Energiewende für Hausbesitzer: Solarstromspeicher

Selbst erzeugter Solarstrom ist billiger als gekaufter Kohlestrom. Um ersteren jedoch besser nutzen zu können, ist ein üppiger Solar-Akku nötig.

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Zumindest für Endverbraucher gilt: Wer sich heute eine Fotovoltaikanlage aufs Dach schraubt, zahlt für den selbst verbrauchten Ökostrom weniger, als Versorger für konventionell erzeugten Haushaltsstrom verlangen. Die sogenannte Netzparität wurde hierzulande schon vor einiger Zeit erreicht - deutlich früher, als von vielen Experten angenommen. Der Grund: Sowohl Anlagenpreise als auch die Einspeisevergütung sanken in den vergangenen Jahren drastisch und im Gleichschritt. Damit ist Solarstrom, so er denn selbst verbraucht wird, für den Endverbraucher die günstigste Alternative, an Strom zu kommen. Einziger Haken: Die Sonne scheint nicht immer dann, wenn die Energie im Haushalt benötigt wird.

Eigenverbrauchsanteil noch zu niedrig

Laut einer Greenpeace-Studie liegt der Eigenverbrauchsanteil derzeit bei nur etwa 20 Prozent. Für den Verbraucher vorteilhaft wäre es, diesen Anteil zu steigern. Das funktioniert in kleinen Dimensionen, wenn man energiehungrige Geräte wie etwa die Waschmaschine dann betreibt, wenn gerade die Sonne scheint. In größeren Dimensionen klappt das aber nur, wenn der Solarstrom, der in der sonnenreichen Zeit produziert wird, für die sonnenarme Zeit gespeichert werden kann. Dazu sind üppig dimensionierte Energiespeicher nötig.

Solarstromspeicher noch zu teuer

Laut Greenpeace sind die heute am Markt erhältlichen Lösungen aber noch zu teuer. Der Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität dürfte sich auf höchstens 300 bis 400 Euro belaufen und die Lebenserwartung müsste mindestens 20 Jahre betragen, um wirtschaftlich sinnvoll zu sein. Derzeit kostet ein Solar-Akku noch mindestens das Doppelte. Bereits vor ein paar Jahren haben Solarkonzerne wie Conergy oder Solarworld erste Solarstromspeicher auf den Markt gebracht und auf der Solarmesse Intersolar 2012 präsentierten weitere Hersteller ihre Produkte.

Wenn man die aktuellen Strompreise der Versorger mit der aktuellen Einspeisevergütung vergleicht, wird schnell klar, warum sich der Eigenverbrauch lohnt: Für Solaranlagen, die seit dem 1. April 2012 ans Netz gingen, gibt es nur noch 19,5 Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung, wobei die Vergütungssätze für neu ans Netz gegangene Anlagen pro Monat um (mindestens) ein Prozent sinken. Geht man von einem durchschnittlichen Strompreis von 23 Cent aus, beträgt die Differenz und somit der Preisvorteil für den Selbstverbraucher, der seine Anlage im April 2012 installieren ließ, 3,5 Cent pro Kilowattstunde – das ist noch zu wenig, um eine hohe vierstellige Investition für einen Solarstromspeicher zu rechtfertigen.

Solar-Akku nur bei langer Lebensdauer sinnvoll

Ob und wann sich Solarstromspeicher in Zukunft rechnen werden, hängt neben der Entwicklung der Preise für die Akkus vor allem auch von der weiteren Entwicklung der Strompreise einerseits und von der Einspeisevergütung andererseits ab. Angenommen, der Preisvorteil für Selbstverbraucher betrüge in Zukunft einmal zehn Cent pro Kilowattstunde und durch einen Solar-Akku ließen sich täglich zehn Kilowattstunden selbst verbrauchen, anstatt diese einzuspeisen, so ließen sich jährlich rund 360 Euro einsparen. Nehmen wir weiter an, dass ein hierfür geeigneter Solar-Akku in Zukunft 3.600 Euro kostet, so müsste dieser demnach mindestens zehn Jahre halten, um alleine seine Anschaffungskosten wieder hereinzuspielen. Tatsächlich müsste er aber noch länger durchhalten, wenn man im kaufmännischen Sinne die Kapitalkosten berücksichtigt. Allerdings sprechen schon heute manche Hersteller davon, dass ihre Lithium-Ionen-Solarstromspeicher bis zu 20 Jahre halten. Erweist sich das als realistisch, so könnte ein Solar-Akku in gar nicht ferner Zukunft eine wirtschaftliche Alternative und gute Absicherung gegen steigende Strompreise sein.

Und es geht noch weiter: Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Einspeisevergütung für Solarstrom in absehbarer Zeit abgeschafft wird: Sobald die deutschlandweite Kapazität 52 Gigawatt beträgt, ist es soweit. Dann dürfte sich Fotovoltaik für Privatpersonen nurmehr lohnen, wenn der Eigenverbrauchsanteil hoch ist.


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Kommentare (1)

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