Bebauungsplan: Was auf ein Grundstück gebaut werden darf

Der Bebauungsplan regelt, auf welche Art und Weise in einem Wohngebiet gebaut werden darf. Interessierte Bauherren sollten sich unbedingt vor dem Grundstückskauf über die Vorschriften informieren – und einige Formeln und Abkürzungen kennen.

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Stadtvilla oder Blockhaus? Ein- oder zweistöckig? Flach- oder Satteldach? Die Vorstellungen vom Traumhaus können sehr unterschiedlich sein, doch nicht jede davon lässt sich überall verwirklichen. Nicht selten setzen Bebauungspläne den individuellen Wünschen der Bauherren Grenzen.

Bebauungsplan, Neubaugebiet, Foto: tdx
Nicht alles, was gefällt, ist auch erlaubt. Der örtliche Bebauungsplan soll in Neubaugebieten für einen einheitlichen Siedlungscharakter sorgen. Foto: tdx Foto: tdx

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Der Zweck von Bebauungsplänen

Bebauungspläne werden von den Kommunen aus den übergeordneten Flächennutzungsplänen heraus entwickelt, um die städtebauliche Entwicklung und Ordnung im Gemeindegebiet zu steuern. So soll ein einheitlicher Siedlungscharakter gewahrt und „Wildwuchs“ von Bauformen verhindert werden. Es geht dabei nicht nur um Stilfragen, sondern auch um den Schutz von Einzelinteressen. So könnten beispielsweise mehrstöckige Häuser die umliegenden Grundstücke von Einfamilienhäusern verschatten. Wie detailliert die Vorschriften sind, ist je nach Bundesland und Kommune unterschiedlich. Manche gehen so weit, dass sie im Bebauungsplan sogar die Farbe der Dacheindeckung oder die Fassadengestaltung – zum Beispiel Klinker oder Putz – vorschreiben.

Den Bebauungsplan einsehen

An einem Grundstück interessierte Bauherren können den entsprechenden Bebauungsplan beim Bauordnungsamt, bei der Gemeindeverwaltung, dem Stadtplanungsamt oder in vielen Kommunen mittlerweile auch online einsehen. Die Pläne bestehen aus einem beschreibenden Textteil und einem oder mehreren Planwerken, in denen die Festlegungen grafisch dargestellt sind.

Experten-Tipp

Den Bebauungsplan auf jeden Fall vor dem Grundstückskauf einsehen, denn Ausnahmen genehmigen die Gemeinden nur selten.

Einen Bebauungsplan lesen

Bebauungsplan, Buxtehude, Quelle: Stadt Buxtehude
Ausschnitt aus einem Bebauungsplan der Stadt Buxtehude mit Erklärungen. Quelle: Stadt Buxtehude Quelle: Stadt Buxtehude

Was alles im Bebauungsplan steht

Was ein Bebauungsplan beinhaltet, regelt das Baugesetzbuch (§ 9 BauGB). Um ihn einigermaßen „lesen“ zu können, sollten zwei Verordnungen bekannt sein:

  • Planzeichenverordnung (PlanZV): Hier werden die verwendeten Signaturen, Farben und Linien erklärt.
  • Baunutzungsverordnung  (BauNVO): Hier ist festgelegt, welche Nutzungen zugelassen werden können und wie die Regelungen zu Bauweise, Abstandsflächen, etc zu interpretieren sind.


In einem Bebauungsplan können sich Vorschriften zu den folgenden Punkten finden:

Abstandsflächen

Gebäude müssen einen Mindestabstand zum Nachbargrundstück einhalten, der in den Landesbauordnungen vorgeschrieben ist. Um diesen Abstand zur Grundstücksgrenze zu berechnen, wird vereinfacht gesagt die Außenwandhöhe des geplanten Gebäudes mit dem Wert 0,4 bis 1 multipliziert, je nach Landesbauordnung.

In Bayern beträgt der Abstand in Kerngebieten beispielsweise eine halbe Wandhöhe (0,5 H), für gewöhnlich jedoch eine Wandhöhe (1 H), oder mindestens drei Meter (BayBO Art. 6).

