Baukosten: Welche Kosten beim Bau anfallen

Wie genau definiert man "Baunebenkosten" und wie hoch können die sein? Auf was muss man achten ?

von Simone

Wir möchten ein Haus bauen und haben einen Festpreis bekommen.Das hört sich gut an. Was genau sind aber Baunebenkosten? Kommt man da mit 20.000€ hin? Wo könnten noch böse Fallen lauern? Wir sind total unerfahren.Wäre super, wenn mir das jemand erklären könnte.Danke!

Antworten (6)

Antwort von: Heidi
10-07-2009

Baunebenkosten sind:

- Grundbucheintragung (0,5 % des Kaufpreises ) und Notarkosten (1 %)

- Grunderwerbssteuer (3,5 bzw. Berlin & Hamburg 4,5 %)

- evtl. Maklergebühren (je nach Region bis zu 7,14 %)

 

Hier gibt`s alle Infos im Überblick: ###LINK0###

Link(s):
Antwort von: Frank
10-07-2009

Folgendes ist noch zu ergänzen: Es gibt keine allgemeinen Definitionen, was alles in einem Festpreis enthalten ist. Häufig ist es so, dass z.B. bei einem schlusselfertigen haus das Haus in der Grundausstattung, und sonst nichts gemeint ist. Was alles enthalten ist, steht in der so genannten Bau- und Leistungsbeschreibung. Oftmals ist darin folgendes nicht enthalten:

- Außenanlagen

- Erschließungskosten fürs Grundschück

- Anschlusskosten (Gas, Wasser, Abwasser)

- sinnvolle Extras (ein paar Steckdosen mehr kosten auch ein paar Euro mehr).

Dies nur als Ergänzung zu den Ausführungen von Heidi. Ihr werdet kaum einen Bauherren finden, der mit seiner ursprünglichen Kalkulation eine Punktlandung hatte.

Antwort von: Sharma-Hertweck Moderator
10-07-2009

Hallo,

Frank hat es schon etwas erwähnt. Kosten gliedern sich Kosten des Grundstückkaufs (wahrscheinlich bei Ihnen schon vorhanden). Dann in Kosten der öffentlichen Erschließung bis zur Grenze (wahrscheinlich bei Ihnen schon erledigt wenn Sie das Grundstück schon besitzen). Dann gibt es die Kosten des Bauwerks und die Kosten sämlicher technischen Anlagen in diesem Bauwerk.

Dann kommen Kosten der Aussenanlagen. z.B.: (Begrünung, Wegverfestigung) Mülltonnenplatz, Carport mit Zufahrt, Zaun, Beleuchtung dieser Aussenanlagen, Gas, Elektro und Wasserleitungen und sonstige Erfordernisse bis zum Haus)

Und dann kommen noch Kosten für z.B.: Honorare (zB. Architekt, Statik, etc..) Genehmigungsgebühren, Gutachten etc.

Sie sollten einfach den Überblick halten können, welche Kosten in diesem Festpreis beinhaltet sind. Sind Architekten, Statiker und und sonstige Gutachtenhonorare im Festpreis drin. Und wofür gilt dieser Festpreis? Für das Gebäude mit oder ohne Keller? Mit Erdaushub und entsorgung? Sind Leitungen im Erdreich bis zum Haus in den Festpreiskosten drin? Aussenüberdachung am Eingang? Terrasse? Und, und, und.

Versuchen Sie diese Fragen zu klären und holen sich mehrere Angebote ein.

Dies können nur ein paar Tipps sein. Ansonsten einen Architekten zu Rate ziehen.

Antwort von: Magic
10-07-2009

Am beaten ist hier ein GU Angebot, was auch die Nebenkosten wie Statiker, Architekt beinhaltet. Ggf. tritt auch der Architekt als GU auf oder arbeitet mit dem GU zusammen.

Problematisch ist es wenn Architekten mit "günstigen" Pauschalen kommen, diese Verträge sind oft nicht das Papier wert,...

Antwort von: joerchsg
12-07-2009

Da kann ich auch meinenSenf zu geben. Wir hatten über eine Immo Seite hier im Netz ein Angebote gefunden was für uns eigentlich ideal gewesen wäre. Sollte lt Anzeige mit Grund komplett 207000,-- € kosten. Dann war der Berater hier und mit dem Baustrom, Bauwasser und diversen anderen Sachen , die meiner Meinung zum komplett Angebot gehört hätten, wären wir bei 2600000€ gelandet. Wir haben es nicht gemacht, weil der "Berater" von nichts eine Ahnung hatte. Der wusste noch nicht einmal wo der Hauptsitz der Firma ist usw. ABer das nur am Rande.

Antwort von: Baurechtler 2009
20-07-2009

Hallo,

 

die Baunebenkosten können sich ganz schön zusammenläppern. Baue mit mit meiner Familie gerade selbst und kann daher ein Lied davon singen. Grundsätzlich gehören dazu nur die von den Vorrednern genannten Kosten. Beachtet werden sollte jedoch, dass die Notargebühren ggf. zweimal anfallen, nämlich einmal für den Grundstückskaufvertrag und der damit verbundenen Eintragung der Auflassungsvormerkung, andererseits für die Grundschuldbestellung und deren Grundbucheintragung zugunsten der Bank / des Kreditgebers. Des Weiteren prüft der Bauträger nicht die rechtliche Machbarkeit, sondern will nur Kohle scheffeln. Wir haben z.B. mit der Genehmigung unserer Erdwärmeanlage Probleme, da unser Grundstück in einer geringqualifizierten Wasserschutzzone liegt. Die zuständige Behörde hat daher nur Bohrungen bis 45 Meter Tiefe zugelassen, was dazu führt, dass nunmehr vier statt zwei Bohrungen vorgenommen werden müssen und damit Mehrkosten verbunden sind. Alles Dinge, die mit einem Blick ins Gesetz hätten vermieden werden können.

Des Weiteren will jedes Amt Gebühren haben, die entweder im Angebot des Bauträgers nicht oder nicht so aufgeführt werden. Zudem muss die Erreichbarkeit/Zuwegung des Grundstücks gegeben sein, was ebenfalls zu Mehrkosten führen kann. Ggf. bedarf es der Statik wegen eines Bodenaustauschs zur besseren Sicherung der Bodenplatte.

 

Die Behörden (Bauaufsicht, Gemeinde usw.) nutzen die gesetzlichen Fristen grundsätzlich aus, so dass bis zur Erteilung der Baugenehmigung relativ viel Zeit vergeht, in der aber bereits der Kredit teilgetilgt werden muss.

2102 von 2639 Fragen

Antwort schreiben

(Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet)

 
Information

Ihr Benutzername wird in der Antwort angezeigt

Datenschutz

Ihre personenbezogenen Daten werden entsprechend den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen behandelt

 

© Immowelt AG 2012   ® www.bauen.de Wissen rund ums Bauen!

Feedback abgeben