Flachdach abdichten oder Flachdachsanierung?

Unabhängig von der Dachform: Ein undichtes Dach hat fatale Folgen. Daher müssen Hausbesitzer sofort aktiv werden, wenn Mängel auftreten. Ob es reicht, das Flachdach abzudichten oder ob eine komplette Flachdachsanierung notwendig ist, hängt vom Einzelfall ab.

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Flachdach, abdichten, Flachdachsanierung, Foto: Nik/fotolia.com
Traditionell wird ein Flachdach mit einem Brenner und Bitumen abgedichtet. Foto: Nik/fotolia.com Foto: Nik/fotolia.com

Selbst die kleinste undichte Stelle am Flachdach kann weitreichende Folgen haben. Durch das Eindringen von Wasser wird nicht nur die Dachhaut beschädigt. Es kommt zu einer Beeinträchtigung der Wärmedämmung und – was viel schlimmer ist – zur Bildung von Schimmel. Eine regelmäßige Sichtprüfung ist sicherlich eine gute Sache. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt aber auch moderne Verfahren, um Leckagen zu orten.

Flachdach abdichten – je früher, desto besser

Werden kleinere Schäden am Flachdach früh erkannt, dann ist es durchaus möglich, diese durch eine Abdichtung zu beheben – und zwar ohne, dass gleich das ganze Dach saniert werden muss. Voraussetzung dafür, dass die Abdichtung erfolgreich ist, ist, dass der Schaden frühzeitig erkannt wird. Dazu sollte das Dach in regelmäßigen Abständen inspiziert werden. Für die Flachdachabdichtung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Dachabdichtung mit Bitumen: Eine zweilagige Ausführung bietet mehrfache Sicherheit und dichte Nähte.
  • EPDM-Dachabdichtung: Die elastischen Elastomer- oder auch Kautschukbahnen sind widerstandsfähig und UV-beständig und werden einlagig verlegt.
  • Dachabdichtung mit Kunststoff: Diese Methode ist für Flach- und Steildächer als Abdichtung geeignet.
  • Flüssige Dachabdichtung: Nach der Trocknung ist diese Abdichtung langlebig und strapazierfähig.

Bei der Flachdachabdichtung ist es besonders wichtig, dass der Dachaufbau selbst, insbesondere die Wärmedämmung, unbeschädigt und trocken ist. Eine präzise Ausführung ist wichtig, damit es nicht zu Folgeschäden kommt.

Flachdachsanierung – von Grund auf neu

Irgendwann wird es wirtschaftlicher, eine Flachdachsanierung vorzunehmen, als Schäden jeweils in Einzelmaßnahmen zu beheben. Bei der Sanierung werden insbesondere die komplette Abdichtung wie auch die Wärmedämmschicht erneuert. Auch die Dachentwässerung muss oft mit saniert werden. Ein entscheidender Punkt bei einer Flachdachsanierung ist, dass der Dachaufbau und die Wärmedämmung an die aktuell gültigen Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) angepasst werden müssen. Dies ist immer dann der Fall, wenn eine Sanierung mehr als  zehn Prozent der Fläche eines Außenbauteils betrifft.

Für die Sanierung können – je nach vorhandener baulicher Situation – die oben bereits genannten Abdichtungsmethoden eingesetzt werden. Die Dachabdichtung wird außer beim Umkehrdach direkt auf die außenliegende Wärmedämmschicht aufgebracht. Als Wärmedämmung bei der Flachdachsanierung geeignet sind je nach Dachaufbau Schaumglas, extrudiertes Polystyrol oder PUR Hartschaumplatten. Welche Wärmedämmung zulässig ist, hängt außerdem von der Nutzung des Flachdaches ab: So sind für begehbare Flachdächer die Vorgaben der DIN 18195 relevant, bei ungenutzten Flachdächern ist die DIN 18531 zu beachten.

Während die Flachdachabdichtung teilweise noch vom kundigen Bauherrn durchgeführt werden kann, empfiehlt sich bei der Flachdachsanierung ein qualifizierter Fachbetrieb. Dies nicht nur, um im Anschluss an die Sanierung ein perfekt dichtes Dach zu besitzen, sondern auch für Schadensfälle, bei denen die Gewährleistungspflicht des Handwerkers greift.


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