Brandschutz – mehr Sicherheit im eigenen Zuhause

Unbeaufsichtigt brennende Kerzen, Rauchen im Bett oder ein Kurzschluss im Toaster – Leichtsinn und defekte Elektrogeräte sind die häufigsten Auslöser von Wohnungsbränden. Um das Schlimmste zu verhindern, gilt es vorzubeugen. Brandschutz sollte in jedem Zuhause selbstverständlich sein.

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Jedes Jahr kommt es Schätzungen der Feuerwehr zufolge zu rund 230.000 Wohnungsbränden in Deutschland. Ihre Ursachen sind vielfältig, doch eines ist sicher: In vielen Fällen hätten einfache Brandschutz-Maßnahmen ausgereicht, um größeren Schaden zu vermeiden. So wird das Zuhause richtig sicher.

Brandschutz, brennender Dachstuhl. Foto: animaflora/fotolia.com
Ein brennender Dachstuhl verursacht oft einen immensen Sachschaden. Foto: animaflora/fotolia.com Foto: animaflora/fotolia.com

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Gefahrenquellen im Zuhause erkennen

In jedem Haus gibt es Gefahrenquellen, die einen Brand auslösen können. Dazu gehören beispielsweise Geräte, die mit einer Elektronik ausgestattet sind – wie Ladegeräte, PCs und Stromsparlampen – sowie elektrische Haushaltsgeräte. Gründe für die Brandgefahr dieser Geräte können eine mangelhafte Fertigung sein, aber auch eine Überlastung. Leuchten, Sat-Receiver und Computer nutzen den Strom nicht gleichmäßig, sondern es kommt zu Spannungsspitzen. Die in den Geräten eingebauten Neutralleiter sind jedoch nicht für diese Spitzenspannungen ausgelegt und können überhitzen. Fallen die Neutralleiter aus, ist eine Überspannung die Folge und die Geräte können durchschmoren, brennen oder gar explodieren.

Brandgefahr besteht auch, wenn die Maximalbelastung von Steckern, Steckdosen und Kabeln überstrapaziert wird und die Stromleitungen zu stark erhitzen. Das passiert beispielsweise, wenn zu viele Geräte über mehrere Steckerleisten an einer Steckdose angeschlossen sind. Dieselbe Gefahr besteht, wenn größere Geräte an Mehrfachsteckdosen angeschlossen werden. Grundsätzlich sind Mehrfachsteckdosen nur für den Anschluss von Kleingeräten gedacht, denn sie sind auf eine Leistung von rund 3.000 bis 3.500 Watt ausgelegt. Zum Vergleich: Ein Heizlüfter alleine verbraucht bereits 1.500 bis 2.000 Watt.

Experten-Tipp

Schließen Sie so wenige Elektrogeräte wie möglich dauerhaft ans Stromnetz an und achten Sie beim Kauf von elektronischen Geräten auf das VDE-Prüfzeichen. Es steht für die Sicherheit des Produkts gegenüber thermischen, elektrischen, mechanischen, toxischen, radiologischen und sonstigen Gefährdungen.

Stand-by-Schaltungen können ebenfalls gefährlich werden. Sind beispielsweise Stereoanlage oder Fernseher im Stand-by-Modus, stehen die Geräte unter Spannung und ihr Inneres erwärmt sich. Eine Überhitzung, Überspannung oder ein Kurzschluss lösen in diesem Fall leicht einen Brand aus.

Experten-Tipp

Grundsätzlich sollten Sie aus Gründen des Brandschutzes auf den Stand-by-Modus verzichten und elektronische Geräte ausschalten, wenn sie nicht benutzt werden.

Eine weitere Gefahrenquelle ist die mangelnde Belüftung von Elektrogeräten. Viele Leute stellen Fernseher und Stereoanlage in einen Medienschrank. Passen die Geräte nur knapp hinein, besteht die Gefahr eines Wärmestaus, der Feuer verursachen kann. Auch das Abdecken von Lampen oder Heizgeräten mit Tüchern kann zu einem Wärmestau führen.

Experten-Tipp

Elektronische Geräte sollten zu allen Seiten genug Platz haben, damit sie gut belüftet sind.

Überhitztes Fett in Fritteusen oder Kochtöpfen ist ebenfalls brandgefährlich. In vielen Fällen werden die Flammen in den Dunstabzug über den Herd gezogen und es kommt zu einem Küchenbrand.

