Sanierung - Kosten beim Haus sanieren
Harmlos oder doch gefährlich? Risse im Haus verunsichern so manchen Eigenheimbesitzer. Aber: Riss ist nicht gleich Riss.
von Birgit Nöth(bauen.de) - Risse im eigenen Wohnhaus beunruhigen viele Hausbesitzer. Die Risse haben allerdings verschiedenste Ursachen, weiß Reimund Stewen, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB). Neben Erschütterungen können dafür auch sich verändernde Grundwasserspiegel, der Bergbau oder problematische Böden verantwortlich sein. Je nach Größe des Risses, muss dieser genauer unter die Lupe genommen werden. Erst nach dem Befund entscheidet sich dann das weitere Vorgehen.
Harmlos sind nach Angaben des Experten Haarrisse - also kleine feine Risse, die sich im Putz bilden. Bis zu einer Breite von 0,2 Millimeter sind sie unbedenklich. Die Setz- oder Spannungsrisse entstehen, wenn der Putz austrocknet oder sich aneinander stoßende Bauteile bei Wärme unterschiedlich stark ausdehnen. Bei echten Haarrissen muss sich der Hausbesitzer also keine Gedanken machen. Sie sind in der Regel allenfalls ein optischer Makel.
Ganz anders sieht es dagegen bei Rissen über 0,2 Millimeter Breite aus. Wer solche Schäden entdeckt, muss handeln, betont der Baufachmann. Betroffene sollten schnellstmöglich einen Sachverständigen zu Rate ziehen und der Ursache auf den Grund gehen. Bei der Untersuchung klopft der Experte den Putz an der betroffenen Stelle ab und prüft, ob der Riss durch die Konstruktion hindurch geht. Das würde auf ein gefährliches statisches Problem hindeuten. Weitere Ursachen: unterschiedliche Spannungen verschiedener Bauteile, Setzungen des Hauses oder die nicht vorgesehene Belastung eines Bauteiles.
Wichtig ist, den Riss über gewisse Zeit genau zu beobachten. Hierzu setzt der Bausachverständige eine Gipsmarke auf den Riss. Da der Gips starr ist, reagiert er sofort auf Veränderungen des Risses. Reißt die Markierung, steht fest, dass die Ursache des Problems weiterhin besteht. Bleibt die Marke vier Wochen unbeschädigt, ist die Bewegung im Haus höchstwahrscheinlich zum Stillstand gekommen, und der Besitzer muss sich zunächst keine weiteren Gedanken machen, beruhigt Stewen.
Vor Rissen schützen, kann sich der Bauherr nur durch sorgfältige Planung. So sollte zwischen unterschiedlichen Materialien in der Oberflächenbeschichtung eine so genannte Sollbruchstelle vorhanden sein. Ein Baugrundgutachten gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Bodens und weist frühzeitig auf mögliche Probleme im Untergrund hin. Eine Garantie gegen Risse gibt es aber nicht, erklärt der Bausachverständige.
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