Mit Wasserglas Oberflächen versiegeln

Wasserglas ist ein schon lange bekanntes Dichtmittel, das in vielen Bereichen eingesetzt werden kann - auch zur Abdichtung von Oberflächen im Baubereich ist die streichbare Lösung geeignet.

 Kommentare

Hausbau, Wasserglas, Abdichtung, Foto: anderssehen/Fotolia.com
Wasserglas wird auch beim Hausbau zur Abdichtung von Oberflächen verwendet. Dabei verfestigt die Mischung aus Quarzsand und Carbonat die Oberflächen und verbessert zusätzlich deren Haftung. Foto: anderssehen/Fotolia.com Foto: anderssehen/Fotolia.com

Wasserglas wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts von einem deutschen Chemiker entdeckt. Seither hat sich die Substanz, die aus Quarzsand und Carbonat hergestellt wird, unter anderem auch im Baubereich für viele Einsatzzwecke etabliert. Das Alkalisilikat verfestigt Oberflächen und dichtet sie ab. Als Zusatzmaterial wird die Haftung von Oberflächenbeschichtungen verbessert.

So wirkt Wasserglas

Unbehandelte Oberflächen, zum Beispiel von Beton, Holz oder Lehm, enthalten Poren beziehungsweise Kapillaren, die zum einen Feuchtigkeit ins Innere und Staub oder andere Feinpartikel nach außen transportieren. Wird auf diese Oberflächen Wasserglas aufgetragen, dann reagiert das Alkalisilikat mit bestimmten Wirkstoffen im Material und bildet ein unlösliches Gel, das die Poren verschließt und abdichtet. Die Fähigkeit zur Wasseraufnahme ist dadurch ebenso reduziert wie die Staubentwicklung, dies insbesondere bei Baustoffen wie Beton, Mauerwerk oder Lehm. Teilweise wird damit geworben, dass Wasserglas auch die Oberfläche härtet und damit widerstandsfähiger macht. In der Praxis hat sich diese Behauptung jedoch nicht bestätigt.

Einsatzgebiete von Wasserglas

Die chemische Verbindung Wasserglas hat verschiedene Eigenschaften, die es als Mittel zur Abdichtung bestens geeignet machen. Im Baubereich wird Wasserglas deshalb in vielen Bereichen eingesetzt: 

  • Abdichtung von Putz und Mauerwerk
  • Abdichtung von Betonoberflächen und Estrichen
  • Schutz von Natursteinen durch Verkieselung der Oberfläche
  • Zusatz zu Kalkfarben zur Verbesserung von Haftung und Festigkeit
  • Konservierung von Holzoberflächen, unter anderem auch zur Verbesserung des Brandschutzes
  • Als Fliesenkleber
  • Als Fassadensperrsystem zur Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit per Injektionsverfahren

Die Eindringtiefe liegt je nach Untergrund zwischen 0,5 und zehn Millimetern. Bis zum Eintreten der maximalen Wirkung geben viele Hersteller einen Zeitraum von 28 Tagen an. Eine bauaufsichtliche Zulassung ist für den Einsatz nicht nötig.

Hinsichtlich der Kosten für Wasserglas lassen sich keine pauschalen Aussagen treffen. Wie teuer der Einsatz ist, hängt vom Hersteller und dem spezifischen Verwendungszweck ab. Als Flüssigkeit zur Abdichtung ist die Substanz in verschiedenen Gebinden erhältlich, verstreichbar ist flüssiges Wasserglas mit dem Pinsel, dem Quast oder der Rolle.


Anzeige


War dieser Artikel für Sie hilfreich?

(65 Bewertungen, Ø 4.02)

Kommentare (13)

s.ban | 15.12.2014 15:10

wo kann ich das besorgen


Redaktion bauen.de | 16.12.2014 10:15

Hallo s.ban,

Baustoffhändler sowie der gut sortierte Baumarkt führen in der Regel Kaliwasserglas. Über die Suchbegriffe Flächensperre, Horizontalabdichtung oder Mauerwerkssperre werden Sie auch im Internet fündig.

Beste Grüße

Ihre Redaktion von bauen.de


guido | 02.04.2015 17:11

Hallo, wird Wasserglas direkt aufgetragen oder gemischt? Mit was und in welchem Mischungsverhältnis?

danke


Redaktion bauen.de | 08.04.2015 14:49

Hallo Guido,

in den meisten Fällen wird Kali-Wasserglas mit Wasser verdünnt. Dabei richtet sich das Mischungsverhältnis unter anderem nach der Saugfähigkeit des Untergrunds, aber auch nach der Anwendungsart.