Experten-Tipp

In diesem Fall sollten Sie niemals Wasser zum Löschen einsetzen. Trifft Wasser auf brennendes Fett, gibt es eine Fettexplosion. Stattdessen gilt es, die Flammen mit einem Topfdeckel oder einem Backblech zu ersticken. Zudem ist es wichtig, den Dunstabzug in regelmäßigen Abständen zu säubern. Überhitzt eine Pfanne unter der Dunstabzugshaube, können die fettgetränkten Filter leicht entzünden. Ein Küchenbrand wäre die Folge.

Brandschutz, Herdplatte, Pfanne, heißes Öl, Foto: Abus Security Center GmbH & Co. KG
Auch heißes Öl in einer Pfanne auf dem Herd kann Feuer fangen. Hier gilt: Niemals mit Wasser löschen! Foto: Abus Security Center GmbH & Co. KG Foto: Abus Security Center GmbH & Co. KG

Wer innerhalb der Wohnung raucht, muss besonders vorsichtig sein. Glut entzündet sehr schnell Kunststoffe, die in Bettdecken, Matratzen und Bezügen sowie in Tischdecken und Teppichböden verarbeitet sind. Zudem können Zigarettenstummel, die achtlos in den Mülleimer geworfen wurden, Feuer entfachen.

Experten-Tipp

Zigaretten sollten aus Brandschutzgründen vor dem Entsorgen sorgfältig ausgedrückt werden.

Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, die von brennbaren Flüssigkeiten ausgeht. Spiritus, Reiniger, Gase und brennbare Farben werden häufig im Keller, manchmal sogar im Heizungsraum, gelagert. Bricht dort Feuer aus, beschleunigen diese Flüssigkeiten den Brand enorm. Gasflaschen können sogar zu Explosionen führen. Aus diesem Grund ist es verboten, Campinggasflaschen und Brandbeschleuniger in Kellerräumen und Speichern zu lagern.

Experten-Tipp

Verstauen Sie Brandbeschleuniger, Grill- und Campinggasflaschen an überdachten und gut durchlüfteten Plätzen. Zudem sollten die Behältnisse vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Werden Gasflaschen zu heiß, steigt der innere Druck und damit auch das Risiko, dass Gas austritt. Zur Lagerung eignen sich Carports oder überdachte Terrassen am besten.

Manchmal verursachen auch Blitzeinschläge eine Überspannung im Stromnetz, die zu einem Wohnungsbrand führen kann. Aus diesem Grund ist auch in dieser Hinsicht vorzubeugen.

Experten-Tipp

Verwenden Sie zu Hause ausschließlich Steckdosen mit Überspannungsschutz. In diese ist ein Ableiter eingebaut, der eine Überspannung an den Potentialausgleich des Hauses weiterleitet. Dieser reduziert die elektrische Spannung, die durch unterschiedliche elektrische Potentiale zwischen leitfähigen Körpern wie Antennenanlagen entsteht. Des Weiteren sollten Hausbesitzer eine Blitzschutzanlage, auch Blitzableiter genannt, installieren lassen. Für bestimmte Gebäude ist sie sogar vorgeschrieben. Beispielsweise, wenn die Dacheindeckung aus leicht brennbarem Holz oder Reet besteht, es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt oder das Haus seine Umgebung deutlich überragt.

Wer die Gefahrenquellen in seinen eigenen vier Wänden kennt, kann Bränden bewusst vorbeugen. Darüber hinaus empfehlen Experten Brandschutz-Maßnahmen, die bereits bei der Entstehung eines Feuers auf die Gefahr aufmerksam machen.

Brandschutz – selbstauslösende Feuermelder retten Leben

Lodernde Flammen im eigenen Zuhause sind ein Szenario, das man sich ungern vorstellt. Doch oft braucht es nur einen Funken, um Feuer zu entfachen. Aus diesem Grund sollte jeder sein Zuhause mithilfe von Brandschutztechnik sicherer machen. Rauchmelder und Gasmelder schlagen bereits bei der Entstehung eines Feuers Alarm, sodass Betroffene rechtzeitig eingreifen und ein Ausbreiten der Flammen verhindern können.