Bauweise

„Offene Bauweise“ scheibt einzeln stehende Häuser vor, was auch Doppel- oder Reihenhäuser von bis zu 50 Meter Länge sein können. „Geschlossene Bauweise“ bedeutet, dass auf der Grundstücksgrenze Haus an Haus gebaut werden muss.

offene Bebauung (o)Einzelhäuser (E) oder Doppelhäuser (D) mit festgelegtem Grenzabstand, Ausnahmen für Garagen und Carports
geschlossene Bebauung (g)Doppelhäuser (D) oder Reihenhäuser (R) ohne seitlichen Grenzabstand

 

 

Art der baulichen Nutzung

Legt fest, ob es sich um ein reines Wohngebiet oder ein Mischgebiet handelt, in dem auch gewerbliche Bauflächen vorgesehen sind. Die Nutzungsschablone verrät näheres; Sie liegt dem Plan entweder bei oder ist auf ihm vermerkt.

Bebauungsplan, Nutzungsschablone, Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de Grafik: bauen.de
Bebauungsplan, Nutzungsschablone, Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de Grafik: bauen.de

Die Art der baulichen Nutzung wird folgendermaßen abgekürzt:

AbkürzungBaugebietCharakter
WSKleinsiedlungsgebiet    Kleinsiedlungen, Wohngebäude mit Nutzgärten
WR    Reines Wohngebietausschließlich Wohnen
WA    Allgemeines Wohngebietvorwiegend Wohnen
WB    Besonderes Wohngebietvorwiegend Wohnen, jedoch auch mit dem Wohnen vereinbare Gewerbebetriebe
MD    Dorfgebiet    Landwirtschaftliche Betriebe, Wohnen, nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe
MI    Mischgebiet    Wohnen und Gewerbebetriebe, die das Wohnen nicht wesentlich stören
MK Kerngebiet    vorwiegend Handelsbetriebe, zentrale Einrichtungen der Wirtschaft, Verwaltung, Kultur
GE    Gewerbegebiet    vorwiegend nicht erheblich belästigende Gewerbebetriebe
GI    Industriegebiet    ausschließlich Gewerbebetriebe; vorwiegend in anderen Baugebieten unzulässige Betriebe

 

 

Maß der baulichen Nutzung

Bebauungsplan, Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl, Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de Grafik: bauen.de

Hier geht es beispielsweise um die Grundflächenzahl, die Anzahl der Vollgeschosse und die Gebäudehöhe, die Geschossflächenzahl  und die maximale Anzahl von Wohnungen je Gebäude.

Die Grundflächenzahl (GRZ) schreibt vor, welcher Anteil des Grundstücks bebaut werden darf. Eine GRZ von 0,2 bedeutet beispielsweise, dass auf einem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück maximal 200 Quadratmeter überbaut werden dürfen.

Die Geschossflächenzahl (GFZ) bestimmt das Verhältnis der Geschossfläche zur Grundstücksfläche. Eine GFZ von 0,4 bedeutet beispielsweise, dass auf einem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück maximal 400 Quadratmeter Geschossfläche errichtet werden dürfen.

Baulinien, Baugrenzen und Baufenster

Legen fest, in welchem Bereich und in welcher Richtung gebaut werden darf.
Innerhalb des Baufensters muss das Gebäude errichtet werden. Dabei darf die Baugrenze nicht überschritten werden. An der Baulinie hingegen muss zwingend gebaut werden.

Dachvorgaben

Ausrichtung des Dachfirstes, Dachneigung und Material der Dacheindeckung können ebenfalls vorgegeben werden.

Die Angabe der Firsthöhe (FH), also der Abstand zwischen First und Boden, erfolgt in Metern, meist als maximal zulässiger Wert.

Auch die Traufhöhe (TH) wird in Metern angegeben. Das ist die Höhe zwischen Dachhaut und Boden, wobei zwischen Tal- und Hangseite unterschieden werden kann.

Die Dachneigung (DN) wird in Grad angegeben und ist meist von der Dachform abhängig.

