Niedrige Zinsen bedeuten nicht nur niedrige Raten sondern auch, dass die Tilgung eines Darlehens länger dauert. Man nennt dieses Phänomen auch Laufzeiteffekt.
Ein niedriger Zinssatz bei der Baufinanzierung ist zunächst sehr vorteilhaft und macht für viele die Finanzierung einer Immobilie erst bezahlbar. Allerdings haben günstige Zinsen auch einen Haken: denn je niedriger der Zinssatz, desto länger dauert es, bis das Darlehen getilgt ist. Umgekehrt sorgen hohe Zinsen zwar auch für eine hohe monatliche Belastung, jedoch auch für eine schnellere Tilgung eines Darlehens. Finanzexperten nennen dies Laufzeiteffekt.
Deshalb gilt: Bei niedrigen Zinsen sollte immer eine Tilgungsrate von mehr als dem üblichen einen Prozent vereinbart werden. Ansonsten kann es 35, 40 oder gar noch mehr Jahre dauern, bis das Darlehen zurückgezahlt ist.
Grund für den Laufzeiteffekt: Die Restschuld nimmt durch die laufende Tilgung ab. Mit jeder Rate wird der Zinsanteil kleiner, weil ein Teil des Darlehens zurückgezahlt wird und nur noch auf den verbleibenden Rest Zinsen zu zahlen sind. Der Tilgungsanteil nimmt nach jeder Zahlung um die Zinsen zu, die der Darlehensnehmer mit der Tilgung spart. Bei einem hohen Zinssatz ist die monatliche Zinsersparnis größer als bei einem niedrigen Zinssatz. Bei einem sehr niedrigen Zinssatz wächst der Tilgungsanteil nur sehr langsam.
Beispiel für die Auswirkung des Laufzeiteffekts:
Ein Darlehen über 100.000 Euro, das mit drei Prozent Zinsen und einem Prozent Tilgung bedient wird, kostet monatlich 333 Euro. Es ist - gleichbleibende Konditionen vorausgesetzt - aber erst nach rund 46 Jahren komplett zurückgezahlt. Ein 100.000-Euro-Darlehen mit acht Prozent Zinsen und einem Prozent Tilgung kostet zwar 750 Euro im Monat, ist aber schon nach 27 Jahren zurückgezahlt.
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