Haus planen - Gute Planung beim Haus bauen

Keller - ja oder nein?

Die meisten Bauherren hätten sicherlich gern einen Keller. Wenn Sie trotzdem keinen bauen, hat das zumeist nur einen Grund: Kostenersparnis. Doch gerade beim Untergeschoss sollte das Kosten-Nutzen-Verhältnis genau abgewogen werden.

von Steffen Malyszczyk
Keller, Kellerausbau, zusätzlicher Wohnraum
Heute bietet ein gut ausgebauter Keller vor allem einen Zugewinn an häuslichem Lebensraum. Foto: Glatthaar-Fertigkeller
Keller, Kellerausbau, zusätzlicher Wohnraum
Optisch kann der Keller meist mit den übrigen Etagen durchaus mithalten. Foto: Knecht Fertigkeller

Ob mit oder ohne Keller: Jedes Haus benötigt eine Bodenplatte beziehungsweise ein Fundament. Verzichtet der Häuslebauer auf ein Untergeschoss, spart er sich zwar größeren Bodenaushub und die Kellerwände, doch gleichzeitig verliert er auch eine Nutzfläche von der Größe des gesamten Erdgeschosses. Zudem benötigt ein Haus auf Bodenplatte mindestens einen Raum, der die Technik und die Hausanschlüsse beherbergt. Dieser wird oft sehr klein gehalten, dennoch kostet er mehr als ein gleich großer Raum im Keller. Außerdem ist zu bedenken, dass der Wertverlust eines kellerlosen Hauses höher als bei einem unterkellerten Haus ist, was im Falle eines späteren Wiederverkaufs wichtig werden kann. Eine teilweise Unterkellerung, wie sie früher oft zu finden war, gilt heutzutage kaum noch als Lösung, nicht zuletzt deshalb, weil ein halber Keller keineswegs nur halb so teuer ist wie ein ganzer.

Das kostet ein Keller wirklich

Die tatsächlichen Kosten für einen Keller werden laut Initiative Pro Keller häufig überschätzt. Für die Unterkellerung eines freistehenden Einfamilienhauses muss der Bauherr mit Mehrkosten zwischen rund 180 bis 425 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu einer Bodenplatte rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt den Experten zufolge das Institut für Bauforschung in Hannover. Mit einem Einsatz von nur zehn Prozent mehr Geld könne man demnach laut Initiative Pro Keller rund 40 Prozent mehr Raum gewinnen.

Ständiges Nachrüsten kann auch kosten

Entscheidet sich der Bauherr gegen einen Keller, ist dies unwiederbringlich: Eine nachträgliche Unterkellerung ist nicht möglich. Wird zusätzlicher Platz benötigt, muss man den Spitzboden ausbauen. Neben einem tragfähigen Deckenboden und einer angemessenen Wärmedämmung ist dafür auch eine Treppe erforderlich. Die Minimalvariante stellt eine Bodeneinschubtreppe dar, die für größere Gegenstände allerdings sehr unbequem, wenn nicht gar unpassierbar ist. Zudem wollen auch Fahrräder, Winterreifen, Gartengeräte und dergleichen untergebracht werden. Oft wird dafür ein Holzhaus angeschafft, das im Garten aufgestellt wird. Nicht selten kommt später ein weiterer Schuppen hinzu oder der Carport erhält Zuwachs.

Nicht am falschen Platz sparen

Wer ein Untergeschoss errichten will, benötigt ein Bodengutachten. Steht der Keller im Grund- oder Schichtenwasser und ist damit drückendem Wasser ausgesetzt, sind spezielle Abdichtungen zwingend notwendig. Ein Kellergeschoss kann in zwei unterschiedlichen Ausführungen gebaut werden: Entweder als "schwarze Wanne", bei der rundum eine dicke (schwarz aussehende) Bitumenschicht auf die Kelleraußenwände aufgebracht wird; alternativ werden auch starke Kunststoffbahnen aufgeklebt. Hier ist besondere handwerkliche Sorgfalt geboten. Oder als "weiße Wanne". Dabei wird der Keller aus WU-Beton (wasserundurchlässigem Beton) errichtet.

Tipp: Wenn es die Bauvorschriften zulassen, sollte das Souterrain aus dem Erdreich herausragen. So bekommt es mehr Tageslicht, was sich angenehm auswirkt, wenn man dort ein Gästezimmer oder eine Partyecke einrichten will.

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