativ wenig Aufwand und vor allem wenig Dreck lässt sich eine Trennwand selber bauen - und zwar mithilfe von Leichtbauwänden.

Leichtbauwand selbst erstellt: Nur wenig Bauschutt

Leichtbauwände haben gegenüber einer gemauerten Wand den Vorteil, dass bei ihrer Errichtung nur wenig Bauschutt anfällt. Die Produkte, die der Heimwerker hierfür benötigt, sind genormt und mit ein wenig Sorgfalt leicht zu verarbeiten.

Ständerwerk aus Metallprofilen

Im ersten Schritt wird ein Ständerwerk aus Metallprofilen erstellt. Dabei gilt es zu beachten, dass dieses nicht auf bestehende Bodenbeläge wie etwa Laminat montiert werden sollte. An dieser Stelle muss der Belag entfernt und vom Unterboden entkoppelt werden, indem dort zum Beispiel eine dämpfende Korkschicht ausgelegt wird. Der Abstand der Ständer bestimmt sich durch die Breite der Gipskartonplatten, die später montiert werden. Das Ständerwerk muss an allen Seiten gut befestigt werden.

Dämmung in den Zwischenräumen

Ist das Ständerwerk der künftigen Leichtbauwand fertig, muss man sich entscheiden, ob man eine einfache, aber etwas windige Zweckkonstruktion haben will, oder ob es etwas hochwertiger sein soll. In diesem Fall sollte in die Zwischenräume der Metallständer eine Dämmung zum Beispiel aus Mineralwolle eingebracht werden. Zum einen wird dadurch der Schallschutz verbessert, zum anderen kann auch die Wärme nicht so schnell von einem beheizten in den danebenliegenden unbeheizten Raum entweichen. Ebenfalls in der Zwischenwand müssen, falls gewünscht, die Elektroleitungen verlegt werden. Der eigentliche Anschluss sollte später allerdings, sofern keine eigene Fachkunde vorhanden ist, besser von einem Elektriker erledigt werden.

Keine Sägearbeiten notwendig

Im nächsten Schritt beim Trennwand selber bauen müssen die Gipskartonplatten auf das richtige Maß gebracht werden. Dazu einfach mit einem Tapeziermesser die Platte an einer Seite einritzen und dann über einer Kante brechen: Sägearbeiten sind nicht nötig, da Gips so porös ist, dass es leicht bricht. Die Stabilität kommt vom Kartonüberzug. Die Platten werden dann an das Ständerwerk geschraubt. Indem man Schnellbauschrauben verwendet, ist auch kein Vorbohren nötig. Besonders stabil wird die Wand, wenn die Platten zweilagig aufgebracht werden. Zuletzt werden die Fugen sorgfältig verspachtelt. An Ecken werden Eckschutzprofile in die zuvor aufgebrachte Spachtelmasse gedrückt; abschließend werden Unebenheiten geschliffen. Das endgültige Finish erhält man, indem man die Wand mit Dispersionsfarbe streicht oder tapeziert.

verfasst am: 08.06.2012
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