Schimmel, Asbest und Co: Diese Schadstoffe lauern in den eigenen vier Wänden

Verstecken sich Schadstoffe im Wohnbereich, so sollten diese schnell beseitigt werden. Denn Schimmel, Asbest und Co. belasten die Gesundheit.

Immer häufiger wird Mietern und Hausbesitzern der Spaß am Wohnen durch Schadstoffe genommen. Wohngifte wie Schimmel, Asbest und Weichmacher verstecken sich vor allem in Tapeten, PVC-Böden, Dämmstoffen und Holzbrettern.

Gesundheitsrisiko: Weichmacher

PCB (Polychlorierte Biphenyle) wird häufig als Weichmacher verarbeitet und meist Kunststoffen beigemischt, damit sie einfacher zu bearbeiten sind. Vergleichbare Weichmacher können auch in PVC-haltigen Bodenbelägen, Kabeln, Folien, Beschichtungen und Profilen für den Bau von Fenstern und Türen vorgefunden werden.

Der Mensch nimmt solche Schadstoffe meist über die Haut auf. In der Folge kann dies die Gesundheit beeinträchtigen. Häufige Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen und sogar Schädigungen von Leber und Nerven. Das Ausmaß der Schadstoffbelastung im Wohnbereich kann mit Hilfe einer Raumluftmessung und der Erfassung über den Hausstaub bestimmt werden. Für die Sanierung gilt: Die erfolgreichste Methode ist, sämtliche Weichmacherquellen komplett zu entfernen.

Sehr gefährlich: Asbest

Asbest ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe mineralischer Silikatfasern. Diese sind für Menschen zwar giftig, haben aber auch einige Vorteile. Deshalb wurden sie bis vor einigen Jahren gerne verbaut: Asbest ist nicht entflammbar, beständig gegen Fäulnis, elastisch und besitzt eine geringe elektrische Leitfähigkeit. Lange Zeit wurden Asbestfasern für Anwendungsbereiche wie Isoliermaterialen, Backöfen, Fußbodenbeläge und Farben genutzt.

Der Mensch nimmt die Asbestfaser, die sich in immer kleinere Fasern bis hin zu Staub aufspalten kann, über die Lunge auf. Die daraus entstehenden gesundheitlichen Schäden hängen von der Dauer der Belastung ab. Beispielsweise kann Asbest zu Krebserkrankungen führen, die oft erst nach Jahrzehnten ausbrechen. Die Sanierung von asbestbelasteten Gebäuden ist gesetzlich geregelt, sehr aufwendig, teuer und darf nur durch spezielle Fachleute erfolgen.

Weitere Schadstoffe im Wohnbereich: Schimmel und Bakterien

Schimmel und Bakterien fühlen sich bei hoher Feuchtigkeit und Wärme in der Wohnung wohl. Sie können Allergien, Atemwegsprobleme, Kopf- und Gliederschmerzen verursachen. Um die Konzentration der Mikroorganismen in der Raumluft festzustellen, wird mit speziellen Filtern eine Probe entnommen und ins Labor geschickt. Bei der Keim- und Sporenmessung rücken Spürhunde dem Schimmel auf den Pelz. Der Hund wird durch die Wohnung geführt und zeigt die Orte mit verstecktem mikrobiellem Befall.

Den Schimmelbefall kann man oft nur beseitigen, indem die belasteten Materialien vollständig trockengelegt und entfernt werden. Ist Schimmel durch unzureichendes Lüften entstanden, muss der Untergrund nach Entfernung der belasteten Materialien behandelt und neu aufgebaut werden. Manchmal ist der Einsatz von Fungiziden dabei nicht zu vermeiden. Ein beträchtlicher Nachteil von Fungiziden: Sie sind gesundheitsschädlich und beseitigen die Schimmel-Plage nur vorübergehend.

Holzschutzmittel

Schadstoffe stecken manchmal auch dort, wo man eigentlich Natur pur vermutet: in Holzbauteilen. Holzschutzmittel sollen das natürliche Baumaterial vor tierischen und pflanzlichen Schädlingen schützen - leider schädigen sie aber auch den Menschen. Krämpfe, Übelkeit sowie Glieder- und Muskelschmerzen können die Auswirkungen sein. Unter den vielen Mischungen der Holzschutzmittel lassen sich drei Gruppen zusammenfassen:

  • Wasserlösliche Salze, sie sind vergleichsweise ungefährlich.
  • Teeröle setzen sich aus krebserregenden Elementen zusammen und sind in Innenräumen generell verboten.
  • Ölige Holzschutzmittel enthalten insekten- und pilztötende Wirkstoffe wie Lindan und PCP (Pentachlorphenol). PCP ist seit 1989 generell in Deutschland verboten.

Bei der Sanierung müssen alle mit Schadstoffen behandelten Materialien entfernt oder belastete Oberflächen mit Dampfsperren, zum Beispiel dampfdichte Folien, versehen werden. Generell ist der Gebrauch von Holzschutzmitteln in Innenräumen häufig überflüssig. Konstruktiver Holzschutz und die Verwendung von gut getrocknetem Bauholz reicht meist aus.

Lösungsmittel

Lösungsmittel sind meist flüchtige Verbindungen, die andere Stoffe lösen oder verdünnen. Eine Vielzahl chemischer Lösungsmittel sind in hohem Maße gesundheits- und umweltschädlichv - und somit als Schadstoff einzuordnen. Bei der Verwendung von lösemittelhaltigen Klebstoffen und Lacken entweichen giftige Stoffe in die Raumluft. Sie werden durch die Atmung vom menschlichen Organismus aufgenommen. Schwindelgefühl und Übelkeit können die Folge sein. Gelegentlich werden Lösungsmittel nach dem Tapezieren oder Verlegen eines neuen Teppichs freigesetzt. Abhilfe kann durch kräftiges Lüften geschaffen werden. Liegt eine starke Belastung vor, sollte der Lösungsmittelherd entfernt werden.

Künstliche Mineralfasern

Künstliche Mineralfasern werden überwiegend zu Wärme- und Schalldämmung eingesetzt. Die Fachkommission für Bewertung von Arbeitsstoffen hat die häufigsten Mineralfaserproduktgruppen als "im Tierversuch eindeutig krebserregend" eingestuft. Das betrifft aber nicht alle Mineralfasern, sondern nur sehr feine, die der Mensch über die Atmung aufnimmt. Diese Mineralfasern können ähnlich wie Asbest zu Tumoren führen.

Der Umgang mit Mineralfaserdämmstoffen sollte durch staubarmes Arbeiten geprägt sein. Empfehlenswert ist es eine Staubmaske zu tragen. Angefallener Mineralstaub sollte angefeuchtet und ohne Staubaufwirbelung entfernt werden. Alternativen für künstliche Mineraldämmstoffe sind Perlite (durch Erhitzen expandiertes vulkanisches Gestein) und Blähton- oder Korkschüttungen.

verfasst am: 20.03.2013
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