Feuermelder richtig installieren

Die wichtigsten Montageorte für selbstauslösende Brandmelder sind Räume, in denen Personen schlafen. In vielen Fällen sterben Brandopfer nicht durch direkten Kontakt mit den Flammen, sondern durch eine Rauch- oder Gasvergiftung während des Schlafs. Darüber hinaus gehört zur Grundausstattung mindestens ein Gerät pro Etagenflur. Ganz gleich, welche Feuermelder installiert werden – aus Qualitätsgründen ist es wichtig, dass die Geräte mit dem CE-Zeichen sowie mit dem VdS-Prüfsiegel ausgezeichnet sind.

Welche Arten von selbstauslösenden Brandmeldern gibt es?

Automatische Brandmelder, die Gefahren anhand physikalischer Merkmale erkennen und einen Alarm auslösen, gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie dienen dazu, Personen innerhalb des Gebäudes aufzuwecken und sie zu warnen. Für den häuslichen Gebrauch haben sich folgende Brandmelder bewährt:

Rauchmelder

Brandschutz, Rauchmelder, Foto: Alexandra Potthof / bauen.de
Rauchmelder sollten in allen Fluren, Schlaf- und Kinderzimmern angebracht werden. Foto: Alexandra Potthof / bauen.de Foto: Alexandra Potthof / bauen.de

In den meisten deutschen Bundesländern – ausgenommen Berlin, Brandenburg und Sachsen – gibt es eine Rauchmelder-Pflicht für Neubauten und in vielen Bundesländern zudem für bestehende Gebäude. Dem Gesetz zufolge benötigen die kleinen Lebensretter eine Zertifizierung nach DIN EN 14604. Eigentümer und Vermieter müssen die Rauchmelder in allen Schlafbereichen, Kinderzimmern, Fluren und offenen Verbindungen mit mehreren Geschossen installieren. Somit sind Rauchwarnmelder die gängigste Brandschutztechnik in privaten Wohnungen und Häusern.

Rauchmelder erkennen Brandrauch anhand unterschiedlicher physikalischer Eigenschaften. Optische beziehungsweise photoelektrische Rauchmelder gehören zu den gängigsten Modellen. Sie messen die Lichtbrechung im Raum, indem sie regelmäßig Lichtstrahlen aussenden. Bei klarer Luft bricht das Licht nicht. Sind hingegen Rauchpartikel darin, wird der Lichtstrahl des Rauchmelders gestreut und zu einem speziellen Sensor des Geräts zurückgeworfen. Daraufhin springt der Alarm an. Idealerweise werden Rauchwarnmelder in der Mitte des Raumes angebracht oder zumindest mit 50 Zentimeter Abstand zu den Wänden.

Tipp

Verwenden Sie optische Rauchmelder in Räumen, in denen vorwiegend mit dem Ausbruch eines Schwelbrands zu rechnen ist, beispielsweise in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren. Bei hoher Staubbelastung oder Luftfeuchtigkeit, wie in Küche oder Bad, kann es zu Fehlalarmen kommen. Weitere Informationen zu Rauchmeldern finden Sie hier.

Lasermelder funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie optische Rauchmelder. Statt einer LED-Leuchtdiode sendet hier eine Laserdiode die Prüfstrahlen aus, um Rauchpartikel in der Luft zu detektieren. Darüber hinaus können Lasermelder Gasemissionen erkennen, die für Schwelbrände typisch sind, wie beispielsweise Kohlenmonoxid.

Tipp

Lasermelder kommen mit hoher Luftfeuchtigkeit zurecht, weshalb sie sich im Gegensatz zu optischen Rauchmeldern gut für den Brandschutz in Küche und Bad eignen.

Brandgas- oder Rauchgasmelder

Gasmelder, auch Kohlenmonoxid-Melder und CO-Melder genannt, springen an, wenn die Konzentration von Verbrennungsgasen einen bestimmten Wert überschreiten und die Gefahr einer Gasvergiftung besteht. Sie eignen sich besonders gut für den Brandschutz in staubigen oder extrem warmen Räumen, in denen Rauchmelder versagen würden.

Tipp

Installieren Sie Gasmelder in Hausanschlussräumen, Heizungskellern und an allen Stellen, wo unbemerkt Gas entweichen kann. Mehr Informationen über Gasmelder gibt es hier.

