Baupläne für den Selbstbau

Gute Planung ist das A und O eines jeden Bauvorhabens - doch wie weit kommen Heimwerker, wenn sie auf den Profi verzichten, sich Baupläne kaufen und dann selbst Hand anlegen?

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Baupläne kaufen und losgebaut? Das kommt ganz auf das Bauvorhaben an. Ein erfahrener Heimwerker hat es vergleichsweise leicht, wenn er einen Geräteschuppen bauen, ein Gartenhaus errichten oder den Garten um ein Gewächshaus oder eine Terrasse bereichern möchte. Hierbei handelt es sich um Kleinbauten, für die meist keine behördlichen Genehmigungen vonnöten sind. Aber natürlich kann es trotzdem nicht schaden, beim zuständigen Bauamt nachzufragen. Diverse Internetseiten bieten Hilfestellung bei solchen Bauvorhaben an: sie reicht von bebilderten Erfahrungsberichten von Privatleuten über Aufbauanleitungen einzelner Produzenten bis hin zur Möglichkeit, vorgefertigte Baupläne zu kaufen.

Ein Plan ist gut, eine Gebrauchsanweisung ist besser

Auf Webseiten namhafter Hersteller finden sich Baupläne aller Art. Insbesondere unter der Rubrik Bausätze kann der interessierte Heimwerker praktikable Hinweise finden - vorausgesetzt, der Lieferant macht sich die Mühe, dem Material auch einen ausführlichen Bauplan beziehungsweise eine Montageanleitung, eine komplette Stückliste und eine detaillierte Bauzeichnung beizufügen. Ein Anfänger auf diesem Gebiet ist gut beraten, sich vor der Bestellung zu vergewissern, dass Baupläne mitgeliefert werden. Auch versierte Heimwerker können nach der Anlieferung ein Manko feststellen, denn es ist beispielsweise nicht selbstverständlich, dass reine Holzbaufirmen ihren Bausätzen für Gartenhaus, Schuppen oder Carport metallische Zubehörteile beifügen; verzinkte Pfostenträger, Rinnen oder Dachbleche gehören oft nicht zum Lieferumfang. Auch bauvorbereitende Arbeiten - wie beispielsweise ein Fundament für den Carport - werden nicht immer berücksichtigt.

Baupläne - mehr als eine Zeichnung

Mit dem nackten Plan im Sinne einer reinen Bauzeichnung ist auch dem versierten Heimwerker meist nicht sonderlich geholfen. Augenscheinlich wird das beim Bau eines Einfamilienhauses. Während für Kleinbauten ohne Genehmigungszwang meist schlichte Pläne reichen, die man mit oder ohne Baumaterial kaufen kann, sind dem Laien beim Einfamilienhaus strikte Grenzen gesetzt. Wo das Internet Hilfestellung anbieten kann, ist bei der individuellen Vorplanung: Bei so genannten Hausplanern kann man Grundriss-Varianten durchspielen, darüber hinaus gibt es Architektur-Software, mit der man Grundrisse dreidimensional entwerfen kann - möbliert und maßstabsgerecht.

Fachleute sind nicht zu ersetzen

Wer tatsächlich ein Haus bauen will, sollte seine Baupläne von Fachleuten individuell entwerfen lassen. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) bietet dafür neun Leistungsstufen, darunter den Entwurf, die Genehmigungsplanung und die Ausführungsplanung, jeweils mit bestimmten Honorarsätzen versehen. Im Übrigen kann man zwar Bauzeichnungen und Baupläne kaufen - das Urheberrecht aber liegt weiterhin beim Entwurfsverfasser. Deshalb ist es rechtlich bedenklich, ein Gebäude nach gekauften Plänen einfach nachzubauen, ohne dem Urheber ein (nach der HOAI vermindertes) Honorar zu zahlen. 

Den Bauplan für ein Einfamilienhaus kann man ohnehin nirgendwo kaufen, denn zu einer kompletten Baugenehmigung gehört ein ganzes Paket von Plänen, unter anderem der amtliche Lageplan, die Statik, der Erschließungsplan sowie Nachweise zum Wärmeschutz und zur Dimensionierung der Heizung.


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