Häufig werden auch die zulässigen Dachformen vorgeschrieben:

bebauungsplan, flachdach
FD - Flachdach
Bebauungspla, krüppelwalmdach
KWD - Krüppelwalmdach
bebauungsplan, pultdach
PD - Pultdach
bebauungsplan,satteldach
SD - Satteldach
bebauungsplan, tonnendach
TD - Tonnendach
bebauungsplan, walmdach
WD - Walmdach
bebauungsplan, zeltdach
ZD - Zeltdach
bebauungsplan, versetztes pultdach
vPD - versetztes Pultdach

Baulast

Hierunter fallen beispielsweise Zugangsrechte von Nachbarn, die das Grundstück überqueren müssen um zu ihrem Haus zu gelangen (so genannte Geh-, Fahr- und Leitungsrechte).

Experten-Tipp

Grundstückskäufer sollten einen Blick in das Baulastenverzeichnis werfen. Nur hier ist vermerkt, ob der zukünftige Nachbar eventuell Wegerechte hat.

Wohngebiete ohne Bebauungsplan

In vielen Gemeinden existieren Bebauungspläne allerdings nur für Neubaugebiete. Gebaut werden kann aber oft auch innerhalb eines bestehenden Wohngebiets, zum Beispiel in Baulücken. Solche Fälle regelt Paragraph 34 des Baugesetzbuches (BauGB). Dort ist festgelegt, dass sich die Neubauvorhaben hinsichtlich Art und Maß der Nutzung sowie der Bauweise in die Bestandsbebauung der näheren Umgebung einfügen sollen. Ob diese Bedingungen erfüllt sind, muss die Baubehörde im Einzelfall entscheiden.

Planungssicherheit durch Bauvoranfrage

Bebauungsplan, Bauvoranfrage
So sieht ein Antrag auf einen Bauvorbescheid aus.

Bauherren haben die Möglichkeit mittels einer förmlichen Bauvoranfrage prüfen zu lassen, ob ihre Bauvorstellungen auf dem betreffenden Grundstück genehmigungsfähig sind. Die Anfrage, auch „kleine Genehmigungsverfahren“ genannt, ist auch für Interessenten vor dem Grundstückskauf möglich und zu empfehlen. Es müssen Unterlagen wie Baubeschreibung, Zeichnungen oder Berechnungen eingereicht werden. Je nach Bundesland fallen unterschiedlich hohe Gebühren an, die Größenordnung liegt meist bei etwa einem Tausendstel der Gesamtbaukosten. Weniger aufwendig ist eine formlose Bauvoranfrage, die es bereits für 15 Euro gibt, die aber, anders als die förmliche Voranfrage, nicht rechtsverbindlich ist.

Beachten

Achtung! Die Bauvoranfrage ist noch kein Genehmigungserfahren. Der Bauvorbescheid der Behörde berechtigt noch nicht zum Baubeginn.

„Der Bebauungsplan schränkt nicht nur ein, sondern gewährt auch Rechte“

Bebauungsplan, Interview, Holger Freitag, Foto: VPB
Holger Freitag Foto: VPB

Interview mit Holger Freitag, Vertrauensanwalt des Verbands Privater Bauherren e.V. (VPB).

Bauen.de: Nicht selten scheitern Bauherrenwünsche an den Vorgaben der Bebauungspläne. Ist das Gängelung seitens der Behörden?

Holger Freitag: Bebauungspläne werden in der Regel mit viel Sachverstand erstellt und sind auch meistens ausgewogen. Viele Bauherren schauen aber zu spät in den Plan und sind dann enttäuscht, wenn sie nicht so bauen dürfen wie sie möchten. Den Bebauungsplan sollte man unbedingt einsehen, bevor man sich zum Grundstückkauf entscheidet. Das ist nicht nur in Hinblick auf das eigene Bauvorhaben wichtig, sondern auch um zu wissen, wie in der Umgebung gebaut werden darf. Wo mehrgeschossiges Bauen erlaubt ist, kann man später auch nichts dagegen unternehmen, wenn der Nachbar einem die Aussicht mit einer Hausaufstockung verschattet.

