Finanzierungsarten für Haus und Immobilie

Kombi-Darlehen

Wer verschiedene Darlehensvarianten miteinander kombiniert, verspricht sich davon Vorteile. Doch nicht alle möglichen Kombi-Darlehen sind für jedermann geeignet.

von Frank Kemter

Mehr Flexibilität und letztlich auch einen finanziellen Vorteil versprechen sich manche Häuslebauer, die statt eines konventionellen Darlehens verschiedene Finanzierungsvarianten kombinieren. Hier gibt es mehrere mögliche Kombi-Darlehen, die aber auch Nachteile haben können.

(Teil-)Flexible Darlehen

Manche Banken bieten beispielsweise Darlehen an, die ein klassisches Annuitätendarlehen mit einem variabel verzinsten Darlehen kombinieren. Der Vorteil: Der variable Darlehensteil kann kurzfristig ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Denn variabel verzinste Darlehen können mit kurzen Fristen gekündigt werden, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank gezahlt werden muss. Wer bei Sondertilgungen also flexibel bleiben will, für den kann sich diese Variante lohnen. Allerdings: Je nach aktueller Marktlage können die Zinssätze für variable Darlehen bisweilen deutlich höher liegen als die für feste Darlehen (die Zinsen von variablen Darlehen orientieren sich in der Regel am so genannten Drei-Monats-Euribor). Zwar kann die variable Tranche auch später noch in ein Darlehen mit langer Zinsbindung umgewandelt werden. Doch das ist zumindest dann ungünstig, wenn der Marktzins zu diesem Zeitpunkt höher ist als zu Beginn der Finanzierung. Optimal ist eine solche Finanzierung vor allem dann, wenn der Darlehensnehmer auch tatsächlich Sonderzahlungen zur schnelleren Schuldentilgung zu zahlen in der Lage ist und die hohe Flexibilität zum Beispiel wegen eines unregelmäßig hohen Einkommens auch sinnvoll ist.

Bauspar-Hypothekendarlehens-Kombi

Weit verbreitet aber oftmals teuer sind Kombi-Darlehen aus Bausparverträgen und Hypothekendarlehen. Hier wird zu Beginn der Finanzierung ein tilgungsfreies Darlehen aufgenommen und gleichzeitig ein Bausparvertrag über diese Summe abgeschlossen. Aufs Darlehen zahlt der Häuslebauer nur die Zinsen, gleichzeitig wird der Bausparvertrag angespart. Nach ein paar Jahren, wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, wird das Darlehen abgelöst. Fortan wird das Bauspardarlehen abgestottert. Solche Modelle bestechen oft nur auf den ersten Blick: Die Zinsen des späteren Bauspardarlehens sind meist deutlich günstiger als die des Hypothekendarlehens. Aber: Während der Ansparphase des Bausparvertrags gibt’s zumeist auch nur sehr geringe Guthabenzinsen. Und Kosten wie etwa die Abschlussgebühren bleiben ebenfalls unberücksichtigt. Man sollte also sehr genau nachrechnen ob vermeintlich günstige Angebote in der Summe auch tatsächlich vorteilhaft sind.

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