Perfektes Duo: Solarcarport und Elektroauto

Strom vom Dach für die Batterie im Elektroauto: Solarcarport und Elektromobilität bilden eine perfekte Symbiose.

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Solarcarport, Elektroauto
Ein Solarcarport kann den Akku des Elektroautos wieder aufladen. Foto: Arsdigital/Fotolia.com Foto: arsdigital/Fotolia.com

Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren die Elektromobilität stark vorantreiben. Das klappt zwar bisher nicht im gewünschten Tempo – das Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, dürfte angesichts der aktuellen Zulassungszahlen eher illusorisch sein – doch einige vielversprechende und mehr oder weniger bezahlbare Elektromobile gibt es bereits.

Nur mit Strom aus erneuerbaren Quellen umweltfreundlich

Doch richtig umweltfreundlich sind Elektromobile nur, wenn der Strom, mit dem sie betrieben werden, aus regenerativen Energiequellen stammt. Das lässt sich leicht mit einem Solarcarport verwirklichen.

 

Viele Kilometer mit dem Strom vom Solardach fahren

Denn inzwischen hat die Solarbranche die Elektromobilität als Zukunftsmarkt entdeckt. Verschiedene Hersteller bieten Carports mit Solardach samt intelligenter Steuerungstechnik und Ladestation an. Die Dachfläche eines Einzelcarports reicht aus, um eine Anlage mit einer Kapazität von zwei bis drei Kilowattstunden zu montieren. Würde man den produzierten Strom ausschließlich zum Aufladen des Elektrokleinwagens mit einem Verbrauch von 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer verwenden, ergäbe das eine Reichweite von rund 10.000 bis 15.000 Kilometern pro Jahr.

 

Elektroauto als Pufferspeicher fürs Haus

Dazu müsste der Wagen allerdings tagsüber durchgehend geladen und nur nachts gefahren werden – unrealistisch. Doch zumindest einen Teil des Stroms für das E-Auto ließe sich mit dem Solarcarport gewinnen. Der Überschuss kann dann ins Netz eingespeist oder im Haushalt verbraucht werden. Umgekehrt kann ein Elektroauto, das unter dem Solarcarport steht, aber auch als Pufferspeicher dienen: Wenn abends keine Sonne mehr scheint, kann der tagsüber gespeicherte Solarstrom aus dem Auto-Akku für die Geräte im Haus verwendet werden. Dabei sollte man aber darauf achten, dass nicht zu viel Strom aus Speichern entnommen wird, wenn man sein Elektromobil am folgenden Morgen benötigt. Dieses Problem dürften aber vor allem die Eigner von Elektro-Kleinwagen mit geringer Batteriekapazität haben. Größere E-Autos wie etwa der Tesla Model S mit seiner Akku-Kapazität von rund 40 KwH im kleinsten Modell können viel mehr speichern, als ein durchschnittlicher Haushalt an einem Abend verbraucht.

 

Solaranlagen immer günstiger

Lösungen wie Solarcarports für Elektroautos sind auch deshalb in den Fokus gerückt, weil die Preise für Solaranlagen in den vergangenen Jahren dramatisch gesunken sind. Etwa im selben Tempo wurde auch die Einspeisevergütung gekürzt: Seit Frühjahr 2012 liegt sie für neu in Betrieb genommene Photovoltaikanlagen bei deutlich unter 20 Cent, während gekaufter Strom in der Regel mehr als 20 Cent pro Kilowattstunde kostet. Das bedeutet, dass der Eigenverbrauch für den Anlageneigner inzwischen interessanter ist, als den Strom zum Einspeisetarif zu verkaufen.


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Kommentare (4)

Karlchen | 16.09.2014 12:25

Solarcarport, toll. Habe aber noch Fragen dazu:

Was passiert mit dem Strom am Tag, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin?

Was enthält eine Elektroauto-Ladestation? Ist ein Speicher darin? Wird mit Gleichstrom geladen?

Welche Batterie-Kapazität ist sinnvoll?

Ist bei einem Carport mit doch recht geringer Fläche der KWp hoch genug, um ein Elektroauto zu speisen??

 


bauen.de-Redaktion | 17.09.2014 08:39

Sehr geehrter Fragesteller,

 

der Strom, den Sie tagsüber produzieren, wenn Sie mit Ihrem Auto unterwegs sind, können Sie entweder ins Netz einspeisen bzw. in Ihrem Haus verbrauchen oder in einem Speicher zwischenspeichern – ebenso wie das auch bei normalen Dachanlagen üblich ist. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass solche Speicher, insbesondere solche mit Lithium-Technologie, immer noch sehr teuer sind. Sinnvolle Speichergrößen kosten höhere vier- bzw. schon fünfstellige Beträge. Das, was unter Umweltgesichtspunkten sinnvoll erscheint, ist unter ökonomischen Aspekten heute teilweise noch schwer vertretbar.

 

Im Allgemeinen kann man sagen, dass – abhängig vom Modultyp – rund acht Quadratmeter Photovoltaikfläche eine Nennleistung von 1 kWp ergeben, hochgerechnet auf einen Einzelcarport sind das also rund 2 bis 3 kWp. Wie viel Strom damit tatsächlich produziert wird, hängt aber von Lage, Ausrichtung, Verschattungen und weiteren Faktoren ab. Im Schnitt dürfte die jährlich produzierte gesamte Strommenge aber ausreichen, um – wie im Beitrag dargestellt – ein E-Auto 10.000 bis 15.000 Kilometer zu bewegen.

 

Ihre bauen.de-Redaktion


solarenthusiast | 15.10.2015 16:35

wäre es nicht möglich bei einem Solarcarport eine "Wechselbatterie" für ein e-mobil aufzuladen, so dass man diese einerseits für nachts als Pufferbatterie nutzen kann bzw. zum Schnellwechseln des leer gefahrenen Akkus des e-Mobils


bauen.de-Redaktion | 16.10.2015 10:51

Lieber Solarenthusiast,

 

vielen Dank für Ihren Kommentar. Elektroautos haben derzeit meist keine Wechselbatterie. Zudem wäre eine dafür geeignete Batterie wohl so teuer, dass sie kaum wirtschaftlich wäre.

 

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion


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