Küchengestaltung - Küche einrichten und gestalten
Im Dauereinsatz: Das Material der Arbeitsplatte muss seine Funktionalität rund um die Uhr beweisen. Zudem bestimmt die Optik der Platte das Aussehen der Küchenzeile mit. Wer sich zwischen den vielen unterschiedlichen Arbeitsplatten und ihren Eigenschaften entscheiden muss, sollte den jeweiligen Einsatzbereich im Kopf haben.
von Barbara ZineckerDie Auswahl ist groß: Design, Material und Form sind von Platte zu Platte unterschiedlich. Jedoch kann nicht jedes Material für jeden Arbeitsbereich eingesetzt werden.
Arbeitsplatten aus Holz sind durch ihre einzigartige Maserung immer Unikate. Nicht nur deswegen wird das Material gerne für die Küchenarbeitsplatte eingesetzt. Denn: Bei regelmäßiger Pflege kann man an einer Holzarbeitsplatte lange Freude haben. Damit das offenporige Holz Flüssigkeiten nicht wie ein Schwamm aufsaugt, muss die Oberfläche der Arbeitsplatte regelmäßig gewachst oder geölt werden. Beim Reinigen der Arbeitsplatte sollte man zudem darauf achten, möglichst wenig Wasser zu verwenden, da das Holz durch zu viel Feuchtigkeit aufquellen kann. Arbeitsplatten aus Holz sind weder hitzebeständig, noch sind sie kratzfest. Das ist jedoch nicht weiter schlimm: Stark verschmutzte Stellen können abgeschliffen und anschließend neu versiegelt werden.
Kunststoffbeschichtete Arbeitsplatten sind in deutschen Küchen weit verbreitet. Da der Großteil der Platte aus Pressspan besteht, sind die Anschaffungskosten in der Regel recht günstig. Schichtstoffplatten passen in jede Küche, da sie in einer Vielzahl von Dekoren erhältlich sind. Ob rau oder glatt, mit Holz- oder Steinmuster oder einfach unifarben: Nahezu jeder Wunsch kann mit einer Schichtstoffplatte erfüllt werden. Wie auch Holz ist die Kunststoffoberfläche nicht gegen Schnitte gefeit und hält auch einen heißen Topf nur kurzzeitig aus. Die Reinigung ist denkbar einfach: Alltagsschmutz kann mit einem Schwamm und etwas Reinigungsmittel schnell beseitigt werden.
Arbeitsplatten aus Hartstein halten auch hohen Temperaturen und Kratzern stand. Besonders Granit wird gerne in Küchen eingesetzt, da das Material sehr hart und entsprechend robust ist. Weichsteine wie Marmor oder Travertin eignen sich hingegen nur bedingt für die Küchenzeile, da sie Flüssigkeiten aufsaugen und entsprechend schnell fleckig werden. Grundsätzlich sind Natursteine säureresistent. Auf aggressive Reiniger sollte jedoch verzichtet werden. Für die tägliche Reinigung reicht herkömmliches Spülmittel und etwas Wasser. Ein weniger bekanntes Material für die Arbeitsplatte ist Schiefer. Imprägniert ist der Naturstein äußerst wasserabweisend. Ein Nachteil der massiven Platten aus Stein ist nicht nur ihr relativ hoher Preis, sondern auch ihr Gewicht, das sowohl den Transport als auch die Montage erschweren kann.
Edelstahlplatten sind inzwischen nicht mehr nur in Großküchen anzutreffen. Grund für den Einzug in Privathaushalte sind neben dem modernen Aussehen des Materials auch seine praktischen Eigenschaften. Die Oberfläche ist gut zu reinigen und entsprechend hygienisch. Zudem ist Edelstahl höchst hitzebeständig. Besonders schick: Das Spülbecken kann nahtlos in die Edelstahlplatte eingeschweißt werden. Bei einer Arbeitsplatte aus Edelstahl lohnt es sich, geduldig zu sein: Kleine Makel, wie beispielsweise Kratzer, Fingerabdrücke und Wasserflecken sind anfangs zwar sehr schnell zu sehen. Nach einiger Zeit entwickelt sich jedoch eine Edelstahlpatina, die die einzelnen Abnutzungsspuren so gut wie unsichtbar macht. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Lautstärke, beispielsweise beim Abstellen von Kochtöpfen. Wer sich am Scheppern des Edelstahls stört, sollte lieber auf ein anderes Material für die Arbeitsfläche zurückgreifen.
Glasarbeitsplatten bestehen meist aus Einscheiben-Sicherheitsglas, das durch die spezielle Behandlung im Gegensatz zu herkömmlichen Glas schlag- und stoßfest ist. Zudem handelt es sich um ein pflegeleichtes Material, dass durch seine glatte Oberfläche sehr hygienisch ist. Glasarbeitsplatten sind äußerst hitzebeständig. Die Optik ist vielseitig: Sie sind in jeder Farbe erhältlich. Besonders schön wirken die Arbeitsplatten in Kombination mit passenden Glas-Spritzschutzplatten an den Wänden. Mit haushaltsüblichem Glasreiniger bekommt man nahezu jeden Fleck weg. Bei satiniertem Glas sollte auf säure- und silikonhaltige Putzmittel verzichtet werden, da sich sonst unschöne Flecken bilden. Auf eine Unterlage beim Schneiden sollte nicht verzichtet werden: Die Arbeitsplatte hält das aus, aber die Messer nicht.
Ein recht neuer Trend in der Küche ist der Einsatz von Beton. Wer eine betonierte Arbeitsfläche hat, muss sich um Kratzer keine Sorgen machen. Zudem ist jede Arbeitsplatte ein Unikat, denn im Laufe der Zeit entwickelt sie durch die Benutzung und deren Spuren eine raffinierte Patina. Die Platten werden auf Bestellung gegossen, so dass Sonderwünsche meist kein Problem darstellen. Hingucker: Das Spülbecken kann nahtlos als Teil der Arbeitsplatte gegossen werden. Wichtig ist jedoch ein stabiler Unterbau, der die schwere Arbeitsplatte tragen kann. Wie Holz muss Beton regelmäßig versiegelt und gepflegt werden. Eine Betonarbeitsplatte kann mit haushaltsüblichen Reinigern geputzt werden. Damit die Oberfläche nicht stumpf wird, sollten jedoch keine Scheuermittel verwendet werden.
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