Außenanlagen - Garten planen und gestalten

Schwimmteich - die Alternative zum Pool

Der Schwimmteich ist eine Alternative zum Swimmingpool: Er ist naturnah gestaltet und kommt ohne Chlor aus.

von Frank Kemter

Der eigene Swimmingpool im Garten ist für viele Hausbesitzer ein erstrebenswertes Ziel. Ein solcher Pool hat allerdings auch Nachteile. Der Wichtigste: Um das Wasser keimfrei zu halten, muss Chlor zugegeben werden, das nicht nur aggressiv riecht und unangenehm auf der Haut ist. Es steht auch in Verdacht, zumindest in hoher Konzentration die Gesundheit zu gefährden. Eine natürliche Alternative zum Pool ist demgegenüber der Badeteichauch Schwimmteich genannt.

Der Schwimmteich: Wohlfühloase im Garten

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Foto: TeichMeister  
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Foto: swimming-teich.com  
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Foto: VÖS Galanthus  
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Foto: www.helmreich-garten.de  
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Foto: www.helmreich-garten.de  
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Foto: swimming-teich.com  
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Foto: TeichMeister  
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Foto: swimming-teich.com  
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Foto: www.schwimmteich.com  
Ein weitläufiger Schwimmteich ist im eigenen Garten eher die Ausnahme. Für eine Teichanlage sollten jedoch mindestens 50 Quadratmeter eingeplant werden.
Wer von allen Seiten einen guten Zugang zum kühlen Nass haben möchte, baut einen Holzsteg rund um den Teich.
Schwimmteiche sind zweigeteilt: Neben dem Schwimmbereich gibt es eine Regenerationszone, die das Wasser reinigt.
Mit einer Rutsche wird der Schwimmteich zum Abenteuerspielplatz.
Ein Schwimmteich ist Natur pur: Die üppig bepflanzte Regenerationszone säubert die Teichanlage ganz ohne Chemie.
Das Schwimmbecken ist unterhalb der Wasseroberfläche von der Regenerationszone abgetrennt. So bleibt das Wasser klar und sauber.
Leises Plätschern und eine bewegte Wasseroberfläche: In der Regenerationszone des Teiches ist viel Platz für stimmungsvolle Wasserspiele.
Das Wasser und die Pflanzen bieten Lebensraum für Frösche, Wasserläufer und Krebse, die sich wiederum positiv auf das Biotop auswirken. Auf einen Fischbesatz sollte verzichtet werden: Fische reichern das Wasser mit Nährstoffen an und begünstigen so das Algenwachstum.
Kieselsteine sind ein wichtiges Element der Regenerationszone. Damit beim Bau jedoch nicht zu viel organisches Material in den Teich gelangt, sollte der Kies zuvor gewaschen werden.
Wer im eigenen Garten einen Schwimmteich anlegt, kann im Sommer auf überfüllte Badeseen verzichten. Auf den eigenen Liegestühlen liegt sicher kein fremdes Handtuch.
Ein Sonnendeck über dem Wasser ist ein Ort zum Entspannen. Wer handwerklich begabt ist, kann dafür selbst zu Hammer und Nagel greifen.
Wer einen Pool hat, kann auch später noch auf einen Schwimmteich umrüsten: Die Poolwand wird auf einer Seite abgesenkt, damit sich das Wasser im Schwimmbereich und der neu angelegten Regenerationszone vermischen kann.
Schwimmen wie in einem Baggersee: Eine Mischung aus Sand und Kies im Flachwasserbereich macht den Schwimmteich angenehm begehbar.
Vorteil gegenüber Pools: Schwimmteiche haben keine starr vorgegebene Form und können durch ihr naturnahes Aussehen harmonisch in den Garten integriert werden.
Die Regenerationszone mit Pflanzen und Kies entzieht dem Wasser die Nährstoffe für Algen. So bleibt es klar.
Ein direkt von der Terrasse begehbarer Schwimmteich ist ein angenehmer Luxus.
In dem kreisförmigen Schwimmteich kann beim Baden eine imposante Aussicht genossen werden.
Sonnenlicht fördert das Algenwachstum im Teich. Dies sollte bei der Auswahl des passenden Orts beachtet werden. Doch auch zu Bäumen sollte ein gewisser Abstand eingeplant werden, denn fällt Laub in den Teich und wird dort versetzt, ist das biologische Gleichgewicht des Teichs gefährdet.
Das Farbenspiel im Schwimmteich hängt maßgeblich von der ausgewählten Teichfolie ab. Grün-blaue Modelle wirken freundlicher als die für Teiche oftmals verwendete schwarze Folie.
Da in den natürlichen Teichanlagen kein Chlor verwendet wird, müssen Schwimmer nicht mit brennenden Augen rechnen. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch Allergiker ohne Angst vor allergischen Reaktionen ins Wasser gehen können.
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Der Schwimmteich kommt gänzlich ohne chemische Reinigungszusätze aus. Das funktioniert, weil der Teich in zwei miteinander verbundene Zonen aufgeteilt ist: Eine Badezone und eine Regenerationszone. In letzterer befinden sich Pflanzen und Mikroorganismen, die dafür sorgen, dass das Wasser auf natürliche Weise gereinigt wird.

