Wasser sparen - in Haus, Bad und Küche

Trinkwasserhygiene hält Leitungswasser rein

Das Trinkwasser in Deutschland ist von bester Qualität, sodass es bedenkenlos aus der Leitung getrunken werden kann. Was viele nicht wissen: sauberes Leitungswasser ist nicht nur Sache der Wasserversorger, sondern auch der Hausbesitzer.

von Marina Novellino
Leitungswasser, Trinkwasser
In Deutschland kann Leitungswasser ohne Bedenken direkt aus dem Wasserhahn getrunken werden. Foto: djd/Ho.F Elektronic
Leitungswasser, Trinkwasserhygiene
Moderne Trinkwasserinstallationen tragen zur guten Qualität von Leitungswasser bei. Foto: Rehau

Es gibt einige Faktoren in der häuslichen Wasserinstallation, die dazu beitragen können, dass die Qualität des Leitungswassers negativ beeinflusst wird. Auf dem Weg von der Wasserentnahmestelle bis zum Wasserhahn kann die Wasserqualität erheblich leiden. Denn Leitungswasser ist trotz sorgfältiger Aufbereitung nicht keimfrei, sondern lediglich keimarm. Im richtigen Milieu können sich daher auch im Trinkwasser Krankheitserreger wie Legionellen vermehren und die Hausbewohner krank machen.

Stehendes Leitungswasser: Ein Nährboden für Keime

Fließt längere Zeit kein Wasser, sondern steht in den Wasserleitungen sagt man, das Wasser stagniert. Eine Stagnation sollte vermieden werden, da dadurch mikrobielle Bestandteile der Rohrinnenoberfläche auf das Leitungswasser übergehen. In Verbindung mit einer schlechten Dämmung der Wasserleitungen entsteht ein idealer Nährboden für Keime. Denn Mikroorganismen mögen es feucht-warm und vermehren sich in solch einem Milieu besonders gut. Daher sollte die Temperatur in Kaltwasserleitungen nicht über 25 und in Warmwasserleitungen nicht unter 55 Grad Celsius liegen. Damit dies gewährleistet ist, sollten Wasserleitungen gedämmt werden. Positiver Nebeneffekt: Eine gute Dämmung spart auch Energie beim Erwärmen des Wassers.

Ringleitungen verhindern Stagnation

Um Stagnation zu vermeiden, empfiehlt sich der Einbau einer Ringleitung. Dabei wird die Leitung von Abnehmer zu Abnehmer geführt und am Schluss wieder zurück zur Hauptleitung. Sobald eine Entnahmestelle geöffnet wird, fließt das Wasser aus beiden Richtungen dorthin. Dadurch wird das Trinkwasser in der Wasserinstallation auf dem gesamten Stockwerk innerhalb kürzester Zeit komplett ausgetauscht. Ein weiterer Vorteil: die Druckverluste sind geringer als bei herkömmlichen Strangleitungen, da kleinere Rohre verwendet werden können.

Tipps für die Wasserinstallation

Damit es gar nicht erst zu Problemen mit der Wasserqualität kommt, sollte in Neubauten die Wasserinstallation sorgfältig geplant werden. Das Material für die Wasserleitungen sollte beständig sein und auch nach jahrelangem Gebrauch möglichst wenige Korrosionsprodukte an das Leitungswasser abgeben. Bewährt haben sich Kupfer, Edelstahl oder Kunststoffe. Außerdem sollten die Bauteile der Wasserinstallation das Siegel einer anerkannten Prüfstelle tragen, wie zum Beispiel das DVGW-Prüfzeichen oder das RAL-Gütezeichen. Für eine gleichbleibende Wasserqualität sollten Hausbesitzer auch auf eine regelmäßige Wartung der Trinkwasseranlage achten. Zur Wartung gehören ein regelmäßiger Austausch des Wasserfilters hinter dem Wasserzähler am Hausanschluss, die Reinigung und Wartung des Warmwasserspeichers und Überprüfung der geforderten Wassertemperaturen an den Entnahmestellen.

Maßnahmen für gute Wasserqualität

Sind in Haus oder Wohnung unsanierte Wasserleitungen, können die Bewohner trotzdem etwas für sauberes Trinkwasser tun. So empfiehlt das Umweltbundesamt Leitungswasser, das länger als vier Stunden in der Wasserinstallation gestanden hat, nicht für die Zubereitung von Speise und Getränken zu nutzen. Das Wasser sollte vor der Verwendung erst einige Zeit bei voll aufgedrehtem Hahn laufen. Ob wieder frisches Wasser aus der Leitung kommt, erkennt man daran, dass dieses Wasser kühler als das Stagnationswasser ist.

Maßnahmen zur Trinkwasserhygiene von Leitungswasser in Anlehnung an DIN 1988-8

Dauer der Abwesenheit Maßnahmen vor der Abwesenheit Maßnahmen bei der Rückkehr
4 und mehr Stunden, bis 2 Tage keine Stagnationswasser ablaufen lassen
Mehrere Tage Wohnungen: Schließen der StockwerksabsperrungEinfamilienhäuser: Schließen der Absperrarmatur hinter der Wasserzählanlage Öffnen der Stockwerksabsperrung, Wasser 5 Min. abfließen lassenÖffnen der Absperrarmatur, Wasser 5 Min. abfließen lassen
Mehrere Wochen selten genutzte Anlagenteile wie z.B. Gästezimmer, Garagen- oder Kelleranschlüsse regelmäßige, mindestens monatliche Erneuerung des Wassers
mehr als 4 Wochen Wohnungen: Schließen der StockwerksabsperrungEinfamilienhäuser: Schließen der Absperrarmatur hinter der Wasserzählanlage Öffnen der Stockwerksabsperrung, Spülen der TrinkwasserinstallationÖffnen der Absperrarmatur, Spülen der Trinkwasserinstallation
mehr als 6 Monate Schließen der Hauptabsperrarmatur, Entleeren der Leitungen (Frostschutz), Absperren der Zulaufleitung Öffnen der Hauptabsperrarmatur, Spülen der Trinkwasserinstallation
mehr als 1 Jahr Anschlussleitung von der Versorgungsleitung vom Fachmann abtrennen lassen Benachrichtigung der Wasserversorgungsunternehmens, Wiederanschluss

Quelle: Umweltbundesamt

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