Ist es für Bauherren vorteilhafter, wenn kein Bebauungsplan vorliegt?

Nicht unbedingt. In solchen Fällen wird nach Paragraph 34 des Baugesetzbuches geprüft, ob sich das Bauvorhaben in den vorhandenen Baubestand einfügt. Da können Sie genauso mit Ihren Vorstellungen scheitern. Liegt ein Bebauungsplan vor, kann man sich hingegen darauf berufen. Er schränkt nicht nur ein, sondern gewährt einem auch das Recht, so zu bauen, wie es darin vorgesehen ist. Die Baubehörde kann dann nicht einfach anders entscheiden.

Wann soll man eine Bauvoranfrage stellen?

Immer dann, wenn man sich nicht sicher ist, die eigenen Vorstellungen genehmigt zu bekommen oder baurechtskonform umsetzen zu können, zum Beispiel auch, wenn kein Bebauungsplan vorliegt. Häufig ist das der Fall in Altbaugebieten, in denen Grundstücke mit Nachkriegshäusern zum Abriss angeboten werden. Man kann dann keineswegs davon ausgehen, das neue Haus so bauen zu dürfen wie das, was vorher dort stand. Es kann zum Beispiel sein, dass jetzt mehr Abstand zum Nachbargrundstück eingehalten werden muss. Oft möchten sich Bauherren auch größere Grundstücke mit anderen teilen, so dass zwei oder mehrere neue Häuser darauf entstehen. Man muss dann aber per Bauvoranfrage klären, ob das überhaupt genehmigt wird.

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Kommentare (24)

Nil2207@outlook.de | 21.02.2016 21:01

Wir sind in einem reihenmittelhaus zur Miete und ich wollte fragen darf ich mir im garten einen Carport und ein holzpavillon anbauen ohne das dich die Nachbarn einmischen und ich hab auch zu dem Nachbarn links ein Zaun in Höhe von 1,80 angebaut jetzt beschwert er sich das ich ihm seine Sicht weggenommen habe. Er hat sich bei der Verwaltung über mich beschwert.


bauen.de-Redaktion | 23.02.2016 16:34

Hallo,

in der Regel braucht jede bauliche Veränderung des Grundstücks – also auch ein 1,80 Meter großer Zaun oder ein Carport – eine Genehmigung des örtlichen Bauamts. Erkundigen Sie sich also zunächst dort, ob Ihr Vorhaben überhaupt erlaubt ist. Wenn das Bauamt keine Probleme mit Ihrem Vorhaben haben sollte, sollten Sie zudem in jedem Fall mit Ihrem Vermieter reden, bevor Sie mit dem Bau beginnen. Dieser hat nämlich das letzte Wort und kann auch verlangen, dass Carport oder Zaun wieder entfernt wird, wenn Sie ohne seine Einwilligung bauen.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Rosemarie Wulff | 18.03.2016 12:28

Hallo, wir wohnen in einem Mischgebiet und unser Nachbar hat das Haus verkauft und jetzt hat der neue Eigentümer ein Gewerbe angemeldet (Dachdecker)

Jetzt stehen zwei PKW, zwei Transporter, ein LKW 38 Tonner direkt an

unserer Grenze . Die Auspuffgase gehen direkt in unsere

Haustür und Fenster rein und die Hecke ist schon teilweise zerstört. Ist das erlaubt ??

