Heizen mit Holzpellets ist schwer im Trend. Nicht nur ist es besonders nachhaltig, einen nachwachsenden Rohstoff wie Holz zum Heizen zu verwenden, die Preise für Holzpellets sind in den vergangenen Jahren auch deutlich weniger stark gestiegen als die Preise für Heizöl oder Gas. Als Grundstoff für Pellets werden häufig Holzabfälle verwendet, also beispielsweise Sägemehl, Schleifstaub und Hobelspäne. Die Holzpellets entstehen meist nahe an der Rohstoffquelle, was für kurze Transportwege sorgt und damit ebenfalls die Umwelt schont.
Herstellung, Preise, Hersteller: Alles Wissenswerte zum Heizen mit Holzpellets. mehr
Holzpellets sind umweltfreundlich und werden auch vom Staat gefördert. mehr

Bei der Herstellung werden die Holzabfälle zunächst gereinigt. Metallreste oder Steine, die das spätere Abbrennen behindern würden, werden ausgesondert. Im Anschluss werden die gereinigten Holzabfälle zu feinem Sägemehl gemahlen und getrocknet, bevor sie schließlich durch eine Stahlmatrize gepresst werden, wodurch sie ihre endgültige Form erhalten. Holzpellets gibt es in verschiedenen Größen, meist haben sie zwischen sechs und zehn Millimeter Durchmesser.

Industrielle Normung und Kauf

Damit bei Holzpellets eine gleichbleibende Qualität gewährleistet werden kann, gilt in Europa die Europäische Norm EN 14961 „Feste Biobrennstoffe – Brennstoffspezifikationen und -klassen“. Die Norm legt bestimmte Spezifikationen wie Größen und Feuchtigkeitsgehalt fest und sorgt dafür, dass die Pellets den notwendigen Energiegehalt haben, um zum Heizen verwendet werden zu können. Nur, wenn sich gut einschätzen lässt, wie viele Pellets zum Heizen benötigt werden, können Hausherren auch ihren Pelletvorrat richtig planen.

Wie bei anderen Heizsystemen auch, hängt die benötigte Menge an Holzpellets von verschiedenen Faktoren ab, darunter etwa die Quadratmeterzahl des Hauses. Eine grobe Faustregel: Mit einem Zehn-Kilowatt-Pelletofen kann eine Wohnfläche von rund 100 Quadratmetern beheizt werden. Dazu werden circa zwei Tonnen pro Jahr benötigt. Geld sparen kann, wer diese im Sommer kauft – dann sind die Preise meist am niedrigsten.

Heizen mit Holzpellets: der Umstieg

Grundsätzlich lässt sich eine Pelletheizung in Gebäuden auch gut nachrüsten, sowohl in Neu- als auch in Altbauten. Um zu ermitteln, welche Pelletheizung für das Haus geeignet ist, muss nach einer Ortsbegehung mit dem Heizungshersteller zunächst eine Wärmebedarfsberechnung erstellt werden. Der Platzbedarf für den Kessel einer Pelletheizung ist dabei nicht größer als der für eine Öl- oder Gasheizung. Allerdings wird ein Pelletlager benötigt, bei dessen Planung es gibt einige Punkte zu beachten gibt: Es sollte trocken und staubsicher sein und gleichzeitig möglichst nah am Pelletkessel liegen, um die Kosten für ein Transportsystem gering zu halten.

Prinzipiell gibt es verschiedene Ausführungen von Pelletlagern. Sie können entweder in einem speziellen Raum im Keller untergebracht oder in einem Sacksilo an einer Tragekonstruktion aufgehängt werden. Auch haben Grundstücksbesitzer die Möglichkeit, einen Erdtank für die unterirdische Lagerung der Pellets zu verwenden. Natürlich müssen diese aber absolut wasserdicht und vor Kondenswasserbildung geschützt sein. Ganz billig sind solche unterirdischen Tanks auch nicht. Für einen größeren Behälter müssen Hausbesitzer gut 5.000 bis 8.000 Euro auf den Tisch legen, dazu kommen die Kosten für den Einbau. Um beim Pelletlager Geld zu sparen, ist es natürlich auch möglich, sich für eine kleinere Lagerstätte zu entscheiden. Dabei müssen dann natürlich häufiger Pellets nachbestellt werden.

Neben Pelletkessel und Pelletlager ist der Kamin oder Schornstein das letzte Element eines Pelletheizsystems. Er dient dazu, die entstandenen Abgase aus dem Haus zu leiten. Muss für die Pelletheizung ein neuer Schornstein angelegt werden, empfiehlt es sich, sich von einem Schornsteinfeger beraten zu lassen.

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