Planung - Baufinanzierung richtig planen

Darlehen: Angebote vergleichen

Die Konditionen für Darlehen unterscheiden sich erheblich: Ein Vergleich lohnt, und nicht immer ist das Angebot mit dem günstigsten Zinssatz auch das billigste.

von Frank Kemter

Im Internet locken Vermittler von Darlehen mit besonders günstigen Konditionen. Die feilgebotenen Bestzinssätze werden aber meist nur bei guter Bonität und hohem Eigenkapital-Anteil gewährt. Wenn die Sicherheiten nicht optimal sind, zahlt der Darlehensnehmer höhere Zinsen oder bekommt bei schlechter Bonität gar keinen Kredit.

Erst alle Unterlagen zusammentragen

Wer eine Immobilie kaufen will und nach einer günstigen Finanzierung sucht, sollte zunächst sämtliche relevante Unterlagen wie zum Beispiel die letzten Gehaltsabrechnungen, eine Vermögensaufstellung und relevante Infos zur zu finanzierenden Immobilie zusammensammeln. Denn erst, wenn sich die Bank ein genaues Bild machen kann, wird sie ein Angebot für ein Darlehen erstellen. Und nur Angebote, die von den gleichen Ausgangsbedingungen ausgehen, sind auch wirklich vergleichbar.

Hausbank oder Vermittler

Zwar fühlen sich viele bei Ihrer Hausbank gut aufgehoben. Dennoch lohnt es sich, auch bei Online-Darlehensvermittlern nachzufragen. Diese arbeiten mit vielen Banken zusammen und versuchen, für das jeweilige Vorhaben den günstigsten Anbieter herauszufinden. Allerdings: Nicht immer schneiden die Filialbanken beim Vergleich schlecht ab, berichtete unlängst die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest. So boten im Vergleich auch einige regionale Geschäftsbanken attraktive Konditionen.

Darlehen richtig miteinander vergleichen

Für einen Vergleich darf übrigens nicht der Nominal- sondern muss der Effektivzins herangezogen werden: Letzterer berücksichtigt auch Kosten wie beispielsweise Bearbeitungsgebühren, die einDarlehen verteuern. Die Preisangabenverordnung (PAngV) schreibt vor, dass alle relevanten Preise und Kosten und bei privaten Finanzierungsgeschäften auch der Effektivzinssatz aufgeführt werden müssen.

Alle Kosten beachten

Dennoch sind nicht sämtliche Kosten im Effektivzinssatz einberechnet: Kontoführungsgebühren, Teilauszahlungsaufschläge oder Bereitstellungszinsen rechnen Banken nicht in den Effektivzinssatz ein, sondern weisen diese Kosten gesondert aus. Gerade bei einem Neubau ist es ein großer Unterschied, ob die Bank beispielsweise schon nach drei oder erst nach 12 Monaten Bereitstellungszinsen berechnet.

Kombi-Modelle: Vergleich schwierig

Außerdem darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. So gibt es eine Vielzahl von Kombi-Modellen, bei denen zum Beispiel tilgungsfreie Darlehen etwa mit Lebensversicherungen, Aktienfonds oder Bausparverträgen als Tilgungsbaustein angeboten werden. Hier ist die Ermittlung der tatsächlichen Kosten für das Darlehen für den Laien schwer zu ermitteln und nicht immer muss ein günstiger Zinssatz auch für ein günstiges Angebot sprechen.

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