Trockener Altbaukeller mit Injektionsverfahren

Viele Altbau-Keller sind feucht und sanierungsbedürftig. Das Injektionsverfahren ist ein vergleichsweise einfaches Verfahren zur Mauerwerkstrockenlegung.
Frank Kemter
Mauerwerkstrockenlegung
Feuchte und schadhafte Keller gefährden die Bausubstanz. Eine Mauerwerkstrockenlegung mittels Injektionsverfahren kann Abhilfe schaffen. Foto: VPB

Eine Vielzahl von Altbaukellern hat Feuchtigkeitsschäden, die langfristig zu Schäden an der Bausubstanz oder gar Schimmelbildung führen können. Um solche Feuchtigkeitsschäden zu beseitigen, gibt es zahlreiche Verfahren, die jedoch oft aufwendig und teuer sind. Das gilt insbesondere dann, wenn der Keller von außen freigelegt und abgedichtet wird.

Mauerwerkstrockenlegung mit Injektionsverfahren

Mit wesentlich weniger Aufwand ist eine Mauerwerkstrockenlegung mit dem so genannten Infektionsverfahren möglich. Dabei wird eine nachträgliche Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Fundamentbereich hergestellt - eine solche fehlt bei vielen Altbauten gänzlich. Um eine Horizontalsperre nachträglich einzubauen, werden beim drucklosen Injektionsverfahren zunächst im unteren Bereich des Kellers schräge Bohrlöcher tief in die Wand gebohrt. In diese werden spezielle Chemikalien geleitet, die die Kapillaren des Mauerwerks verschließen sollen, so dass keine Feuchtigkeit mehr aufsteigen kann. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn die Wand nicht komplett durchnässt ist. In diesem Fall können die Chemikalien nicht in die Kapillaren, beziehungsweise Poren eindringen. Die Methode eignet sich somit nicht für jeden Sanierungsfall. Bisweilen ist auch ein aufwändiges Trocknen des Mauerwerks nötig, bevor mit den Injektionen begonnen wird.

Nachträgliche Horizontalsperre

Um eine wirklich wirksame Horizontalsperre zu erhalten, werden in der Regel (mindestens) zwei Reihen gegeneinander versetzte Löcher mit recht kleinen Abständen gebohrt. Beim Injektionsverfahren ohne Druck wird die Injektions-Flüssigkeit mithilfe von Trichtern in das Mauerwerk eingebracht, wobei es in der Regel mehrere Tage oder Wochen dauert, bis dieses gesättigt ist.

Daneben gibt es auch das Hochdruck-Injektionsverfahren, bei dem - wie der Name schon sagt - die Injektions-Flüssigkeit mit hohem Druck eingepresst wird. Hierfür ist Spezialgerät nötig, so dass diese Methode nur von spezialisierten Fachfirmen angewandt werden kann.

Injektionsverfahren auch für geübte Heimwerker geeignet

Mit drucklosen Injektionen kann unter Umständen auch ein geübter Heimwerker selbst die gewünschte Horizontalsperre herstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Ursache auch tatsächlich die fehlende oder fehlerhafte Horizontalsperre ist. Kommen auch andere Unsachen in Betracht, ist das Injektionsverfahren wirkungslos. Im Zweifel sollte also ein Gutachter damit beauftragt werden, die genaue Ursache der Kellerfeuchtigkeit zu ermitteln.

verfasst am: 27.01.2012
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