Wärmemelder

Wärmemelder, auch Thermomelder oder Hitzemelder genannt, lösen einen Feueralarm aus, wenn die Zimmertemperatur auffallend schnell ansteigt oder einen bestimmten Grenzwert, meist 60 Grad Celsius, überschreitet. Sie werden dort als Brandschutz-Maßnahme eingesetzt, wo Rauchwarnmelder versagen: In rauchigen oder staubigen, aber normal temperierten Räumen, beispielsweise in der Heimwerkstatt oder in der Küche.

Achtung

Thermomelder dienen eher dem Sachschutz als dem Personenschutz, weil Personen den Brand viel früher erkennen können. Schlafende würden bereits an den Brandgasen ersticken, bevor der Melder Alarm schlägt.

Mehrfachsensormelder

Wer Falschalarmen vorbeugen möchte, sollte beim Brandschutz zu Geräten greifen, die mit mehreren Sensoren arbeiten. Sogenannte Mehrfachsensormelder vereinen verschiedene Branderkennungssysteme miteinander, wie beispielsweise das eines optischen Rauchmelders und das eines Wärmemelders. Eine Elektronik wertet die Ereignisse aus. Schlägt ein Wert zu sehr aus, löst der Mehrfachsensormelder ein Alarmsignal aus.

Funk-Feuermelder

In größeren Häusern empfiehlt es sich, Feuermelder per Funk miteinander zu vernetzen. Auf diese Weise lösen die Funk-Brandmelder in den verschiedenen Zimmern eines Hauses gleichzeitig Alarm aus, sobald ein Melder Anzeichen für einen Brand erkennt. Eine Vernetzung der einzelnen Geräte wird häufig bei Funk-Rauchmeldern vorgenommen. Es können aber auch verschiedene Arten von Feuermeldern miteinander vernetzt werden, beispielsweise Funk-Gasmelder und Wärmemelder.

Der Feuerlöscher – Brandschutztechnik für die eigenen vier Wände

Brandschutz, Brandklassen und Löschmittel, Grafik: Alexandra Potthof / bauen.de
Grafik: Alexandra Potthof / bauen.de Grafik: Alexandra Potthof / bauen.de

Nicht nur Brandmelder machen das Zuhause sicherer. Löschgeräte sind ebenfalls ein idealer Brandschutz. Feuerlöscher kann man für verschiedene Brandklassen und mit unterschiedlichen Löschmitteln ausgestattet kaufen. Es hängt vom Material des brennenden Gegenstands ab, welcher Feuerlöscher sich zur Brandbekämpfung eignet.

Pulverlöscher

Im häuslichen Gebrauch werden sehr häufig ABC-Pulverlöscher verwendet. Diese zählen zu den Allroundern unter den Brandbekämpfungsmitteln, weil sie die drei Brandklassen A, B und C abdecken. ABC-Pulverlöscher können gegen alle brennenden Feststoffe (Brandklasse A), gegen brennende Flüssigkeiten oder flüssig werdende Stoffe wie Kunststoff (Brandklasse B) sowie gegen brennende Gase (Brandklasse C) eingesetzt werden. Wer sich einen Pulverlöscher kauft, sollte darauf achten, dass ABC-Pulver darin enthalten ist. Es gibt nämlich auch Löscher, die mit BC-Pulver oder D-Pulver für Metallbrände gefüllt sind. Pulverlöscher zeichnen sich durch eine sehr schlagartige Löschleistung aus. Allerdings verursacht das Pulver oft starke Verschmutzungen in der Wohnung, weil es in jeden Zwischenraum eindringt. In vielen Fällen verschwinden die Rückstände erst nach einer chemischen Reinigung.

Schaumlöscher

Anders als Pulverlöscher lassen sich Schaumlöscher zielgerichtet gegen den Brand einsetzen, sodass der Einsatzort sauberer bleibt. Darüber hinaus kann das Löschmittel einfach wie Seifenschaum abgewischt werden. Aufgrund dieser Eigenschaften sind Schaumlöscher eine der beliebtesten Brandschutz-Ausstattungen fürs Zuhause. Schaumlöscher eignen sich für das Bekämpfen von Bränden der Klasse A und B. Sie dürfen also gegen brennende Feststoffe wie Holz, Textilien und Papier sowie gegen flüssige oder flüssig werdende Stoffe wie Alkohol, Lacke und Kunststoff eingesetzt werden.

