Erdwärmesonde - platzsparend und umweltfreundlich

Tobias Müller | 3454 Aufrufe | 
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Eine Erdwärmesonde wird vertikal in ein Bohrloch von bis zu 100 Metern Tiefe eingebracht. Sie eignet sich daher besonders für kleinere Grundstücke.

Erdwärmepumpen (5 Artikel):

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Für eine Erdwärmesonde wird bis zu 100 Meter tief gebohrt. Sie entnimmt dem Erdreich Wärme zum Heizen. Foto: Waterkotte

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Die Planung einer Erdwärmesonde verspricht Unabhängigkeit vom Öl- und Gaspreis. Foto: LBS

Installation & Funktionsweise

Durch die senkrechte Bohrung, die für eine Erdwärmesonde benötigt wird, ist diese besonders platzsparend. Und auch die angeschlossene Wärmepumpe ist nicht größer als eine Waschmaschine. Entscheidet man sich für eine Erdwärmesonde, wird zunächst ein vertikales Bohrloch erstellt. Bei einem Ein- beziehungsweise Zweifamilienhaus ist dieses Loch in der Regel nicht tiefer als 100 Meter. In das Bohrloch werden zwei Kunststoffrohre eingebracht durch die Wasser mit Frostschutzmittel laufen. Dieses Kältemittel entzieht dem Erdboden Wärme. Mit Hilfe eines Kompressors wird das Kältemittel verdichtet. Dadurch steigt der Druck und damit auch die Temperatur. Die entstandene Wärmeenergie wird an das Heizsystem abgegeben, die wieder abgekühlte Flüssigkeit anschließend in die Kunststoffrohre zurückgeführt. Das System ist also ein geschlossener Kreislauf.

Wirtschaftlich & umweltfreundlich

Die eher hohen Anschaffungs- und Installationskosten von rund 15.000 Euro für eine Erdwärmesonde plus Wärmepumpe (ohne Verteilersystem: Heizkreise, Heizkörper) mögen zunächst abschrecken, rechnen sich aber über die Jahre. Da die Wärmepumpe Strom benötigt, fallen nach Angaben des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung (Neubau, 150 Quadratmeter, 15.000 kWh/a) jährlich Kosten von rund 400 Euro an. Die verbrauchsgebundenen Kosten pro Quadratmeter können laut BWP um rund 50 Prozent unter einer Gas- und gute 40 Prozent unter einer Ölheizung liegen. Wärmepumpen sind daneben besonders wartungsarm: Kosten für Schornsteinfeger und Emissionswertprüfung entfallen. Besonders effizient arbeitet einen Erdwärmesonde im Winter, da die Temperatur im Erdreich ab einer Tiefe von rund zehn Metern ganzjährig nahezu konstant ist.

Voruntersuchung für Erdwärmesonde

Im Vorfeld der Bohrung ist eine genaue Planung bezüglich der Dimensionierung und Bodenbeschaffenheit notwendig. Je nach Bodenklasse speichert der Untergrund entweder viel Wärme, und kann dadurch auch viel abgeben, oder aber das Gegenteil ist der Fall. Auch der Grundwasserspiegelstand spielt eine Rolle. Um sicher zu gehen, dass optimale Voraussetzungen für eine Erdwärmesonde vorhanden sind, ist ein Fachmann unverzichtbar. Handelt es sich beim Bohrgebiet um ein Wasserschutzgebiet, ist eine Bohrung rechtlich nicht möglich.

Beantragen & durchführen

Bei einer Bohrtiefe bis 100 Meter muss eine wasserrechtliche Genehmigung seitens der Unteren Wasserbehörden vorliegen. Bei einer Bohrtiefe ab 100 Meter ist eine bergrechtliche Genehmigung nötig. Ansprechpartner ist hier das Bergamt des jeweiligen Bundeslandes. In der Regel kümmert sich jedoch das vom Bauherrn beauftragte Fachunternehmen um die erforderlichen Genehmigungen für die Erdwärmesonde. Geprüfte Spezialisten können anhand des europäischen Zertifikats (EU certified Heat Pump Installer) erkannt werden.

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