Wintergarten: Planung, Beschattung und Preise
Gibt es eine Mindestgröße? Wie ist die vorgegebene bauliche Situation? Welche Formen gibt es? Auch hier spielt die Nutzung eine große Rolle.
von Wintergarten FachverbandFormenvielfalt
Wintergärten können viele Formen annehmen, doch nicht jede Form passt zu Ihrem Typ, zu Ihrem Haus, zu Ihren Platzverhältnissen.
Viele Wintergarten-Fans haben zunächst eine Form vor Augen: und zwar die eines Glasanbaus. Eine tragende Konstruktion aus Holz-, Aluminium- oder Kunststoffprofilen samt einer Außenhaut aus Glas formt dabei bis zu drei Seiten sowie das Dach und grenzt mit einer Seite an das Kernhaus an. Doch lässt sich auch mit anderen transparenten Konstruktionen die Außenhülle eines Hauses spannungsvoll aufbrechen: etwa mit einem Lichtdach oder einer Glasfassade. Gerade bei schmalen und tiefen Reihenhäusern können mit solchen Lösungen lichtdurchflutete Räume geschaffen werden, selbst wenn der Anbau eines Wintergartens aus Platzgründen oder per Bauordnung nicht möglich sein sollte.
Harmonie oder Kontrast
Ob die Glaskonstruktion eine dominante oder eine zurückhaltende Rolle spielen soll, ob sie in einen Neubau oder einen Altbau integriert wird, wichtig ist vor allem: Sie soll in ihrer Gestaltung bewusst Bezug auf das Kernhaus erkennen lassen. Das heißt jedoch nicht, dass die beiden Gebäudeteile mit ihrem unterschiedlichen Charakter in ein und demselben Stil gehalten werden müssten. Gerade bei Umbau und Erweiterung eines Altbaus macht der gezielte stilistische Gegensatz zwischen Alt und Neu oft den gestalterischen Reiz aus.
Nicht zu vergessen ist auch, dass nicht nur die feststehenden Elemente des Tragwerks mit dem Rhythmus der Hausfassade harmonieren sollten. In dieses Netzwerk sind auch die beweglichen Teile wie Türen, Lüftungsöffnungen oder -vorrichtungen von vornherein einzubeziehen. Außerdem ist es wichtig, sich vorab Gedanken über die Beschattungsanlagen zu machen, vor allem über solche im Außenbereich. Nur so wird die gestalterische Harmonie nicht nachträglich womöglich wieder zerstört. Für die Fensterrahmen des Kernhauses und die Tragprofile des Wintergartens müssen Sie nicht dasselbe Material wählen. Da Fenster statisch nicht belastet werden dürfen und oft der Witterung nicht so stark ausgesetzt sind, haben Fensterprofile nicht so hohe Anforderungen zu erfüllen wie Tragprofile. Deshalb kann ein ganz anderes Rahmenmaterial für Ihren persönlichen Traum aus Glas besser geeignet sein.
Unverzichtbar ist jedoch ein stimmiges Farbkonzept zwischen Haus und Wintergarten.
Raumplanung
Die Flächenplanung für Ihren Wintergarten hängt eng damit zusammen, welche Schwerpunkte Sie setzen möchten.
Prinzipiell sind drei Bereiche zu unterscheiden: Ruhezone, Pflanzzone und Verkehrsbereich (oft führt der Ausgang vom Haus in den Garten durch den Wintergarten, weshalb ein freier Durchgang wichtig ist). Berücksichtigen Sie diese Überlegungen, so ergeben sich daraus Eckdaten zur Größe des Wintergartens sowie zu den Öffnungsmöglichkeiten.
Da gelegentlich Möbel oder größere Pflanzen direkt in den Wintergarten beziehungsweise ins Freie getragen werden sollen, leistet eine größere Öffnung - wie eine doppelflügelige Drehkipp-, Schiebe- oder Faltschiebetür - unschätzbare Dienste.
Als Faustregel gilt: Ein Wintergarten, der als separater Wohn- oder Arbeitsraum vorgesehen ist, sollte eine Grundfläche von mindestens 15 Quadratmeter haben. Für die Raumtiefe sind mindestens 2,5 Meter vorzusehen. Weitaus geringere Ansprüche an Größe und vor allem Raumtiefe besteht für eine Konstruktion, bei der Wohnhaus und Wintergarten offen ineinander übergehen.
Standortfaktoren
Die Einhaltung von Abstandsflächen, der vorhandene Kellerabgang, ein wenig attraktiver Ausblick, die Zugangsmöglichkeiten von Haus und Garten: Gerade bei nachträglich zu errichtenden Wintergärten spielen viele Faktoren mit, die bei der Planung zu berücksichtigen sind. Lassen Sie sich nicht vorschnell in Ihren Träumen bremsen. Erfahrene Planer wie die Mitglieder des Wintergarten Fachverbandes finden meist auch unter schwierigen Bedingungen wirklich gute Lösungen. Sofern es die Statik zulässt, bieten sich vielleicht der Balkon oder das Garagendach an, auf Säulen oder „Stelzen“ können auch Wintergärten im ersten Stock entstehen.
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