Schaumlöscher kosten abhängig von ihrer Größe und Ausführung zwischen 50 und 250 Euro. Sie sind etwas teurer als Pulverlöscher, die bereits ab 20 Euro erhältlich sind.

Brandschutz, Feuerlöscher, Foto: Alexandra Potthof / bauen.de
Ein Feuerlöscher im Haus ist eine ideale Brandschutz-Maßnahme. Foto: Alexandra Potthof / bauen.de Foto: Alexandra Potthof / bauen.de

Wasserlöscher

Wasserlöscher, auch Nasslöscher genannt, eignen sich ausschließlich zum Bekämpfen von Bränden der Brandklasse A. Dazu gehören feste, unter Glut- und Flammenbildung brennende Stoffe wie Papier, Holz und Textilien. Nasslöscher verwenden Wasser zum Löschen von Bränden. Häufig ist diesem ein Frostschutz- und ein Netzmittel beigemischt, damit der Löscher auch bei Minusgraden verwendbar ist und damit das Wasser leichter ins Brandgut eindringen kann.

Fettbrandlöscher

Im Gegensatz zu Nasslöschern können Fettbrandlöscher gegen brennendes Speiseöl und -fett eingesetzt werden. Deshalb sollten sie in der Nähe des Kochfelds greifbar sein. Das Löschmittel bildet eine Sperrschicht über dem brennenden Fett und erstickt die Flammen. Da es die Öle und Fette unter die Selbstzündungstemperatur herunterkühlt, kann das Feuer nicht erneut aufflammen. Bedingt lassen sich Fettbrandlöscher auch gegen Brände der Klasse A und B anwenden.

Kohlendioxidlöscher

CO2-Löscher bekämpfen Brände, indem das ausströmende, flüssige Kohlendioxid die Flammen erstickt. Die Löschwirkung ist unter Umständen sehr kurz, deshalb eignen sich Kohlendioxidlöscher nur für kleine Flüssigkeitsbrände der Brandklasse B sowie bedingt für die Bekämpfung von Gasbränden der Brandklasse C. Da CO2 keine Rückstände an den Gegenständen hinterlässt, eignet es sich gut zum Löschen technischer Geräte.

Beachten

Der Löscher darf niemals auf Menschen oder Tiere gerichtet werden, weil das CO2 auf bis zu -78,5 Grad Celsius herunterkühlen kann. Vor dem Einsatz des Löschers müssen alle Menschen aus dem Raum evakuiert werden, denn CO2 verursacht akute Erstickungsgefahr. Die Brandbekämpfer benötigen daher einen umluftunabhängigen Atemschutz.

Welcher Feuerlöscher eignet sich für zu Hause?

Aus Gründen des Brandschutzes sollte sich mindestens ein Handfeuerlöscher an einem gut zugänglichen Ort im Wohnbereich befinden, beispielsweise im Flur. Der Feuerlöscher darf einerseits nicht zu schwer sein, um ihn zu bedienen, andererseits sollte genug Löschmittel gegen das Feuer enthalten sein. Aus diesem Grund empfehlen Feuerwehrleute für Privathaushalte einen Handfeuerlöscher mit sechs Litern Löschmittel.

Doch welches Löschmittel ist das Richtige? Universallöscher, die für alle Brandklassen geeignet sind, gibt es nicht. Dennoch haben sich zwei Löscher für die eigenen vier Wände etabliert: der ABC-Pulverlöscher und der Schaumlöscher. Der ABC-Pulverlöscher kann gegen brennende Feststoffe wie Textilien und Holz, gegen Flüssigkeiten wie Alkohol oder Benzin und gegen Gase wie Propan und Methan angewendet werden. Nachteile sind jedoch, dass die Sicht des Löschenden durch das Pulver stark blockiert wird und die Wohnung sehr verschmutzt.

Im Gegensatz zu Pulverlöschern sind Schaumlöscher leichter zu bedienen und das Löschmittel lässt sich nach dem Einsatz einfach wieder abwischen. Schaumlöscher dürfen jedoch nur gegen Brände fester und flüssiger Stoffe eingesetzt werden. Ein brennender Gasherd sollte damit also nicht gelöscht werden.

