Holzhaus bauen als Fertighaus oder Bausatz

Ökologisches Bauen: Im Einklang mit der Natur

Ökologisches Bauen bedeutet nicht nur eine gute Dämmung, sondern auch die Verwendung recyclebarer Baustoffe.

von Frank Kemter
ökologisches Bauen
Ökologisches Bauen zeichnet sich oft durch die Verwendung des natürlichen und nachwachsenden Baustoffes Holz aus. Foto: Fotolia/Guukaa

Vielfach wird der Begriff ökologisches Bauen mit einer besonders energiesparenden weil massiv gedämmten Bauweise gleichgesetzt. Das ist jedoch nicht die Kernaussage, die hinter dem Anspruch des ökologischen Bauens steht. Zwar ist auch hier der energetische Aspekt in den vergangenen Jahren immer mehr in den Mittelpunkt getreten, doch wesentlich ist für Anhänger dieser Bauweise der Umstand, dass nachhaltig erzeugte und recyclebare Baustoffe verwendet werden. Wichtigstes Ziel: Am Ende der Nutzungsdauer muss das Haus so entsorgt werden können, dass kein Sondermüll oder anderweitig schwer entsorgbare Reste übrig bleiben.

Ökologisches Bauen zeichnet sich deshalb auch dadurch aus, dass nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Der etwas schwammige Begriff der Nachhaltigkeit wird beim ökologischen Bauen durch einige Kriterien konkretisiert: So dürfen die verwendeten Materialien zum Beispiel nicht toxisch und gesundheitsschädlich sein. Chemische Holzschutzmittel sind demnach tabu. Holzschutz wird vielmehr auf konstruktivem oder natürlichem Wege erreicht: So verhindern große Dachüberstände beispielsweise, dass Holzteile nass werden können, manche Holzsorten haben zudem einen natürlichen Schutz gegen Verwitterung.

Verwendung nachwachsender Rohstoffe

Ebenfalls ein wesentlicher Aspekt des ökologischen Bauens ist die Forderung, dass Baustoffe ohne großen Energieeinsatz hergestellt werden. Außerdem müssen die Transportwege kurz sein: Einheimische Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft erfüllen diese Kriterien zum Beispiel sehr gut. Zudem ist dann sichergestellt, dass die Baustoffe am Ende ihrer Nutzungsdauer umweltgerecht entsorgt werden können. Denn Holz als natürlicher Baustoff kann wieder dem Stoffkreislauf zugefügt werden - es verrottet.

Lehm, Stroh, Ziegel zeichnen ökologisches Bauen aus

Doch nicht nur Holz ist ein attraktiver Baustoff: Auch Lehm, Stroh, Ziegel oder Natursteine werden den Kriterien gerecht. Um auch eine gute Wärmedämmung zu erreichen, können Dämmstoffe aus der Natur verwendet werden. Hier eignen sich zum Beispiel solche aus Hanf, Holzfasern oder Schafswolle. Beim Innenausbau werden Materialien wie Holz, Kork oder Linoleum verwendet.

Um auch den Betrieb eines solchen Hauses umweltfreundlich zu gestalten, kommen Heizungen zum Einsatz, die sich natürlicher und nachhaltiger Ressourcen bedienen. Sehr beliebt sind hier Holzpelletheizungen in Kombination mit Solarthermie. Auf die Spitze wird das Konzept des ökologischen Bauens getrieben, wenn auch Grau- und Regenwasser genutzt werden und eine Kleinkläranlage installiert wird.

In der Baupraxis wird es schon aus Kosten- und Praktikabilitätsgründen oft Kompromisse geben müssen: Schon wegen des fehlenden Platzes lässt sich zum Beispiel nicht überall eine Pflanzenkläranlage realisieren. Zudem sind natürliche Baustoffe oft teurer als konventionelle. Vielfach werden heute jedoch einzelne Elemente des ökologischen Bauens mit solchen der konventionellen Bauweise kombiniert. Beispiel: Die Verwendung von unbehandeltem Holz in einem normalen Neubau oder der Verzicht auf manche Bodenbeläge: Statt eines industriell gefertigten Laminatbodens wird dann ein mit natürlichem Leinöl versiegeltes Parkett verlegt.

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