Bitte um kurze Info. Gruß Wulff

 


bauen.de-Redaktion | 21.03.2016 09:57

Hallo Frau Wulff,

aus der Ferne lässt sich die Situation leider nicht genau beurteilen. Wenn Ihr Grundstück nur unwesentlich von den Auspuffgasen beeinträchtigt wird, können Eigentümer dies nach § 906 BGB nicht verbieten. Werden allerdings Grenzwerte überschritten oder Ihr Eigentum stärker beeinträchtigt, können Sie einen Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch gemäß § 1004 BGB haben. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem zuständigen Bauamt nach den geltenden Grenzwerten und eventuellen zusätzlichen Regeln und Werten – und suchen Sie vor alledem zunächst einmal das Gespräch mit Ihrem Nachbarn. Vielleicht lässt sich eine gemeinsame Lösung finden.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Kourtidou | 22.03.2016 12:20

Hallo,

welche Regelung tritt ein, wenn auf dem Bebauungsplan die zulässigen Stockwerke mit Linien eingezeichnet sind, aber genau auf einem Grundstück keine Linie ist. D.h. links vom Grundstück ist eine Linie über die benachbarten Grundstücke mit 1stöckig gekennzeichnet und rechts vom Grundstück ist ein Linie über die Grundstücke gezogen mit 2stöckig. Es ist ein alter Bebauungsplan und die Linien wurden mit Linieal gezogen. Leider hören die Linien vor dem Grundstück auf. Es gibt wohl auch keine Vorschriften für das Gebiet, sondern nur die Linien im Bebauungsplan.

 

Mit freundlichen Grüßen

Kourtidou


bauen.de-Redaktion | 23.03.2016 11:12

Hallo Kourtidou,

aus der Ferne können wir die Situation leider nur unzureichend beurteilen. Wenden Sie sich am besten an das zuständige Bauamt, das Ihnen bei Ihrem Anliegen sicherlich weiterhelfen kann.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de


Kenny | 02.04.2016 02:45

Hallo,

ich habe vor, mir einen Grundstück zu kaufen, Bebauungsplan liegt vor. Das Grundstück ist erschlossen. Jetzt gibt es ein Problem, das Grundstück ist in einem Radius innerhalb vom 1500m von einem Chemiekonzern entfernt. Würde was dagegen sprechen eine Baugenehmigung nicht zu bekommen?? Laut Seveso 3 dürfte man ja nicht Bauen.

 

Gruß


bauen.de-Redaktion | 04.04.2016 12:39

Hallo Kenny,

wenn das Grundstück erschlossen ist und der Bebauungsplan ein Haus erlaubt, das Ihren Vorstellungen entspricht, sollten Sie grundsätzlich auch eine Baugenehmigung erhalten. In Ihrem speziellen Fall sollten Sie sich jedoch zuvor beim zuständigen Bauamt erkundigen, ob sich durch den Chemiekonzern Einschränkungen für Sie ergeben.

Beste Grüße

Die Redaktion von bauen.de


Eva | 08.04.2016 14:27

Hallo,

es geht um ein Grundstück zu dem es keinen Bebauungsplan o.ä. gibt. Wir würden dort ein Bestandsgebäude gerne zu einem Dopplehaus oder Reihenhaus umfunktionieren. In dem Dorf gibt es allerdings nur Einfamilienhäuser. Wäre ein Doppelhaus/Reihenhaus nach §34 BauGB genehmigungsfähig?


bauen.de-Redaktion | 11.04.2016 11:31

Hallo Eva,

ist kein Bebauungsplan vorhanden, gilt § 34 des Baugesetzbuches (BauGB). Dabei kommt es auf den Einzelfall an. In diesem Fall sollten Sie sich bei der zuständigen Baugenehmigungsbehörde erkundigen, da diese für die Beurteilung zuständig ist.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion


Groger | 22.04.2016 13:53

Hallo, ich habe ein sehr kleines Grundstück ca 40 qm davon ist die Hälfte Terrasse. Der Rasen wächst leider nicht da es ein sehr lehmhaltiger Boden ist und der Rasen auf Grund der Feuchtigkeit immer verschimmelt. Ich kann die Fläche nicht Nutzen da Stühle usw im " Rasen " einsinken. Jetzt möchte ich gerne die anderen 20 qm auch zur Terrasse machen. Meine Nachbarn haben alle ein Gartenhaus auf ihrem Grundstück, ich nicht. Darf ich den Rasen gegen Terrasse tauschen?


Tschürgi | 22.04.2016 21:18

Wir wohnen in einem Reihenhaus das sich in einer Wohnsiedlung befindet.