Ganz gleich, ob Pulver-, Schaum- oder ein anderer Löscher – für einen sicheren Einsatz und Betrieb ist eine regelmäßige Feuerlöscherprüfung unverzichtbar. In privaten Haushalten ist der Besitz eines Handfeuerlöschers sowie dessen Wartung zwar nicht vorgeschrieben, dennoch sollten die Lebensretter aus Gründen des Brandschutzes mindestens alle zwei Jahre von einem Fachmann geprüft werden. Schließlich könnte unter anderem das Löschmittel oder die Löschpistole mit der Zeit unbrauchbar oder der Schlauch porös werden.

Feuerlöscher bedienen – so geht’s

Brandschutz, Feuerlöscher bedienen, Grafik: Bundesministerium für Inneres
Grafik: Bundesministerium für Inneres Grafik: Bundesministerium für Inneres

Einen Feuerlöscher in den eigenen vier Wänden zu haben, erhöht den Brandschutz und stärkt das Sicherheitsgefühl. Doch nützt das Gerät nur etwas, wenn man es im Brandfall richtig einsetzt. Es sind nur drei Handgriffe in der richtigen Reihenfolge nötig, um Feuer effektiv bekämpfen zu können:

1. Bringen Sie den Handfeuerlöscher zum Brandherd

2. Feuerlöscher entsichern und unter Druck setzen

  • bei Dauerdrucklöscher: Ziehen Sie die Sicherung. Sie besteht entweder aus einem Metallstift oder aus Kunststoff. Der Feuerlöscher steht bereits unter Druck.
  • bei Aufladelöschern mit außenliegender Treibmittelpatrone: Drehen Sie die Druckgasflasche auf, um den Feuerlöscher unter Druck zu setzen.
  • bei Aufladelöschern mit innenliegender Treibmittelpatrone: Ziehen Sie die aus einem Metallstift oder Kunststoff bestehende Sicherung. Anschließend setzen Sie den Feuerlöscher mit einem kräftigen Faustschlag auf den Schlagknopf unter Druck.


3. Richten Sie die Löschdüse auf die Brandstelle und betätigen Sie den Hebel am Feuerlöscher-Kopf oder an der Löschpistole.

Löschdecken – nicht so sicher wie man meint

Brandschutz, Löschdecke, Foto: bluedesign/fotolia.com
Löschdecken sind zum Ersticken von gerade entstehenden Bränden da. Foto: bluedesign/fotolia.com Foto: bluedesign/fotolia.com

Aus Gründen des Brandschutzes gibt es in vielen Haushalten eine Löschdecke. Diese eignet sich gut zum Ablöschen von Entstehungsbränden. Eine Feuerlöschdecke besteht entweder aus Glasfasergewebe, aus hitze- und flammbeständigen Nomex-Fasern oder aus flammenhemmend behandelter Wolle. Wird sie über den entstehenden Brand geworfen, erstickt sie die Flammen. Erst nach dem Abkühlen darf man sie wieder vom Brandherd nehmen.

Ursprünglich wurden Feuerlöschdecken entwickelt, um Fettbrände zu löschen. Diese können beispielsweise beim Anbraten oder Frittieren entstehen. Die deutsche BGN (Berufsgenossenschaft Nahrung und Gaststätten) fand bei einer Versuchsreihe heraus, dass sich Löschdecken zu diesem Zweck allerdings nicht eignen. Fettbrände zeichnen sich durch ein extrem großes Hitzepotenzial aus, dem die Decken im Test nicht standhielten. Die meisten Löschdecken entzündeten sich und brannten durch. Aus diesem Grund zog der Fachnormenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) 2002 eine der beiden bestehenden DIN-Normen, nämlich DIN 14155, zurück. Nun existiert ausschließlich die DIN EN 1869 für Löschdecken. Diese bezieht sich aber ausschließlich auf Frittiereinrichtungen für den häuslichen Gebrauch, die maximal drei Liter Speiseöl fassen. So wird deutlich, dass Löschdecken nicht für große Mengen brennendes Speiseöl und -fett geeignet sind.

Verhalten im Brandfall

Wenn es brennt, sind schnelle Reaktionen gefragt, denn es vergehen oft nur wenige Minuten bis Qualm oder Flammen den Fluchtweg blockieren. Aus diesem Grund sollte jeder die Maßnahmen der Brandbekämpfung, auch Brandschutzkette genannt, kennen und in der richtigen Reihenfolge durchführen. Folgende Infografik zeigt, wie man sich im Brandfall richtig verhält.

