Heizen mit Holzpellets - Pelletheizung und Pelletofen
Ein Pelletofen ist umweltfreundlich und sparsam. Moderne Modelle mit Zeit- und Temperatursteuerung sind besonders komfortabel.
von Barbara ZineckerPelletöfen sind Kaminöfen, die mit Holzpellets befeuert werden. Die kleinen Holzpresslinge werden aus Spänen mit Wasser und einem Bindemittel hergestellt. Ofenbesitzer füllen diese in einen in den Ofen integrierten Vorratsbehälter, von dem aus eine Schnecke die Pellets meist automatisch in den Verbrennungsraum befördert. Mit einer Füllung laufen die Öfen je nach Fabrikat zwischen 24 und 100 Stunden. Je nach Pelletofen liegt die Nennwärmeleistung zwischen fünf und 15 Kilowatt. Moderne Modelle arbeiten mit einer Zeitsteuerung, sodass man selbst morgens nach dem Aufstehen nicht auf wohlige Wärme verzichten muss. Mit Hilfe eines externen Raumthermostats schalten sich besonders innovative Öfen sogar selbstständig aus, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist.
Holzpellets werden aus Holzspänen hergestellt, die nicht nur aus dem regenerativen Energieträger Holz bestehen, sondern zudem als Abfallprodukt aus der Holzwirtschaft gewonnen werden. Die kleinen Sticks sind in der Verwendung sehr sauber, besonders im Vergleich zu ihren Vorgängern Kohle und Holzscheite. Da Pellets eine hohe Energiedichte haben, wird für dieselbe Heizleistung im Vergleich zu herkömmlichen Holzscheiten weniger Materialvolumen benötigt. Der Platzbedarf für deren Lagerung ist somit recht gering. Bei der Verbrennung der Holzpellets entsteht zudem wenig Asche, die zum Beispiel im Garten als Düngemittel weiterverwendet werden kann. Die angenehme Wärme, die bei der Verheizung der Pellets entsteht, wird zudem schnell an die Luft abgegeben.
Wer richtig sparen möchte, kauft einen wasserführenden Pelletofen: Die Hitze des Ofens wärmt bei diesen Modellen das Wasser auf, welches dann in das Zentralheizungsystem eingespeist wird. Doch selbst der sparsamste und ökologischste Pelletofen birgt auch einige Nachteile. Das Flammenspiel ist beispielsweise nicht mit dem Feuer in traditionellen Holzöfen vergleichbar. Auch auf das romantische Knistern, das beim Verbrennen von Holz entsteht, muss verzichtet werden. Der Grund: Pellets verfügen über eine geringere Feuchtigkeit als Holzscheite. Vor dem Kauf kann man sich das Gerät jedoch beim Händler vorführen lassen, um für sich selbst zu entscheiden, ob die Flammenform ansprechend ist. Im selben Zuge kann bei Gebläse-Pelletöfen, die die Wärme durch eine Art Ventilator im Raum verteilen, auch die Lärmentwicklung geprüft werden.
Die Anschaffungskosten für einen Pelletofen sind hoch. Doch diese amortisieren sich durch den günstigen Preis für Pellets recht schnell. Laut Deutschem Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) betrug der Durchschnittspreis im September 2011 für Holzpellets in Deutschland 229,90 Euro pro Tonne. Damit ist Heizen mit Pellets aktuell rund 40 Prozent günstiger als mit Heizöl. Im Vergleich zu Öl und Gas, deren Preise dem Weltmarkt unterliegen und durch das dortige Geschehen stark schwanken, ist der Preis für Holzpellets, die meist regional produziert werden, bedeutend kostanter. Wer qualitativ hochwertige und zertifizierte Pellets verwenden möchte, kann sich an dem Gütezeichen EN Plus des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) orientieren.
© Immowelt AG 2012 ® www.bauen.de Wissen rund ums Bauen!