Brandschutz: Sicherheit im eigenen Zuhause

Brandschutz in den eigenen vier Wänden: Mit etwas Vorwissen und wenigen Handgriffen kann optimal vorgesorgt werden. Durch Feuermelder oder das Vermeiden von Gefahrenquellen – so wird das Zuhause richtig sicher.
Barbara Zinecker
Brandschutz, Rauchmelder, Rauchentwicklung
Brandschutz bedeutet vorbeugen: Ein Rauchmelder weckt Schlafende schon bei einer geringen Rauchentwicklung und ist einfach anzubringen. Foto: www.rauchmelder-lebensretter.de

Ob ein Kurzschluss im Toaster oder ein unbeobachteter Adventskranz – es gibt viele Arten, wie es zu einem Brand kommen kann. Damit das nicht passiert, gilt es vorzubeugen.

Gefahrenquellen in der Wohnung

Bei offenem Feuer ist Vorsicht geboten. Kerzen sind eine echte Gefahr und sollten nur unter Beaufsichtigung abbrennen. Raucher sollten auf die Gute-Nacht-Zigarette im Bett verzichten – währenddessen ist schon manch einer eingeschlafen. Auch Aschereste können noch Stunden nach der Entsorgung im Abfalleimer einen Schwelbrand verursachen.

Eine weitere Gefahrenquelle ist das Kochen. Dabei sollte die Küche besser nicht verlassen werden. In der Nähe des Herds sollten zudem keine leicht entzündbaren Gegenstände aufbewahrt werden. Auch das Reinigen der Dunstabzugshaube ist wichtig: Das Fett im Filter kann sich entzünden.

Doch oft sind es auch elektrische Geräte, die aus Unachtsamkeit der Benutzer oder als Resultat eines technischen Defekts einen Brand auslösen. Entsprechend sollte beim Kauf auf das GS-Prüfzeichen (Geprüfte Sicherheit) geachtet werden. Aufpassen muss man auch bei Mehrfachsteckdosen. Auf keinen Fall sollten mehrere Verlängerungskabel hintereinander geschaltet werden. Was viele nicht wissen: Auch im Standby-Modus kann ein Fernseher überhitzen. Deshalb das Gerät ganz ausgeschalten. Ein weiterer Tipp zum Brandschutz: Brennbare Materialien, wie Gardinen, Holz oder Papier, gehören keinesfalls in die Nähe von heißen Lampen oder anderen elektrischen Geräten, die Wärme entwickeln.

Brandschutz: Rauchmelder sind Lebensretter

Während man tagsüber Rauchentwicklung meist schnell bemerken kann, ist es nachts wahrscheinlicher, dass sich ein Brand unbemerkt ausbreitet: Nachts schläft nämlich nicht nur der Mensch – sondern auch der Geruchssinn. Hier bieten Rauchmelder Schutz. Besonders praktisch ist es, die einzelnen Geräte via Funk miteinander zu verbinden, damit der Alarm im gesamten Haus zu hören ist.

In einigen Bundesländern besteht schon Rauchmelderpflicht, nachzulesen in den jeweiligen Landesbauordnungen der unterschiedlichen Bundesländer. Die Kosten für einen Rauchmelder liegen bei etwa zehn Euro, können aber je nach technischer Raffinesse auch teurer sein: Funkmelder können auch mehr als 50 Euro kosten. Der Rauchmelder sollte den Anforderungen der DIN EN 14604 entsprechen. Das Siegel der unabhängigen VDS-Prüfstelle (Vertrauen durch Sicherheit) kennzeichnet besonders gute Produkte. Wichtig sind ein Testknopf und ein Warnton mit einer Lautstärke von über 85 Dezibel. Etwa einen Monat bevor die Batterie leer wird, sollte das Gerät zudem einen Ton abgeben, um die Bewohner auf den notwendigen Wechsel hinzuweisen.

Für den Fall der Fälle: Löschdecke und Feuerlöscher

Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Brand kommt, gilt es schnell zu handeln. Praktisch sind beispielsweise Löschdecken, die über den Brandherd geworfen werden um die Flammen zu ersticken. Die Decke sollte mindestens einen mal zwei Meter groß sein. Ein guter Aufbewahrungsort ist die Küche. Fängt beispielsweise Öl in der Pfanne Feuer, darf auf keinen Fall Wasser zum Löschen eingesetzt werden: Das brennende Fett kann explodieren. Ist kein Deckel zur Hand um dem Brand Sauerstoff zu entziehen, ist die Löschdecke ein effektiver Helfer. Sie ist im Internet ab etwa zehn Euro erhältlich.

Ein an einer zentralen Position verstauter Feuerlöscher, also zum Beispiel im Eingangsbereich oder Flur, ist im Brandfall schnell zur Hand. Die VDS Schadenverhütung rät zu Feuerlöschern, die den Anforderungen der DIN EN 3 entsprechen. Für das Eigenheim eignen sich Schaumlöscher besonders gut. Der Löschschaum ist für die Brandklassen A und B, also für feste und flüssige Stoffe, konzipiert. Ein Vorteil im Gegensatz zu Pulverlöschern ist, dass die Wohnung nach dem Einsatz nicht gar so verschmutzt ist. Der Schaum kann wie Seifenschaum einfach weggewischt werden.

Kohlendioxidlöscher sind ebenfalls eine saubere Lösung. Allerdings kann es sein, dass das Feuer wieder neu entfacht, da tiefsitzende Glut bei leicht brennbaren Materialien, wie beispielsweise Möbeln, Holz und Papier nicht komplett erreicht wird. Bei Bränden der Klasse F, also Speisefett- und Ölbrände, sollte hingegen die Löschdecke oder ein spezieller Fettbrand-Feuerlöscher eingesetzt werden. Die Löscher sollten alle zwei Jahre von einem Fachmann aus dem Bereich Brandschutz überprüft werden. Gut zu wissen: Viele Versicherungen übernehmen nach dem Brand die Kosten für die neue Füllung der Feuerlöscher.

Fazit: Rauchmelder, die auch in den Schlafzimmern gut zu hören sind, eine Löschdecke in der Küche und ein Schaumfeuerlöscher im Eingangsbereich oder Flur sind eine gute Kombination für den Brandschutz in der Privatwohnung.

Weitere Informationen zum Brandschutz finden Sie auf den Seiten des bvfa - Bundesverband
Technischer Brandschutz e.V.
sowie der VdS Schadenverhütung GmbH.

verfasst am: 02.08.2012
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