Brandschutz, Vorschaubild, Grafik: Alexandra Potthof / bauen.de
Grafik: Alexandra Potthof / bauen.de

Wenn ein Brand entsteht

Wer bei der Entstehung eines Feuers vor Ort ist, kann in den meisten Fällen größeren Schaden durch sofortiges Löschen verhindern. Wasser eignet sich ausschließlich zum Löschen von Feststoffen, nicht bei brennenden Flüssigkeiten wie Benzin, Öl oder Fett. Würde man diese mit Wasser löschen, könnte es zu einer Explosion kommen. Solange das Feuer nicht zu groß ist, ist es am sichersten, den Brand zu ersticken. Dazu ist jeder Gegenstand recht, der nicht entflammt. Das kann beispielsweise eine Glasschüssel sein oder ein sauberes Backblech. Bei brennenden Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen können auch Handfeuerlöscher mit ABC-Pulver verwendet werden.

Grundsätzlich gilt:

  • Die eigene Sicherheit steht über der Brandbekämpfung.
  • Öffnen Sie die Tür zum Brandraum in gebückter Haltung und hinter einer Deckung wie Türblatt oder Wand, denn es besteht die Gefahr einer Stichflamme.
  • Achten Sie darauf, dass der Rückzugsweg nicht abgeschnitten wird.
  • Beginnen Sie dort zu löschen, wo die größte Gefahr der Ausbreitung des Feuers besteht.
  • Sprühen Sie nur Löschmittel auf, wenn Sie den brennenden Gegenstand sehen können.

Andere retten und vor dem Brand flüchten

Ist das Feuer bereits zu groß, um es selbst noch unter Kontrolle bringen zu können, gilt es, sich und andere Personen in Sicherheit zu bringen. Betroffene sollten dabei auch an Kinder, Kranke, Alte und körperlich eingeschränkte Menschen denken. Falls das Haus eine Gas- oder Ölheizung besitzt, sind die entsprechenden Leitungen abzusperren, sofern dies noch gefahrlos möglich ist.

Im Brandraum müssen alle Fenster und Türen geschlossen werden. Auf dem Weg nach außen ebenfalls. So kann sich der giftige Rauch nicht so schnell im gesamten Haus verbreiten. Wenn die Bewohner in Sicherheit sind, ist es wichtig, sie auf Vollzähligkeit zu überprüfen.

Beachten

Vermeiden Sie verqualmte Rettungswege, um der Gefahr einer Rauchvergiftung vorzubeugen. Wenn es keine andere Fluchtmöglichkeit gibt, sollten Sie sich kriechend vorwärts bewegen und ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase halten. In Bodennähe ist die Luft etwas sauberer und das feuchte Tuch schützt die Schleimhäute vor Reizungen.

Brandschutz, Feuerwehr, Foto: eyetronic/fotolia.com
Im Brandfall sollte sofort die Feuerwehr verständigt werden. Foto: eyetronic/fotolia.com Foto: eyetronic/fotolia.com

Feuerwehr rufen

Im Brandfall ist so bald wie möglich die Feuerwehr zu verständigen – spätestens, wenn man sich in Sicherheit gebracht hat. In Deutschland ist sie unter der Nummer 112 erreichbar. Es gilt, langsam, laut und deutlich zu sprechen. Folgende Angaben sind notwendig:

  • Name des Anrufers
  • Was ist passiert?
  • Ort, Ortsteil, Straße, Hausnummer, Anfahrtsbeschreibung
  • Hinweise auf die Situation (Gibt es Verletzte oder eingeschlossene Personen?)
  • Eventuelle Rückfragen so gut wie möglich klären

Im Falle eines Brandverdachts sollte ebenfalls die Feuerwehr alarmiert werden. Stellt sich heraus, dass es ein Fehlalarm war, trägt die Kommune die Einsatzkosten. Lediglich böswillige Falschmeldungen sind aus eigener Tasche zu begleichen.

Feuerwehreinsatz vorbereiten

Nach dem Anruf bei der Feuerwehr sollten Betroffene den Einsatz vorbereiten. Es gilt, die Einfahrt zu öffnen und dafür zu sorgen, dass rund um das Gebäude alle Wege frei sind. Des Weiteren sollten sich Personen an die Hauptzufahrt und an die Straße stellen, um den Einsatzkräften den Weg zu weisen.