Schräg gegenüber von uns ist ein freier Bauplatz welcher zum Verkauf steht.

Unsere Überlegung wäre nun im Reihenhaus zu bleiben, diesen Baugrund zu kaufen und

dort kein Haus sondern nur eine etwas größere Garage (Auto, Motorrad, Reifen, Räder, usw.) hinzustellen.

Ist es erlaubt in einem Wohngebiet auf einem Baugrund (der natürlich auch als Vorsorge und Erbe der Kinder geplant ist) nur eine Garage zu errichten?

Vielen Dank im Voraus.

MfG


Redaktion bauen.de | 25.04.2016 10:18

Hallo Groger,

mit dieser Frage sollten Sie sich an das zuständige Bauamt wenden. Tatsächlich kann es sein, dass auch große Terrassenflächen genehmigungspflichtig sind.

Viele Grüße,

die Redaktion von bauen.de


Redaktion bauen.de | 25.04.2016 10:18

Hallo Tschürgi,

Garagen gelten üblicherweise als Nebengebäude und sind in einigen Bundesländern genehmigungspflichtig. Grundsätzlich kann es aber kein Nebengebäude ohne ein Hauptgebäude geben. In einem reinen Wohngebiet dürfen Sie deshalb nicht nur eine Garage aufstellen. Hier sind lediglich Wohngebäude erlaubt, gegebenenfalls mit Nebengebäude. Selbst in solchen Fällen kann die Gemeinde allerdings im Ausnahmefall eine Genehmigung erteilen. Um Ihr Vorhaben abzusichern, sollten Sie deswegen unbedingt mit der örtlichen Behörde sprechen.

Viele Grüße,

die Redaktion von bauen.de

 


Flemon | 09.05.2016 22:55

Hallo,

wir sind an einem tollen freistehendem EFH interessiert und würden dieses gerne erwerben.

 

Ich mache mir nur Sorgen wegen des Nachbargrundstücks mit einem alten EFH (Abriss) , das in der gleichen Privatstraße ganz am Ende liegt, allerdings ohne Bebauungsplan. "Unser" Haus ist wie gesagt ein EFH, die anderen Häuser in der Privatstraße DHH und noch ein weiteres EFH alle in der gleichen Flucht gebaut.

 

Angrenzend an dieses besagte Grundstück mit altem Haus befindet sich aber ein weiteres Grundstück mit gleicher Länge (allerdings einer anderen Straße zugehörig), das mit 2 Doppelhäusern "hintereinander" also der Länge "unseres" Nachbargrundstücks entsprechend bebaut ist (nicht in der gleichen Flucht mit dem alten Haus nebenan). Ich mache mir nun Gedanken, dass jemand nun nicht einfach wieder ein EFH auf dieses Abrissgrundstück setzt sondern auch zwei Doppelhäuser plant und somit in unserem hinteren Gartengrundstück direkt nebenan noch ein Haus stünde, das uns Licht und Weite nimmt.

 

Sind meine Sorgen berechtigt?

 

Grüße,

Flemon


Redaktion bauen.de | 11.05.2016 13:54

Hallo Flemon,

es lässt sich schwer einschätzen, welche Gebäude genehmigt werden würden und welche nicht. Anhaltspunkt ist ein bestehender Bebauungsplan, aber auch Gebäude in der Nachbarschaft sind ein Hinweis. Sofern es keinen Bebauungsplan gibt, wird oftmals die umgehende Bebauung in eine Entscheidung mit einbezogen. Insofern scheint es durchaus möglich, dass eine Doppelhaushälfte, wie Sie sie beschreiben, genehmigt werden könnte.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de


Verena | 12.05.2016 22:51

Hallo,

 

Wir wollen bauen und haben das Grundstück schon gekauft und sind jetzt nochmal über einen Widerspruch in dem B-Plan gestolpert.

