Außenanlagen - Garten planen und gestalten

WPC-Terrassendielen - robust und pflegeleicht

Wenn man doch die Vorteile von Holz und Kunststoff vereinen könnte, meinten findige Erfinder und schufen WPC - Wood Polymer Composites. Entstanden ist ein Baustoff, der gern im heimischen Garten Verwendung findet: als Sichtschutzzaun oder WPC-Terrassendielen.

von Steffen Malyszczyk
WPC-Terrassendielen, Terrassenbelag
WPC-Terrassendielen schaffen eine angenehme Wohlfühlatmosphäre im heimischen Garten.
WPC-Terrassendielen, Terrassendielen
WPC vereint die Vorteile von Holz und Kunststoff. Fotos: Rehau

Holz, das in freier Natur verbaut wird, muss zwangsläufig gegen Verwitterung, Pilzbefall oder Insektenfraß geschützt werden. Heimische Hölzer werden deshalb meist im Kesseldruckverfahren imprägniert, mit Holzschutzmitteln getränkt oder mit Lasuren gestrichen. Ausgewählte Tropenhölzer wie Bangkirai oder Massaranduba dagegen sind von Natur aus haltbar, müssen also nicht behandelt werden. Einer ständigen, meist jährlichen Behandlung mit pflegenden Ölen oder Lasuren bedürfen sie jedoch allesamt.

WPC-Terrassendielen: Das Beste aus zwei Welten

Mischt man Holzfasern mit Kunststoff und fügt dann noch Zusatzstoffe wie beispielsweise UV-Stabilisatoren und Farbpigmente bei, entsteht ein Verbundwerkstoff, der wie Holz aussieht und sich auch so verarbeiten lässt - WPC. Maschinen formen daraus beispielsweise Stränge, pressen es also zu langen, glatten, genuteten oder geriffelten Profilbrettern. Im Baumarkt sind sie dann als WPC-Terrassendielen in Standardlängen von drei bis fünf Metern zu haben. Die Vorteile des Materials liegen auf der Hand: es reißt und splittert nicht, weshalb man unbesorgt barfuß laufen kann; es bietet schädlichen Pilzen und Insekten keine Chance, es ist wetterfest und stabil. Während heimische und tropische Hölzer bei mangelnder Pflege mit den Jahren grau werden, bewahren WPC-Terrassendielen ihr gutes Aussehen weitgehend und es gibt sie in verschiedenen Farben und Designs. Die Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V. aus Gießen hat eigens für sie einen Prüfstandard entwickelt; etwa 80 Prozent der in Deutschland vertriebenen Dielen tragen dieses Gütesiegel.

Gut verlegt ist halb gewonnen

Jede Holzterrasse kann auf Dauer nur so gut sein wie ihr Untergrund. Zuunterst sollte ein zirka 20 Zentimeter dickes und damit frostsicheres Schotterbett liegen, das mit einer etwa fünf Zentimeter starken Schicht feineren Schotters bedeckt wird. Darauf werden am besten Betonplatten verlegt, auf die Gummipads gelegt werden, die dafür sorgen, dass die nun folgenden tragenden Balken nicht in der Staunässe liegen. Im Fachhandel werden dafür spezielle Profile angeboten, auf denen sich die WPC-Terrassendielen mit Clips oder Montageklammern leicht befestigen lassen. Man kann sie auch seitlich aufschrauben, sollte dann aber Edelstahlschrauben verwenden.

Auch wenn es vergleichsweise leicht ist, eine Holzterrasse mit vorgefertigten Bauelementen selbst zu errichten, einige Ecken und Kanten gibt es dennoch: Es kann nicht falsch sein, vorher auszuprobieren, ob alle gewünschten Gartenmöbel auf die geplante Terrasse passen. Die WPC-Terrassendielen sollten so ausgerichtet sein, dass sie parallel zur Hauswand verlaufen, das sieht einfach besser aus. Der Abstand der Hölzer zum Gebäude wächst mit ihrer Länge, bei Drei-Meter-Dielen beträgt er mindestens zwei Zentimeter. Die Holzterrasse benötigt außerdem ein leichtes Gefälle, immer vom Haus weg. Regenwasser sollte leicht versickern können, Pfützen dürfen unter dem Holz nicht entstehen. Wer diese Tipps beherzigt, kann auf seiner WPC-Terrasse sicherlich lange angenehm Wohnen, Pennen und Chillen.

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