Tipps: Ein denkmalgeschütztes Haus modernisieren

Wer ein denkmalgeschütztes Haus bewohnt, muss nicht auf modernen Wohnkomfort verzichten. Auch energiesparende Maßnahmen sind möglich und werden staatlich gefördert.

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Denkmalschutz, denkmalgeschütztes Haus Foto: Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB)
Denkmalgeschütztes Haus sanieren: Auch hinter schmucken Fachwerkfassaden ist moderner Wärmeschutz möglich. Foto: Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) Foto: Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB)

Ob Fachwerkkate, Gründerzeitvilla oder Bungalow im Bauhausstil – Häuser mit Geschichte faszinieren. Damit solche architektonischen Kleinode erhalten bleiben, stehen viele von ihnen unter Denkmalschutz. Für Eigentümer ist es zwar ein Grund zu Stolz und Freude, wenn das eigene Haus bewundert wird, doch historische Wohnhäuser sind aufwendig zu unterhalten, die Heizkosten oft hoch.

Modernisierung auch bei Denkmalschutz

Ein denkmalgeschütztes Haus mit reich verzierter Fassade kann man nicht, wie sonst bei Altbauten üblich, rundum in Dämmstoff hüllen, um den Energieverbrauch zu senken. Energiesparmaßnahmen wie Dämmung oder Fensteraustausch sind jedoch beim Baudenkmal nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Allerdings müssen immer die regional unterschiedlichen Vorgaben des Denkmalschutzes beachtet und die baulichen Maßnahmen genehmigt werden. Eigentümer sollten vor einer Modernisierung so frühzeitig wie möglich Kontakt zu den zuständigen Behörden aufnehmen.

Wärmeschutz für ein denkmalgeschütztes Haus

Nicht immer bezieht sich der Denkmalschutz auf das ganze Haus. Wenn nur die Stuckelemente der Vorderfassade betroffen sind, kann womöglich an der Hofseite eine herkömmliche Dämmung angebracht werden. Für manche geschützte Fassaden kommt ein Wärmedämmputz in Frage, bei zweischaligem Maueraufbau auch eine Einblasdämmung im Hohlraum. Ein Fachwerkhaus lässt sich von innen dämmen. Unter dem Dach und zum Kellergeschoss ist eine Dämmung meist problemlos möglich.

Historische Fenster mit Einscheibenverglasung lassen sich manchmal zu Kastenfenstern mit vorgesetztem Wärmeschutzglas umfunktionieren. Fensterhersteller bieten mittlerweile auch stilgerechte Nachbauten alter Fenster mit sehr schlanken Profilen und moderner Verglasung an, die Denkmalschutz und Energieeffizienz gleichermaßen gerecht werden.

Effiziente Heiztechnik

In gewissem Maße kann eine effiziente Heizung den mangelnden Wärmeschutz ausgleichen. Für ein denkmalgeschütztes Haus eignet sich beispielsweise eine Holzpellet- oder Stückholzheizung, die sparsamer im Betrieb und umweltfreundlicher als eine Ölheizung ist. Für große ungedämmte Gebäude bietet sich ein Mikro-Blockheizkraftwerk an, das gleichzeitig Strom und Wärme produziert. Selbst eine Solaranlage auf dem Dach eines Wohndenkmals kann genehmigt werden, wenn sie von der Straße nicht sichtbar und optisch der Dacheindeckung anpasst ist.

Geld vom Staat

Wer ein Haus unter Denkmalschutz modernisiert, kann allerdings meist nicht auf billige Standardlösungen zurückgreifen. Doch es gibt Finanzierungshilfen: Im Rahmen des Programms Energieeffizient Sanieren fördert die staatliche KfW-Förderbank die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Denkmal mit zinsgünstigen Krediten oder Investitionszuschüssen. Die Anforderungen an den energetischen Standard nach der Modernisierung sind weniger hoch als bei anderen Altbauten.

Wer sein denkmalgeschütztes Haus selber bewohnt, kann außerdem Erhaltungsarbeiten am Gebäude bei der Einkommenssteuer über zehn Jahre mit bis zu neun Prozent jährlich absetzen.


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