Sonnenkraft: Lohnt sich Photovoltaik noch?

In der Vergangenheit wurde die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen laufend gekürzt. Auch für die Zukunft steht fest, dass sie weiter sinken wird. Viele Hausbesitzer stellen sich daher die Frage, ob sich eine eigene Photovoltaik-Anlage noch lohnt.

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Die Installation einer Photovoltaik-Anlage kann sich für Hausbesitzer immer noch lohnen. Foto: Simon Kraus / fotolia.com Foto: Simon Kraus / fotolia.com

Die Erzeugung von Solarstrom ist eine Erfolgsgeschichte, allerdings eine teure. Deshalb wurde die Förderung von Sonnenkraft in den vergangenen Jahren drastisch gekürzt. Dennoch: Für viele Privatleute kann sich Photovoltaik noch heute lohnen.

Fortwährende Kürzungen

Als die Einspeisevergütung für Solarstrom 2004 eingeführt wurde, betrug diese noch 57,4 Cent je Kilowattstunde. Seitdem ist diese schrittweise um mehr als drei Viertel reduziert worden. Auch für Anlagen, die künftig in Betrieb gehen gilt, dass für diese eine geringere Vergütung gewährt werden wird: Die Einspeisevergütung für Neuanlagen sinkt jeden Monat. Wie stark, hängt davon ab, wie viele neue Anlagen in Betrieb gehen. Aktuell beträgt die monatliche Kürzung 0,25 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte 2015 liegt die Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen bei etwas mehr als 12 Cent je Kilowattstunde und damit bei weniger als einem Viertel der 2004 gewährten Vergütung. Es gilt allerdings der Grundsatz: Die Vergütung wird für den zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gültigen Fördersatz 20 Jahre lang plus das Jahr der Inbetriebnahme ungekürzt gezahlt. Finanziert wird die Förderung nicht über Steuergelder, sondern durch alle Stromkunden. Seit Januar 2015 zahlt jeder Verbraucher einen Aufpreis von fast 6,17 Cent pro Kilowattstunde Strom.

Lohnt sich Photovoltaik? Für private Hausbesitzer oft immer noch!

Mit den Kürzungen wurde auch den stetig fallenden Preisen für Photovoltaikanlagen Rechnung getragen. Die Frage: „Lohnt sich Photovoltaik noch?“ lässt sich trotz gesunkener Vergütung für den privaten Hausbesitzer in vielen Fällen weiterhin mit ja beantworten. Vielfach lassen sich an sonnenreichen Standorten sogar gute Renditen erzielen. Ob das nach weiteren Kürzungen in der Zukunft noch der Fall sein wird, hängt davon ab, wie weit die Modulpreise noch sinken.

Die gesunkenen Kosten für Solarstrom haben jedoch auch eine andere Auswirkung: Seit Anfang 2012 ist in Deutschland die Netzparität erreicht. Seitdem ist der Verbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom günstiger als der Stromkauf vom Anbieter. 2015 zahlte der Verbraucher durchschnittlich rund 28 Cent je Kilowattstunde an seinen Stromanbieter. In der Praxis bedeutet das, dass es lukrativ ist, den Solarstrom selbst zu verbrauchen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch: Nach wie vor gibt es keine günstigen Stromspeicher-Technologien. Ein Eigenheimbesitzer kann in der Regel auch mit Anstrengungen höchstens 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms verbrauchen – schließlich wird der Strom nicht immer dann gebraucht, wenn die Sonne scheint, und nicht immer dann, wenn Strom gebraucht wird, scheint die Sonne. Ein wichtiger Faktor ist darüber hinaus die Solarförderung: Sollte sie in den nächsten Jahren ganz abgeschafft werden, würde sich eine eigene Photovoltaik-Anlage für Hausbesitzer nur noch lohnen, wenn sie einen großen Teil des erzeugten Stroms auch selbst verbrauchen. Der Entwicklung von Technologien für die effiziente Stromspeicherung kommt daher in Zukunft eine Schlüsselfunktion zu.

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