Nach dem Eintreffen der Feuerwehrleute sollten Sie die Einsatzkräfte über Folgendes informieren:

  • Wo im Haus befindet sich der Brandherd?
  • Sind Personen vermisst?
  • Sind Personen im Feuer eingeschlossen?
  • Gibt es besondere Gefahren durch Spraydosen, Chemikalien und Druckgasflaschen im Haus?
  • Sind Öl- und Gasleitungen bereits abgedreht oder nicht? Wo befinden Sie sich?
  • Lage von Hydranten oder sonstige Wasserentnahmestellen
  • Lage von Steigleitungseinspeisungen

Maßnahmen nach einem Wohnungsbrand

Brandschutz, Reinigung nach Brand, Foto: Kara/fotolia.com
Nach dem Abkühlen und Auslüften der Brandstelle beginnen die Aufräumarbeiten. Foto: Kara/fotolia.com Foto: Kara/fotolia.com

Ist der Brand vollständig abgelöscht, geben Feuerwehr und Polizei die Brandstelle frei. Damit ist auch deren Einsatz beendet. Bevor sich der Immobilieneigentümer um die Aufräumarbeiten kümmert, sollte er die Brandstelle mindestens eine Stunde lang abkühlen lassen und dabei gut durchlüften. Es ist ratsam, während dieser Wartezeit die Gebäude- und Hausratversicherung anzurufen und den entstandenen Schaden zu melden. Betroffene sollten  hierbei auch klären, welche Leistungen wie Aufräumarbeiten und Sanierungsmaßnahmen die Versicherung übernimmt und welche nicht.

Ist die Brandstelle abgekühlt, gilt es, aussagekräftige Fotos machen. Diese können wichtige Belege für die Versicherung sein. In der Regel schickt die Versicherung auch einen Gutachter vorbei, der den Brandhergang ermittelt.

Nach dem fotografischen Dokumentieren können sich die Bewohner um die ersten Aufräumarbeiten kümmern. In der Regel sind die Einrichtungsgegenstände der Brandräume mit Ruß und Brandrückständen bedeckt, die giftige und reizende Stoffe enthalten können. Aus diesem Grund ist das Tragen von Schutzkleidung empfehlenswert. Dazu gehören:

  • Gummihandschuhe für Nassarbeiten
  • Schutzhandschuhe aus einer Leder- und Textilkombination für Trockenarbeiten
  • Textile Atemschutzmaske der Schutzgruppe P3 für Staubarbeiten
  • Schutzanzug aus verstärktem Papiervlies oder Kunststoff

Zudem sollten Betroffene dafür sorgen, dass Brandverschmutzungen nicht in andere Räume verschleppt werden können. Es gilt, feuchte Tücher als Fußabtreter vor die Bereiche zu legen, die nicht vom Brand betroffen sind, und verrußte Flächen in Fluren mit einer Folie zu bedecken. Im Anschluss daran kann man die vom Brand betroffenen Gegenstände folgendermaßen aufteilen:

  • Verwertbare Bestandteile (metallische Gegenstände, kaputte Elektrogeräte, Ziegel, Steine, Mauerreste). Die Entsorgung erfolgt durch spezialisierte Körperschaften oder Firmen.
  • Nicht verwertbarer Restmüll (offen gelagerte Lebensmittel, Arzneimittel).
  • Verschmutzte und verrußte Gegenstände.

Vor Gebrauch sollten alle Gegenstände im Brandumfeld gründlich gereinigt werden bis die Rußspuren verschwunden sind. Für die Nassreinigung ist eine warme Spülmittellösung empfehlenswert. Lockere Ruß- und Staubschichten sollten mit einem Industriestaubsauger beseitigt werden. Betroffene können sich den Sauger bei Werkzeugvermietungen aus der näheren Umgebung ausleihen.

Je früher Brände bemerkt werden, desto größer ist die Chance, sie unverletzt zu überstehen. Auch der finanzielle Schaden lässt sich so in Grenzen halten. Aus diesem Grund ist es wichtig, allen Familienmitgliedern ein richtiges Verhalten im Brandfall beizubringen und sein Zuhause mit der entsprechenden Brandschutztechnik auszustatten.

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