Terrassenüberdachung - selber bauen?

Eine Terrassenüberdachung bietet Schutz vor Regen, Sonne und Wind. Wer kaum handwerkliche Erfahrung hat, sollte den Bau einem Fachmann überlassen, doch auch der versierte Heimwerker muss einiges bedenken, will er die Terrassenüberdachung selber bauen.
 
 
Terrassedach, Terrassenüberdachung selber bauenKann man die Terrassenüberdachung auf einer Seite an der tragenden Hauswand befestigen, reichen vier Holzträger meist aus. Foto: Obi

Die Qual der Wahl beginnt mit der Auswahl der Materialien und dem gewünschten Standard. Die Spanne geht von schlicht, aber praktisch bis hin zu edel und stilvoll. Es liegt nahe, dass Überdachungen für den gehobenen Anspruch eher Fachfirmen obliegen, während sich der Self-made-man meist der Standardausführung zuwenden wird. In jedem Falle muss der Hausherr drei Fragen klären, bevor er sich auf das Projekt Terrassenüberdachung selber bauen stürzt:

  • Woraus soll die Bedachung bestehen?
  • Wie führe ich das Tragwerk aus?
  • Welches Fundament kommt in Frage?

 

Terrassenüberdachung selber bauen:

1. Die Bedachung

Zunächst muss man sich entscheiden, ob das Dach glasklar, durchscheinend oder gänzlich undurchsichtig sein soll. Für letzteres kommen vor allem Dachziegel oder großformatige Blechtafeln in Ziegeloptik in Frage. Weitaus üblicher sind jedoch Kunststoffe, die es in vielen Varianten gibt. Der Handel unterscheidet hier die Qualitäten beziehungsweise Preisgruppen einfach, Standard und hochwertig. Die Spannweite beginnt mit den Polyester-Wellbahnen vom Meter, gelblich oder weiß, zu Preisen ab fünf Euro pro Quadratmeter. Zum Standard gehören beispielsweise PVC-Profilplatten, Hohlkammerprofile oder einfache PET-Platten (Polyethylenterephthalat). In der oberen Preisgruppe sind unter anderem Stegdoppelplatten aus Polycarbonat oder schlagzähes Acrylglas zu finden. Allein schon die Namen und die Unterschiede im Gebrauchswert sind eine Wissenschaft für sich, so dass es sich lohnt, darüber bereits in der Planungsphase Informationen einzuholen.

2. Das Tragwerk

Die tragende Rolle kommt im wahrsten Sinne des Wortes dem Tragwerk zu, weshalb es besonders sorgfältig geplant werden muss. Meist wird dafür Holz verwendet, weil es leicht zu handhaben ist. Die überwiegende Zahl der Bausätze für eine Terrassenüberdachung zum selber bauen besteht aus Holz, umfassen allerdings oft nur die tragenden Balken und die Lattung, die Bedachung muss also gesondert gekauft werden. Ein kompletter Bausatz in der Größe von zirka drei mal fünf Metern ist etwa ab 2.500 Euro zu haben, während eine so genannte Holzgrundkonstruktion mit drei Trägern schon für rund 500 Euro angeboten wird. Drei bis vier Träger, meist senkrecht stehende Balken, reichen aus, wenn man das Terrassendach auf einer Seite an einer tragenden Wand anbringen kann. Problematisch wird es, wenn man dafür in den Vollwärmeschutz (das Wärmedämmverbundsystem) des Hauses eingreifen muss. Es empfiehlt sich, das Dach in solchen Fällen an der Hauswand mit separaten Balken abzustützen. Besondere Sorgfalt muss der Heimwerker ohnehin auf die Anbindung zur Wand legen, denn sie muss auch bei Schlagregen dicht sein. Im Handel gibt es dafür je nach Bedachung spezielles Zubehör. Die größten Herausforderungen für das freie Terrassendach sind herbstliche Stürme und winterliche Schneelasten. Es kann also keineswegs schaden, die tragende Konstruktion robuster auszulegen. Starker Wind, der das Dach von unten angreift, ist dabei die größte Gefahr; ein Dach, das etwas mehr wiegt, bietet mehr Widerstand.

3. Die Gründung

Ein Streifenfundament ist für ein Terrassendach kaum notwendig. Dennoch muss es auf sicherem Fuß ruhen. Für eine kleine, leichte Konstruktion genügt in der Regel ein Betonfuß: Eine Art Klotz, der als Fertigteil im Baustoffhandel zu haben ist und im Boden versenkt wird. Für schwerere Dächer benötigt man für jeden Träger ein separates, mindestens spatenbreites Punkt-Fundament. Dazu wird ein quadratisches Erdloch ausgehoben und mit Beton verfüllt. Ein verzinkter Stützschuh, der später den tragenden Balken fasst, wird gleich mit einbetoniert. Hat man mehrere solcher Verankerungen anzubringen, besteht die Schwierigkeit, sie alle genau in gleicher Höhe und in einer Flucht auszurichten. Es ist ratsam, einen Dachüberstand von wenigstens 20 bis 30 Zentimetern einzuplanen, damit die stützenden Hölzer im Sockelbereich dem Spritzwasser möglichst wenig ausgesetzt sind. In diesem Zusammenhang darf nicht vergessen werden, für die Traufseite eine Regenrinne vorzusehen.

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