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Kostenvoranschlag

Ein Kostenvoranschlag ist anders als ein Angebot nicht verbindlich.

17.11.2008


Wer sich von einem Handwerker einen Kostenvoranschlag (juristisch: Kostenanschlag) erstellen lässt, macht das meist, um vorab über die entstehenden Kosten informiert zu sein. Doch verbindlich ist das nicht: Zwar ist der Handwerker verpflichtet, sorgfältig zu kalkulieren, doch wenn die Kosten dann tatsächlichen höher ausfallen, muss der Kunde unter Umständen doch zahlen.

Wie sehr die tatsächliche Rechnung dann die Schätzung im Kostenvoranschlag übersteigen darf, ist nicht exakt geregelt. Das bürgerliche Gesetzbuch (BGB) fordert in § 650 lediglich, dass der Handwerker den Auftraggeber informieren muss, sobald eine erhebliche Kostenüberschreitung abzusehen ist. Dann hat der Kunde das Recht, dem Handwerker umgehend zu kündigen und muss nur die bis dahin erbrachte Leistung zahlen. Ab wann eine Überschreitung als erheblich gilt, ist übrigens ebenfalls nicht exakt geregelt.

Die schwammigen Formulierungen im Gesetzestext haben dazu geführt, dass Streitereien über Handwerkerrechnungen oft vor Gericht landen. Häufig werden dabei 15 bis 20 Prozent Überschreitung noch nicht als erheblich angesehen, was im Einzelfall aber auch anders aussehen kann.

Versäumt es der Handwerker, den Auftraggeber über erhebliche Kostenüberschreitungen zu informieren, hat dieser gute Karten: Er kann unter bestimmten Umständen Schadensersatz fordern - allerdings nur, wenn durch die Kostenüberschreitung kein Wertzuwachs am Gebäude entstanden ist.

Für den Kostenvoranschlag an sich darf der Handwerker nur dann etwas berechnen, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde. Wird der Auftrag aufgrund eines Kostenvoranschlags erteilt, empfiehlt es sich, zumindest eine Preisobergrenze vertraglich festzulegen. Anders als Kostenvoranschläge sind Angebote verbindlich. Wenn in einem Angebot ein Festpreis steht, so muss dieser eingehalten werden. Für den Handwerker ist das in vielen Fällen ungünstig. Gerade bei Renovierungsarbeiten kann er im Vorfeld oft gar nicht genau abschätzen, welcher Material- und Arbeitsaufwand tatsächlich erforderlich ist.


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