Regenerationszone braucht viel Platz

Damit die natürliche Wasserreinigung problemlos klappt, muss die Regenerationszone bis zu zwei Drittel der Teichfläche ausmachen. Geeignete Pflanzen sind beispielsweise Laichkraut, Tausendblatt oder Wasserpest. Im Flachwasserbereich fühlen sich Schilf, Blutweiderich, Wasserminze, Binsen oder Schwertlilie wohl. Fische hingegen haben im Badeteich nichts zu suchen, da deren Ausscheidungen das Gleichgewicht des Gewässers beeinträchtigen können. Insekten wie Libellen oder Gelbrandkäfer werden aber von selbst kommen und unterstützen das naturnahe Gewässer. Der Nachteil des Schwimmteichs ist ein erhöhter Platzbedarf im Vergleich zum Swimmingpool, da der Regenerationsbereich viel Platz beansprucht.

Schwimmteich sollte ausreichend tief sein

Der Schwimmteich kann so angelegt werden, dass er sehr naturnah wie ein normaler Teich aussieht. Die Tiefe sollte mindestens zwei Meter betragen. Nach dem Ausheben des Erdreichs und dem Modellieren des künftigen Teichs wird das Schwimmteichareal mit Teichfolie ausgelegt, so dass das Wasser nicht versickern kann. Das Wasser wird anschließend eingelassen und der Teich mit Steinen und Pflanzen bestückt. Dies erfolgt nicht willkürlich, sondern bedarf einer sorgfältigen Planung durch einen Fachmann, denn die Pflanzen dienen nicht (nur) der Optik, sondern vor allem dem Reinigen des Wassers.

Bei Schwimmteichen gibt es zwei Varianten: Das Einkammersystem, bei dem der Schwimm- und der Regenerationsbereich gemeinsam in den Teich integriert sind und das Zweikammersystem, bei dem Schwimm- und der Regenerationsbereich separat angelegt werden. Bei letzterem sind Pumpen und Filter notwendig, um das Wasser in die jeweils andere Kammer umzuwälzen. Dieses System ist aufwendiger, der Schwimmbereich enthält in diesem Falle keine Bepflanzung sondern nur die Regenerationskammer. Als Sonderform ist der Naturpool zu nennen: Das auch als Biopool bekannte Konzept ist eine Kombination aus konventionellem Schwimmbecken und Schwimmteich. Er besteht aus einem klassischen Pool und einer ausgelagerten Regenerationszone. Vorteil: Es kann auch hier auf den Einsatz von Chlor verzichtet werden.

Großer Schwimmteich: Bauantrag

Nicht immer sind Schwimmteiche genehmigungsfrei. In vielen Bundesländern ist ab 100 Kubikmetern Bodenaushub eine Baugenehmigung vonnöten, es empfiehlt sich in jedem Fall, zuvor beim zuständigen Bauamt nachzufragen. Zudem müssen Abstandsflächen zum Nachbargrundstück eingehalten werden, in der Regel sind dies drei Meter.

Kosten nicht unterschätzen

Der Bau eines Schwimmteichs ist aufwendig und demzufolge nicht ganz billig: Etwa 500 Euro pro Quadratmeter sind bei einer durchschnittlichen Ausstattung zu kalkulieren. Je nach Größe kann ein Schwimmteich im eigenen Garten also schnell 30.000 Euro oder mehr kosten. Das Selbermachen birgt zwar Einsparpotential, doch insbesondere die planerischen Aspekte sollte man einem Fachmann überlassen.

Wer die Investition getätigt hat, kann sich danach aber über sehr niedrige Unterhaltskosten freuen: Der Einsatz von Chlor ist überflüssig. Pumpen und Filter sollten regelmäßig gewartet, beziehungsweise gereinigt werden. Schmutz, Algen und Pflanzenreste sind regelmäßig abzufischen.

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