Photovoltaik - Funktion, Kosten, Hersteller

Photovoltaik zur Selbstversorgung

Die Eigennutzung des mittels Photovoltaik-Anlagen erzeugten Stroms kann sich durchaus lohnen. Denn jede Kilowattstunde wird gefördert.

von Jan-Carl Mehles
Photovoltaik, Stromerzeugung, Sonnenenergie
Wer den selbst erzeugten Strom auch selbst verbraucht, erhält Geld vom Netzbetreiber. Foto: Fotolia/Otmar Smit

(bauen.de) - Die übliche Konstellation bei der Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Privathauses sieht so aus: Der erzeugte Strom wird in das örtliche Netz eingespeist, der Betreiber erhält dafür laut Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) vom Netzbetreiber eine Vergütung in Höhe von aktuell 43,01 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Den selbst benötigten Strom kauft man wiederum ein und zahlt den regulären Preis des Stromversorgers – im Schnitt sind das zurzeit rund 20 Cent/kWh. Will man den erzeugten Strom selbst nutzen, so erhält man aktuell aufgrund der EEG-Förderrichtlinie 25,01 Cent/kWh vom Netzbetreiber ausgezahlt und spart sich die Kosten für den Zukauf von Energie.

Komplexe Rechnung

Da die Leistung einer Solaranlage von Tageszeiten und Witterung abhängig ist, kann nicht pauschal gesagt werden, in welcher Höhe sich die jährliche Einsparung bewegt. Besser geeignet sind Berechnungen pro 1.000 kWh erzeugten und selbst verbrauchten Stroms. Hier ergibt sich aus der Differenz der Fördersätze ein Überschuss von circa 2 Cent/kWh (bei einem Strompreis von 20 Cent/kWh) bei der Eigennutzung. Da man davon ausgehen kann, dass der Strompreis weiter steigen wird, erhöht sich diese Differenz wahrscheinlich noch.

Sonnenstrahlung: Starke Schwankungen

Die Stromproduktion einer Photovoltaik-Anlage unterliegt starken Schwankungen. Im Hochsommer kann es vorkommen, dass die Solaranlage mehr Strom produziert als zum gleichen Zeitpunkt verbraucht wird, an trüben Wintertagen wird man Strom zukaufen müssen. Produziert man aber einen Überschuss und speist diesen ins örtliche Netz ein, erhält man die Vergütung hierfür, ohne Strom zuzukaufen. So können individuell noch höhere Einsparungen zustande kommen. Allerdings benötigt man als Selbstverbraucher drei Stromzähler: einen für den zugekauften Strom, einen für den eingespeisten und einen für den selbst erzeugten und verbrauchten.

Vereinfachte Modellrechnung für 1.000 kWh Strom

(reine Stromkosten ohne Anschaffung, Installation, Betrieb, Grund- und Nebenkosten):

Modell 1: keine Solaranlage

Vergütung: 0 Euro

Kosten für zugekauften Strom: 200 Euro

Ergebnis: -200 Euro

Modell 2: Solaranlage und reine Einspeisung

Vergütung: 430,10 Euro

Kosten für zugekauften Strom: 200 Euro

Ergebnis: +230,10 Euro

Modell 2: Solaranlage zum Eigenverbrauch

Vergütung: 250,10 Euro

Kosten für zugekauften Strom: 0 Euro

Ergebnis: +250,10 Euro

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