Weitere Informationen sollten auf der Packung stehen, beziehungsweise liefert auch der Hersteller.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Herbert Haacken | 22.06.2015 21:05

Danke für die sehr nützlichen Infos. Also werde ich für meine Betonplatte Kaliwasserglas einsetzen.


gufri | 14.03.2016 13:34

Hallo, kann man mit Wasserglas einen Holzfußboden "versiegeln"? Danke für eine Antwort


bauen.de-Redaktion | 15.03.2016 13:18

Hallo gufri,

für das Versiegeln von Holzböden gibt es speziell dafür entwickelte Versiegelungsstoffe (z.B. Öl, Wachs oder Lack), die auch schwere Gegenstände aushalten. Welche Versiegelung am besten geeignet ist, kann eine Beratung mit einem Experten klären.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


S. Würtenberg | 21.03.2016 09:51

kann man mit Wasserglaszement Trinkwassertanks ausstreichen?

Danke, Sonni


Gelle | 08.04.2016 18:38

Wasserglas ist besser als sein Ruf. Zwischen 1939 und 1945 wurde es verwendet als

Einstreichmittel für Dachlatten, weil dann Holz nicht mehr brennbar war. Des weiteren

wurde es auch bei Bauarbeiten in der Wolfschanze verwendet. Mit Einmischung im Beton

wird es wasserdicht. Auch hat man festgestellt das der Beton richtig hart wird, das geht

aber nur wenn es schon beim mischen bei gegeben wird.

Auch kann man mit Wasserglas alten Beton mit neuen fest verbinden.

 


P.Künast | 05.05.2016 16:07

Wie kann ich Wasserglas Spritzer, die ausgehärtet sind, von einer Fensterscheibe entfernen?


Redaktion bauen.de | 06.05.2016 12:34

Hallo P.Künast,

bei Schäden durch Wasserglas spricht man üblichereise von Verätzungen. Wenn die Spritzer bereits ausgehärtet sind, hilft möglicherweise ein saures Reinigungsmittel. Größere Flächen können mit einem Polier- und Schleifpulver für Fensterglas behandelt werden.

Viele Grüße,

die Redaktion von bauen.de


Wave55 | 16.05.2016 13:18

Habe verschiedene Materialien mit Wasserglas bestrichen,es ist ein glatte Oberfläche entstanden,die sich aber in Kontakt mit Wasser in kristalline feine Partikel wieder auflöst!

Was habe ich falsch gemacht?


Redaktion bauen.de | 18.05.2016 12:18

Hallo Wave55,

je nach Hersteller und Produkt ist Wasserglas unter bestimmten Voraussetzungen wasserlöslich, beispielsweise ab einer gewissen Temperatur oder unter bestimmtem Druck. Möglicherweise war es auch noch nicht vollständig ausgehärtet. Erkundigen Sie sich beim Hersteller, für welche Einsatzgebiete das Produkt hergestellt wurde und fragen Sie nach der korrekten Anwendung.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de


Kommentar schreiben


Information

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.

Datenschutz

Ihre personenbezogenen Daten werden entsprechend den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen behandelt. Infos zum Datenschutz

Werbung

Werbliche Verlinkungen in den Kommentaren werden entfernt.

Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder

Energetische Sanierung: Schwachstellen mit der Wärmebildkamera erkennen

Thermografie: Eine Wärmebildkamera zeigt, wo die energetischen Schwachstellen eines Hauses sind. weiterlesen

Nachträglicher Schallschutz

Viele Altbauten haben einen eher schlechten Schallschutz. Das kann für die Bewohner zu einer erheblichen Belastung werden. Der Schallschutz eines Gebäudes lässt sich aber nachträglich verbessern. weiterlesen

Schadstoffe im Haus: Richtig sanieren

Umweltgifte und Schadstoffe im Haus können eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Asbest, Radon und Co. sollte man deshalb durch Sanierung beseitigen. weiterlesen

Modernisierung: Das müssen Hauseigentümer beachten

Die Modernisierung des Eigenheims ist nicht nur alleinige Sache der Eigentümer. In einigen Fällen müssen sie erst eine Baugenehmigung der örtlichen Baubehörde einholen, wenn sie ihr Haus modernisieren möchten. weiterlesen

Trockener Altbaukeller mit Injektionsverfahren

Viele Altbau-Keller sind feucht und sanierungsbedürftig. Das Injektionsverfahren ist ein vergleichsweise einfaches Verfahren zur Mauerwerkstrockenlegung. weiterlesen