Pellet-Zentralheizung
Heizen mit Holzpellets (5 Artikel):
Bei Neubauvorhaben, aber insbesondere auch, wenn ein alter Heizkessel wegen Verschleiß oder den Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (ENEV) ausgetauscht werden muss, bietet sich die Installation einer Pellet-Zentralheizung an. Im letzteren Fall können das vorhandene hydraulische Heizungssystem und meist auch der Schornstein weiter genutzt werden. Pellet-Zentralheizungen werden im Heizungsraum eines Gebäudes installiert. Im Fachhandel sind sowohl halb- als auch vollautomatische Pellet-Zentralheizungen erhältlich. Die halb- und vollautomatischen Heizungstypen unterscheiden sich im Platzbedarf des Aufstellraumes und im Arbeitsaufwand zur Befüllung von Vorratsbehälter und Lagerraum.
Hoher Bedienkomfort dank automatischer Pelletzufuhr
Die vollautomatischen Pelletheizungsanlagen sind über eine Förderschnecke oder ein Saugfördersystem mit einem Lagerraum bzw. Tank oder Silo verbunden, aus dem die Pellets bedarfsgerecht zum Heizkessel befördert werden. Dabei ist der Lagerraum im Idealfall so konzipiert, dass er den Jahresbedarf an Holzpellets aufnehmen kann und entsprechend einmal jährlich bei Lieferung loser Pellets mit dem Silotankwagen befüllt wird. Die vollautomatischen Pelletheizungen weisen so einen mit herkömmlichen Ölheizungen vergleichbaren Bedienkomfort auf. Die Pelletzufuhr vom Lagerraum bzw. Lagersilo zum Heizkessel kann dabei wahlweise mit Förderschnecke oder Saugfördersystem erfolgen. Die Beförderung der Pellets vom Lager zum Heizkessel mittels Saugförderung hat den Vorteil, dass der Pellet-Lagerraum nicht in unmittelbarer Nähe der Pelletheizung und auch nicht auf gleicher Etage liegen muss, sondern auch größere Entfernungen (bis zu 20 Meter) überbrückt werden können. Dadurch lassen sich beispielsweise auch Erdtanks im Garten oder ein Gewebesilo im Nebengebäude (z.B. Carport) als Lagerraum für die Pellets nutzten. Zu beachten ist der gegenüber der Schneckenförderung höhere Geräuschpegel bei der Förderung der Pellets mit dem Sauggebläse. Da die Saugsysteme einen Vorratsbehälter am Heizkessel beinhalten, der nur periodisch aufgefüllt wird, kann die Pelletförderung per Zeitschaltuhr so eingestellt werden, dass Lärmbelästigungen während der Schlaf- und Ruhezeiten vermieden werden. Auch über eine Schallisolierung der Rohrleitungen lässt sich der Geräuschpegel reduzieren.
Hallbautomatische Pellet-Zentralheizungen
Halbautomatische Pellet-Zentralheizungen verfügen am Heizkessel über einen größeren Vorratsbehälter, der den Wochen- oder Monatsbedarf an Pellets aufnehmen kann. Der Vorratsbehälter wird manuell, beispielsweise per Eimer, mit Pellets aus Bigbags oder Lagerraum beziehungsweise direkt mit dem 15-kg-Sack befüllt. Wie bei den Pelletöfen werden auch bei den voll- und halbautomatischen Zentralheizungen die Pellets mit Hilfe einer Förderschnecke in den Brennraum transportiert. Die Menge der eingetragenen Pellets wird hierbei von einer programmierbaren Steuerungsanlage geregelt und ist mit der Brennstoffzuführung moderner Ölheizungen vergleichbar. Im Gegensatz zu den Pelletöfen, bei denen die Abgabe von Strahlungs- und Konvektionswärme zur Beheizung des Wohnraumes erwünscht ist, sind die Zentralheizungen vollständig isoliert, um die Abstrahlungsverluste im Heizungsraum zu minimieren.
Pufferspeicher nicht zwingend erforderlich
Pufferspeicher sind bei Pellet-Zentralheizungssystemen nicht zwingend erforderlich. Durch den Einbau eines Pufferspeichers ist es jedoch möglich, die Zahl der täglichen Brennerstarts zu reduzieren und den Heizkessel über längere Zeit im Volllastbetrieb zu fahren. Auf diese Weise können der Wirkungsgrad verbessert und die Emissionen verringert werden. Vor allem für Gebäude mit einem geringen Wärmebedarf ist der Einbau eines Pufferspeichers empfehlenswert. Insgesamt gesehen erhöht der Einbau eines Pufferspeichers den Komfort der Anlage. Neben reinen Pelletheizungen bieten einige Firmen auch Scheitholz-Pellet-Kombinationskessel als Zentralheizungen an, die wahlweise mit Pellets oder Stückholz betrieben werden können. Der Übergang in den Pelletbetrieb erfolgt nach Abbrand des Scheitholzes entweder vollautomatisch oder durch Programmänderung auf Knopfdruck. Bei einigen Modellen sind einige wenige Handgriffe erforderlich, zum Beispiel ein Wechsel des Brennrostes, um den Betrieb umzustellen.
- Weitere Informationen:
- FNR – Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Pelletofen 
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