Laut Plan sind 2 Vollgeschosse zulässig, das Obergeschoss als Dachgeschoss mit einer Dachneigung von mind. 25° bis max. 55°. Soweit so gut. Nur ist ein Kniestock von 80cm ebenfalls vorgegeben, welcher aber mit einer Dachneigung von 25° nicht realisierbar ist. Wir wollten einen Kniestock von 1.80 m. Jetzt haben wir echt ein Problem :-( laut Stadt würde einer Befreiung zugestimmt werden, laut Landkreis aber eher nicht, d.h. es wird keine Baugenehmigung geben.

 

Aber grundsätzlich ist der B-Plan doch widersprüchlich oder nicht???

 

Laut Ing.-Büro bleibt uns nur eine B-Plan-Änderung im vereinfachten Verfahren, falls wir keine Befreiung erhalten.


Redaktion bauen.de | 13.05.2016 14:17

Hallo Verena,

widersprüchlich ist der Plan nicht. Sie sind ja nicht dazu verpflichtet, zwei Vollgeschosse zu bauen, bzw. das Dach als Vollgeschoss zu bauen. Und ob das mit Dachwinkel und Kniestock hinhaut, hängt ja auch von der Länge der Traufe ab.

Die Situation ist natürlich ärgerlich für Sie. Eventuell könnten Sie zunächst eine Bauvoranfrage stellen um herauszufinden, ob ihr Vorhaben genehmigt wird. Die bisherigen Antworten, die Sie erhalten haben, scheinen ja nicht ganz eindeutig zu sein.

Viele Grüße und viel Erfolg bei Ihrem Bauvorhaben,

die Redaktion von bauen.de


Tanja | 17.05.2016 10:43

Lt. Planzeichnung ist die überbaubare Fläche nur nach vorn und hinten eingeschränkt. Seitlich reicht die Zeichnung über die gesamten Bauplätze einer Reihe. Heißt das dann automatisch, dass ich links und rechts bis zur Grundstücksgrenze bauen darf, oder greifen dann übergordnete Bauvorschriften?


Sean | 17.05.2016 13:19

Hallo. Ich habe eine Frage. Laut Bauplan haben wir eine offene Bauweise die sich an die Nachbarnschaft anpassen muss. Im Bauplan sind auch 2 Vollgeschosse erlaubt obwohl alle Häuser in der Nachbarnschaft nur einen Vollgeschoss hat. Kann die Baubehörde bestimmen, dass ich nur einen Vollgeschoss bauen darf oder kann ich mich auf den Bebauungsplan berufen?


Necip | 17.05.2016 18:15

Hallo,

Ich und mein Bruder haben vor einen Grundstück in der Größe von 810 qm2 zu kaufen. Im Bebauungsplan steht das es für einen Einfamilienhaus ist aber wir würden gerne ein Doppelhaus hinbauen. Gebe es eine Möglichkeit es umstellen zu lassen?

 


Karl-Heinz | 18.05.2016 09:55

Sehr informativer Artikel, hat uns bei der Grundstücks-Suche sehr geholfen. Danke dafür!


Redaktion bauen.de | 18.05.2016 12:38

Hallo Tanja,

tatsächlich können in den Bundesländern allgemeingültige Abstandsflächen zu Grundstücksgrenzen gelten – von denen es dennoch Ausnahmen gibt. Im innerstädtischen Bereich beispielsweise sind geschlossene Straßenzüge mit sogenannter Blockrandbebauung durchaus üblich. Auf den Bebauungsplan sollten Sie sich weitgehend verlassen können. Um sicherzugehen können Sie mit der zuständigen Behörde telefonieren und eine Bauvoranfrage stellen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de


Redaktion bauen.de | 18.05.2016 13:18

Hallo Sean,

ohne Bebauungsplan gilt der § 34 des Baugesetzbuches. Darin steht zum Beispiel auch, dass sich die Bebauung an der Nachbarschaft orientieren muss. Bei Ihnen gibt es aber einen Bebauungsplan und wenn darin zwei Vollgeschosse erlaubt sind, dürfen Sie diese auch bauen. Um sicher zu gehen, können Sie eine Bauvoranfrage stellen.

Herzliche Grüße,

Matthias Dittmann


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