Das Dach sanieren - wann und wie?

Ein Dach muss auch in unseren Breiten allerhand aushalten. Deshalb braucht es Pflege, wenn auch nur in großen Abständen. Wurde ungenügend gewartet oder ist das Dach einfach in die Jahre gekommen, steht früher oder später eine Dachsanierung an.
 
 

Auch ein Dach kommt in die Jahre: Ist es mit Ziegeln eingedeckt, können sich über die Zeit Moose ansiedeln, einzelne Ziegel lockern oder die Farbschicht von Betonsteinen ist sichtlich gealtert. In diesen Fällen sind die Mängel mit einer gründlichen Reinigung, einer Kleinreparatur oder mit dem Austausch einzelner Ziegel meist schnell behoben. Solche Schönheitsreparaturen können Heimwerker in der Regel leicht selbst erledigen.

Der mittlere Fall

Hat die Dachhaut dagegen großflächig gelitten und sieht nicht mehr schön aus, kann oft schon mit einer gründlichen Großreinigung Abhilfe geschaffen werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es keine substantiellen Schäden gibt, die Ziegel also nur optisch beeinträchtigt sind. Ein Hochdruckreiniger, der mit heißem Wasser arbeitet, kann oft zu erfreulichen Ergebnissen führen. Chemikalien einzusetzen, ist aus ökologischen Gründen eher abzulehnen. Es geht auch auf biologischem Weg. Dabei werden Bakterien aufgesprüht, die organische Ablagerungen wie Moose, Algen und Flechten zersetzen. Es kann jedoch Tage oder sogar Wochen dauern, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt.

Ist die Dachhaut allerdings soweit angegriffen, dass eine Reinigung nicht mehr ausreicht, sollte eine Beschichtung erwogen werden. Dazu wird das Dach ebenfalls gründlich gereinigt; danach wird eine Grundierung aufgesprüht; abschließend wird die Farb- und Deckschicht, meist Reinacrylat, aufgetragen.  Auch hier gilt: Fachfirmen hinzuziehen, die den Schaden einzuschätzen wissen; deren Kostenvoranschläge vergleichen und sich nicht von Billigangeboten täuschen lassen. Eine Beschichtung, die sich als wetterbeständig, diffusionsoffen , dauerelastisch und schmutzabweisend erweisen soll, hat ihren Preis. Die Hausherren sollten allerdings die Gesamtkosten der Beschichtung mit denen einer Neueindeckung vergleichen und in ihre Entscheidung auch die Restnutzungsdauer ihres Daches mit einbeziehen, die im Mittel 70 bis 80 Jahre beträgt.

Der schwere Fall: die Dachsanierung

Soll beispielsweise der Spitzboden zu Wohnzwecken ausgebaut werden, muss das Dach zwangsläufig die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgesehene Wärmedämmung erhalten. Meist werden dafür die Zwischenräume der Sparren genutzt. Dabei handelt es sich um eine Innendämmung. Ist jedoch abzusehen, dass alsbald auch die Eindeckung erneuert werden sollte, kann sich eine so genannte Aufsparren- oder Außendämmung empfehlen. Sie hat verschiedene Vorteile: die Außenhaut ist homogen, bedeckt also das Dach vollflächig, und bei den Arbeiten bleibt der obligatorische Staub draußen. Der Schichtaufbau ist zudem relativ einfach. Nachdem die alten Ziegel entfernt wurden, wird eine Plane, die Dampfbremse, ausgebreitet; darauf folgen die Dämmplatten und die Dachlatten; zum Schluss werden die Dachziegel aufgelegt. Auch wenn für diese Art der Dachsanierung diverse Komplettsysteme zu haben sind: was hier scheinbar einfach klingt, ist in der Praxis ein Fall für den Fachmann, den Dachdecker. Dem Laien unterlaufen womöglich teure Fehler und eine Arbeit in luftiger Höhe ist auch nicht jedermanns Sache.

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